Das Thema ist dem Ministerpräsidenten wichtig, das spürt man. Am Ende der Pressekonferenz kommt er nochmals auf das Thema zu sprechen, das ihn bereits bei seiner Ankunft beschäftigt hat - die Idee eines Nationalparks im Frankenwald.
Bis Mitte Juli soll eine Entscheidung fallen - man wolle ernsthaft bewerten, aber nicht gegen den Willen der Bürger entscheiden. Genau das hat er am Vormittag bei seiner Ankunft auch den Waldbauern und Holzverarbeitern gesagt, die vor dem Kulmbacher Rathaus protestiert hatten - mit Transparenten, unübersehbar.


Ein Video vom Besuch des bayerischen Kabinetts in Kulmbach gibt es hier.

Horst Seehofer nimmt sich Zeit, mit ihnen zu sprechen - er möchte Befürchtungen nehmen und falschen Informationen entgegentreten, auch am Nachmittag vor der Presse im Bürgerbüro der Stadt.
Zuvor allerdings hatte er Kommunalpolitiker und Rathausmitarbeiter mehrfach zum Jubeln und Beifallklatschen gebracht - etwas, was Regierungssprecher Rainer Riedl nach eigenem Bekunden in den vergangenen 15 Jahren noch bei keinem derartigen Termin erlebt hat.

Die Bereitschaft des Kabinetts, einen neuen Hochschulcampus der Universität Bayreuth im Bereich Lebensmittel und gesunde Ernährung in Kulmbach anzusiedeln, bewertete der sichtlich bewegte Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) anschließend als "historische Entscheidung".


Kulmbach bekommt Hochschul-Campus - so schnell wie möglich

Eine kräftige, starke Einheit soll es werden - und keine Scheinlösung, betont Horst Seehofer auf Nachfrage. Das Konzept soll so schnell wie möglich umgesetzt werden - "und für die Finanzierung sorgen wir dann schon", verspricht der Ministerpräsident.

Ein Projekt, das Kulmbach auch verfolgt hatte, wird dagegen nun in Bayreuth umgesetzt: der Medizincampus Oberfranken. Wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erläuterte, können damit Humanmediziner künftig ihre Ausbildung am Klinikum Bayreuth absolvieren. Dazu werde die bereits bestehende Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Erlangen vertieft.
14 sogenannte Grüne Zentren gibt es bereits in Bayern - in Bamberg und Kulmbach sollen zwei weitere entstehen. Die Staatsregierung möchte dort Behörden, Einrichtungen und Organisationen aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft an einem Standort bündeln. Dadurch soll die Zusammenarbeit aller Akteure verbessert werden.


Programm für Staatsstraßen

Und für die Teile Oberfrankens, in denen die ICE-Trasse Nürnberg - Erfurt gebaut wurde, wird ein Programm aufgelegt, um die in Mitleidenschaft gezogenen Staatsstraßen wieder zu sanieren.



Seehofer zieht eine positive Bilanz für Oberfranken, wo man den Mut besitze, Projekte aufzugreifen, deren Umsetzung das Kabinett begleiten könne. Er betont, aus seiner Sicht habe die Staatsregierung das Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern zu schaffen, weitgehend erreicht.