Kulmbacher feiern Frühschoppen "light"

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Yanic Weisflog (23), Michi Köhler (23), Max Angermann (24), Markus Weimann (24) und Lukas Budemann (24) finden es normal, dass man sich am Vormittag des Heiligen Abend mit Freunden trifft. Den jungen Leuten fehlt der Heiligabend-Frühschoppen. Doch die Stimmung in der Sohle ist gut, finden alle. Foto: Sonny Adam
Yanic Weisflog (23), Michi Köhler (23), Max Angermann (24), Markus Weimann (24) und Lukas Budemann (24) finden es normal, dass man sich am Vormittag des Heiligen Abend mit Freunden trifft. Den jungen Leuten fehlt der Heiligabend-Frühschoppen. Doch die Stimmung in der Sohle ist gut, finden alle. Foto: Sonny Adam
Die Einkäufe sind getätigt, alles ist für den Heiligen Abend vorbereitet: Barbara Blanek und Dieter Hain gönnen sich auf dem Marktplatz einen Crêpe und läuten damit Weihnachten ein. Foto: Sonny Adam
Die Einkäufe sind getätigt, alles ist für den  Heiligen Abend vorbereitet: Barbara Blanek und Dieter Hain gönnen sich auf dem Marktplatz einen Crêpe und läuten damit Weihnachten ein. Foto: Sonny Adam
 
Bei Familie Vogt ist in diesem Jahr alles anders: Kerstin Vogt muss nicht arbeiten und genießt es, mit Sophia (16), Max (20) und ihrem Mann Klaus (55) durch die Stadt zu bummeln. Foto: Sonny Adam
Bei Familie Vogt ist in diesem Jahr alles anders: Kerstin Vogt muss nicht arbeiten und genießt es, mit Sophia (16), Max (20) und ihrem Mann Klaus (55) durch die Stadt zu bummeln. Foto: Sonny Adam
 
Die Polizei überwachte das Geschehen in der Oberen Stadt streng - und stellte keine Beanstandungen fest. Foto: Sonny Adam
Die Polizei überwachte das Geschehen in der Oberen Stadt streng - und stellte keine Beanstandungen fest. Foto: Sonny Adam
 
Der Stammtisch in der Zunftstube feierte wie in jedem Jahr: Die jungen Leute trafen sich - wie auch an allen anderen Freitagen. Dann wurde nach Hause gewandert - nach Oberdornlach. Und am Nachmittag stand Kirche und traditionelle Familienweihnacht auf dem Programm.
Der Stammtisch in der Zunftstube feierte wie in jedem Jahr: Die jungen Leute trafen sich - wie auch an allen anderen Freitagen. Dann wurde nach Hause gewandert - nach Oberdornlach. Und am Nachmittag stand  Kirche und traditionelle Familienweihnacht auf dem Programm.
 
Auch Ilse Täuber (62) und Karin Bär (65) pflegen ihren Weihnachtsfrühschoppen: Die beiden Frauen haben einen Platz im Roberts reserviert. "Wenn dann später die Männer von ihrem Stammtisch kommen, feiern wir Weihnachten" verraten beide. Foto: Sonny Adam
Auch Ilse Täuber (62) und Karin Bär (65) pflegen ihren Weihnachtsfrühschoppen: Die beiden Frauen haben einen Platz im Roberts reserviert. "Wenn dann später die Männer von ihrem Stammtisch kommen, feiern wir Weihnachten" verraten beide. Foto: Sonny Adam
 
Vor der Sohle in der Oberen Stadt bildeten sich Grüppchen. Doch es handelte sich nur um Raucher, die nach draußen gegangen sind. Alles vorschriftsmäßig, urteilte die Polizei. Foto: Sonny Adam
Vor der Sohle in der Oberen Stadt bildeten sich Grüppchen. Doch es handelte sich nur um Raucher, die nach draußen gegangen sind. Alles vorschriftsmäßig, urteilte die Polizei. Foto: Sonny Adam
 
Das Casa öffnete an Heiligabend nicht - aus Vorsicht, um keine Menschenmassen zum Feiern zu animieren, erklärte Wirt Matthias Wuschek. Foto: Sonny Adam
Das Casa öffnete an Heiligabend nicht - aus Vorsicht, um keine Menschenmassen zum Feiern zu animieren, erklärte Wirt Matthias Wuschek. Foto: Sonny Adam
 
Sohle-Wirt Sinan Portakal hat am Heiligabend spontan aufgemacht. Auch in der Sohle herrscht 2G. Silvester ist die Sohle geschlossen.
Sohle-Wirt Sinan Portakal hat am Heiligabend spontan aufgemacht. Auch in der Sohle herrscht 2G. Silvester ist die Sohle geschlossen.
 
