"Das ist eine Ehre, die man sich erarbeiten muss und nicht erkaufen kann: Das macht mich besonders stolz." Firmeninhaber Claus Krumpholz kann sich glücklich schätzen, denn er ist in jener Riege nur einer von drei Oberfranken - neben dem Kronacher TV-Hersteller Loewe und der Sonnefelder Kinderwagenmarke Hartan.
Der 50-jährige gelernte Schmied hatte 1982 im Familienunternehmen angefangen, 2003 übernahm er die Leitung. "Es ist sehr schwer, auf einen derart hohen Qualitätsstandard zu kommen, aber noch schwerer, diesen zu halten." Das sah offenbar auch Florian Langenscheidt so. Der Verleger gibt das hochrangige Markenkompendium heraus. "Innovative und nachhaltige Werkzeuge, die nicht nur in puncto Technik, Verarbeitung und funktioneller Ästhetik Standards setzen", lobte Langenscheidt in seiner Laudatio Inhaber Claus Krumpholz und seine Mitstreiter. Die Grafengehaiger sind übrigens der einzige Gartengeräte- und Werkzeughersteller im 250 Fir men umfassenden Kompendium.


1799 fing alles an

Und es ist einer mit Vergangenheit. Der Name "Guttenberger Hammer" suggeriert es bereits: Hier reicht die Schmiede-Geschichte weit zurück, bis ins Mittelalter. Als der Erste aus der Familie, Johann David Krumpholz, das Anwesen im Jahr 1799 für damals 1000 Gulden kaufte, war es verwahrlost. Krumpholz brachte seinen neuen Besitz mit viel Anstrengung auf Vordermann und begründete damit die Familientradition.
Mittlerweile steuert die achte Generation um Claus Krumpholz und seinen Sohn Claus junior, der Maschinenbau studiert, die Geschicke. "Wir machen Werkzeuge aus echtem Schrot und Korn. Die kauft man nicht einfach nur, man investiert in sie. Und nicht selten werden sie noch an die nächste Generation vererbt", betont Krumpholz. Abnehmer ist ausschließlich der Fachhandel. "Den brauchen wir, damit nicht nur bei der Produktion die hohe Güte gewährleistet ist, sondern sich auch der Kunde sicher sein kann, dass er entsprechend beraten wird."


Bekannt bis Japan und Russland

Mittlerweile vertreiben die Grafengehaiger ihr Sortiment nicht mehr nur im Inland und dem europäischen Ausland (vor allem Österreich, Schweiz, Polen und Tschechien), sondern haben sich auch Marktanteile in Japan und Russland gesichert. Die Vertriebswege sind einfacher geworden, sagt Krumpholz, und auch in Asien schätzt man offenbar noch immer deutsche Wertarbeit.
Und Innovationen. Zur Palette gehören unter dem Schmiedehammer ausgeformte Spaten für verschiedene Böden, aber auch ungewöhnlichere Kombinationen wie die "Spaufel" als Mischung aus Spaten und Schaufel sowie der "Spork", eine in England entwickelte Verquickung von Spaten und Gabel. Eine Eigenkreation ist der "Gartendisk": eine runde Scheibe, wahlweise an einem kürzeren oder längeren Eschenstil. "Damit lässt sich Jäten und Bodenbearbeitung in einem Arbeitsgang erledigen." Krumpholz griff dabei die Idee eines Hamburger Gartenfreundes auf.
Gefertigt werden die Werkzeuge mittlerweile aus Schwedenstahl, allerdings immer noch wie anno dazumal an Amboss und Esse. Die Hämmer in der Schmiede werden ökologisch mit Wasserkraft angetrieben, der Große und der Kleine Rehbach helfen bei der Energiegewinnung. Bis vor 60 Jahren trieben sie die Schmiedehämmer noch direkt an. "Heute produzieren wir mit dem Wasser den Strom für unsere Maschinen."
Damit ein solches Familienunternehmen nicht in schwerer See an den Klippen des Weltmarktes zerschellt, ist es wichtig, gute Partner an Bord zu haben. Claus Krumpholz' Vater Georg hatte noch zu kämpfen mit China-Importen. "An eine Expansion war da nicht zu denken. Er hat die Firma am Leben erhalten, mehr war fast nicht möglich." Als Sohn Claus 2003 übernahm, war ihm klar: Es braucht sehr viel Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit.
Nach und nach hat sich die Familie neue Kundenkreise erschlossen - mit Erfolg. Das Rezept: klein bleiben und auf Qualität setzen statt Masse. "Zum Glück kann ich mich auf meine Mitarbeiter verlassen", lobt der Chef sein 15-köpfiges Team. Es sei nicht immer leicht gewesen, gute Auszubildende zu finden, aber auch hier hat sich die Schmiede einen guten Namen erworben. Der Beweis: Lehrling Hagen Mund hat in der Sparte Metallverarbeitung als Bester in Oberfranken abgeschlossen.