• Corona-Situation im Landkreis Kulmbach bleibt angespannt
  • Region seit Tagen mit höchstem Inzidenzwert Deutschlands
  • Landratsamt geht auf möglichen Auslöser ein - "wäre zu einfach"
  • "Zur Wahrheit gehört auch ...": Sprecher verweist auf PCR-Test-Angebot

Im Landkreis Kulmbach gibt es derzeit die meisten Corona-Neuinfektionen in ganz Deutschland. Die Region hat seit mehreren Tagen den bundesweit höchsten 7-Tage-Inzidenzwert. Mit 1471,4 hat der Kreis Kulmbach am Donnerstag (18. August 2022) einen fast doppelt so hohen Corona-Wert wie der Kreis Kassel (792,0), der die zweithöchste Inzidenz der Republik aufweist. inFranken.de hat nachgehakt, was die Gründe für die vielen Neuinfektionen sind.

Kulmbacher Bierwoche als "Superspreader-Event"? Behördensprecher mit erneutem Statement: "Wäre zu einfach"

Als möglichen Auslöser für die hohen Infektionszahlen sehen viele die Kulmbacher Bierwoche, die vom 30. Juli bis 7. August stattfand. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist der 7-Tage-Inzidenzwert im Landkreis Kulmbach seit dem Ende des beliebten Volksfests deutlich gestiegen. Seit dem 8. August liegt die Inzidenz stets jenseits der 1000er-Marke. 

Laut dem Kulmbacher Landratsamt gebe es allerdings nach wie vor keinen unwiderlegbaren Beleg, der die Bierwoche als Hauptursache für den Corona-Anstieg ausfindig macht. "Auch wenn angesichts steigender Inzidenzen derzeit viele das Bierfest als 'Superspreader-Event' auszumachen glauben, ist das nicht zu beweisen", teilte Dieter Witterauf vom
Büro des Landrats inFranken.de bereits vor einer Woche mit. Überall, wo Menschen auf dichtem Raum zusammenkämen, könnten sich demnach Ansteckungen ergeben - etwa bei Großveranstaltungen wie Festivals, Konzerten oder Sportevents.

In einem erneuten Statement vom Donnerstag (18. August 2022) verweist der Sprecher des Landratsamts darauf, dass die Kulmbacher Inzidenzwerte nicht erst mit Beginn des Bierfests rapide zugenommen hätten, sondern bereits vor dem Fest sehr hoch gewesen seien. "Am 29. Juli beispielsweise wurde ein Inzidenzwert von 1188,6 gemeldet", berichtet Witterauf. "Es wäre daher zu einfach, die Kulmbacher Bierwoche als alleinigen Grund für die hohen Werte verantwortlich zu machen", konstatiert der Behördensprecher. Laut seiner Schilderung trage das Fest gewiss seinen Teil zu den gestiegenen Corona-Fallzahlen bei, sei aber sicherlich nicht der einzige Faktor.

"Zur Wahrheit gehört auch ...": Kulmbacher Landratsamt verweist auf PCR-Test-Angebot

"Weder steigende noch fallende Inzidenzwerte in den Sommermonaten sind mit letzter Gewissheit zu erklären", teilt Witterauf inFranken.de mit. Als mögliche Erklärungsansätze nennt er gleich mehrere Aspekte. "Auch hier ist zuvorderst das Entfallen jedweder Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens zu nennen." Der Wegfall fast aller Corona-Maßnahmen habe allgemein zu einem veränderten Verhalten und vor allem zu einem deutlich geringeren Schutzverhalten vieler Menschen geführt. "Bewährte Maßnahmen, wie Maske tragen und Abstand halten, haben in der Gesellschaft und im täglichen Leben deutlich an Bedeutung verloren", hält der Sprecher fest.

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"Die Corona-Arbeitsschutzverordnung ist ausgelaufen." In vielen Betrieben gebe es inzwischen weder Masken- noch Testpflicht oder sonstige Einschränkungen. "Die Menschen haben mehr Kontakte und zugleich ist eine höhere Mobilität messbar." Auch die neue, hoch ansteckende Omikron-Subvariante BA.5 trage zum massiven Anstieg der Corona-Neuinfektionen bei. "Ebenso der bei vielen Bürgern nachlassende Schutz durch die bereits länger zurückliegende Impfung."

"Zur Wahrheit gehört auch, dass sich der Wert der 7-Tage-Inzidenz allein aus bestätigten PCR-Testungen speist", gibt Witterauf zu bedenken. Laut seiner Auffassung müsste daher ein Vergleich zwischen den einzelnen Gebietskörperschaften berücksichtigen, ob und wie viele PCR-Testungen im Verhältnis zur Bevölkerung stattgefunden haben. "In dem Zusammenhang mag das breite und leicht zugängliche PCR-Test-Angebot, das insbesondere das BRK in Kulmbach macht, eine Rolle spielen", erklärt der Sprecher des Kulmbacher Landratsamts.  

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