Kulmbach
Nachruf

"Hat mich sehr betroffen gemacht": Kulmbachs langjähriger Bürgermeister gestorben - Weggefährte in Trauer

Kulmbachs früherer Bürgermeister Wolfgang Protzner ist am Samstag (24. September 2022) im Alter von 80 Jahren gestorben. "Die Nachricht von seinem Tod hat mich sehr betroffen gemacht", sagt sein langjähriger Weggefährte, Bezirkstagspräsident Henry Schramm.
Kulmbach: Trauer um langjährigen Bürgermeister - "Visionär und Streiter für die Demokratie"
Wolfgang Protzner engagierte sich auf verschiedene Weisen für Kulmbach. Ein Ziel sei die Belebung der Stadt gewesen, erklärt sein Partfreund Henry Schramm. Foto: Stadt Kulmbach
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Trauer in Kulmbach: Früherer Bürgermeister Wolfgang Protzner gestorben. "Ein Visionär und Streiter für die Demokratie ist gegangen", schreibt die CSU Kulmbach in einem öffentlichen Statement. Kulmbachs früherer Bürgermeister Wolfgang Protzner starb am Samstag (24. September 2022) mit 80 Jahren nach "gesundheitlichen Herausforderungen" im Klinikum Kulmbach, berichtet sein langjähriger Weggefährte, Bezirkstagspräsident Henry Schramm (CSU), am Montag inFranken.de.

Protzner lehrte als Historiker an der Universität Bamberg Didaktik der Geschichte, war Mitbegründer der Akademie für Neue Medien in Kulmbach und unter anderem 18 Jahre lang Bürgermeister unter Oberbürgermeister Erich Stammberger. 

Kulmbach: Ex-Bürgermeister Wolfgang Protzner gestorben - "Visionär und Streiter für die Demokratie"

Protzner saß 42 Jahre lang im Kulmbacher Stadtrat und war zudem Mitglied des Kreistags. "Die Nachricht von seinem Tod hat mich sehr betroffen gemacht", betont Schramm, Kulmbachs früherer Oberbürgermeister. "Er war ein Urgestein der Kulmbacher CSU. Er war mit der Tradition verbunden, hatte aber auch immer den Blick für das Zukunftsfähige." So sei eine seiner Visionen gewesen: "1000 Studenten für Kulmbach." Zu dieser Zeit habe dieses Ziel noch keiner für möglich gehalten. Tatsächlich sei zehn Jahre später "nach jahrelangem Bemühen" Schramms die siebte Fakultät der Universität Bayreuth in Kulmbach entstanden.

In einem Interview mit der Bayerischen Rundschau im Jahr 2019 äußerte sich Protzner zur Fluktuation in seiner Heimatstadt Kulmbach. So sei es bedauernswert, dass "die besten Schüler" der weiterführenden Schulen abwanderten. Er selbst sei gleichwohl "das beste Beispiel, dass man hier erfolgreich und glücklich sein kann". Bekannt war der CSU-Kommunalpolitiker auch als Verfechter der Demokratie und deutschen Wiedervereinigung: So solle sich jeder schämen, der nicht zur Wahl gehe. Denn durch Wahlentscheidungen sei es möglich, rechtsradikale Parteien "auszuschwitzen", sagte er im gleichen Interview.

Hier bezeichnete er sich außerdem als "als einer, der immer an die Wiedervereinigung geglaubt hat", doch er habe manchmal gezweifelt, ob diese nach 25 Jahren gelungen sei. Immerhin spreche man beispielsweise noch immer von den "neuen Bundesländern". Sein Weggefährte Schramm zeigt sich im Gespräch mit inFranken.de indes beeindruckt von Protzners "großem sozialen Herzen". So habe er Jahre lang aufopferungsvoll seine schwerkranke Frau, die Ärztin Maria Seifert-Protzner, gepflegt. "Wolfgang Protzner war eine markante Persönlichkeit in Kulmbach", resümiert Henry Schramm zum Schluss.