Feiern gehört für Felix Neukam (18) einfach dazu. Foto: Sonny Adam
Feiern gehört für Felix Neukam (18) einfach dazu. Foto: Sonny Adam
 
Florian Weid (40) hat seinem Sohn Theo (1) eine Weihnachtsbratwurst gekauft. Florian Weid ist Kulmbacher, wohnt aber in Bad Kreuznach. "Ich wäre jetzt durch die Obere Stadt, um alte Bekannte zu treffen. Das vermisse ich schon", sagt er. Foto: Sonny Adam
Florian Weid (40) hat seinem Sohn Theo (1) eine Weihnachtsbratwurst gekauft. Florian Weid ist Kulmbacher, wohnt aber in Bad Kreuznach. "Ich wäre jetzt durch die Obere Stadt, um alte Bekannte zu treffen. Das vermisse ich schon", sagt er. Foto: Sonny Adam
 

Nachdem auch in diesem Jahr der "Heilige Frühschoppen" abgesagt wurde, zog es die Kulmbacher in die Lokale.

Der ehemalige Kulmbacher Florian Weid (40) ist am 24. Dezember eigens aus Bad Kreuznach in seine alte Heimat gereist. Normalerweise wäre er am Vormittag durch die Obere Stadt gebummelt, um beim "Heiligen Frühschoppen" Freunde und Bekannte zu treffen. und um allen frohe Feiertage zu wünschen. Doch auch in diesem Jahr wurde das kultige Treffen aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. "Ich finde das schon schade, denn so entfallen spontane Treffen. Ich fand das immer sehr schön", so Weid. Doch den Bummel durch die Kulmbacher Innenstadt lässt er sich nicht nehmen.

"Wir haben schon vor Wochen gemeinsam mit dem Oberbürgermeister beschlossen, dass dass der Frühschoppen abgesagt werden muss", entschuldigt sich Casa-Wirt Matthias Wuschek. "Wir hätten gerne aufgemacht, aber um zu verhindern, dass Hunderte von Menschen kommen, lassen wir an Heiligabend zu. Ich denke, das ist alternativlos", erklärte Wuschek.

Sohle-Wirt Sinan Portakal indes hat sich kurzfristig entschlossen, an Heiligabend zu öffnen. "Uns gehen durch die eingeschränkten Öffnungszeiten sowieso mehr als 80 Prozent des Umsatzes flöten", so Portakal. Die Jugend dankte dem Sohle-Wirt seinen Mut. Die Stammgäste durften unter 2G-Auflagen ins Innere. Auch vor der Lokalität sammelten sich Menschen. Doch die Polizei stellte keine Verstöße fest. "Wir hatten nichts zu beanstanden. Es waren zwar Menschen auf der Straße, aber nur kleine Grüppchen, die mal kurz raus sind, um zu rauchen", so die Polizei. Alkohol wurde auf der Straße nicht konsumiert. Die Polizei fuhr regelmäßig Streife.

Für die jungen Leute war die Sohle ein Magnet, sagte die Clique um Lukas Budemann, Markus Weimann, Max Angermann, Michi Köhler und Yanic Weisflog. Alle sind geimpft, alle freuten sich, dass wenigstens diese kleinen Treffen möglich waren.

Volle Häuser hatten auch alle anderen Lokalitäten in Kulmbach: Café Stamm, Roberts, Bierhäusla, Gasthof zur Birke und all die anderen Wirtschaften. Die Stammgäste konnten reservieren, vorausgesetzt sie erfüllen die 2G-Regeln. Andreas, Thomas und Hansi Leuschner trafen sich mit ihren Freunden in der Zunftstube, um gemeinsam das Weihnachtsfest einzuläuten. Nach dem Frühschoppen laufen alle gemeinsam nach Oberdornlach, wo sie Weihnachten feiern.

Roland Schaf (65) hat sich aus dem Staub gemacht, damit er seiner Frau bei der Vorbereitung von Gänsebraten, Reh und Rouladen nicht im Weg rumsteht. Er schaut beim Stammtisch in der Birke vorbei und macht es wie alle anderen auch: Feiern unter 2G-Auflagen - gesittet, mit Stil, drinnen in den Wirtsstuben.

Auch zwei Kulmbacherinnen trafen sich zum Weihnachts-Kaffee: Ilse Täuber (62) und Karin Bär (65) kehrten im Roberts ein. "Für mich ist es jetzt nicht so schlimm, dass der Frühschoppen ausfällt. Aber das Treffen gehört dazu", sagt Ilse Täuber. "Wir Frauen trinken einen Kaffee, warten, bis die Männer vom Stammtisch kommen, und dann wird Weihnachten privat gefeiert", berichtet Karin Bär (65).

Ein echter Publikumsmagnet war die Crêperie am Marktplatz. Viele Kulmbacher gönnten sich eine Leckerei von Filou. Barbara Blanek (78) und Dieter Hain (82) genossenen den Mittag den Heiligen Abends. "Wir gehen dann in die Petrikirche", erzählt Barbara Blanek. Auch die Senioren merken, dass in der Innenstadt weniger los ist, sind aber froh, dass wenigstens kein kompletter Lockdown gilt.