• Klinikum Kulmbach wendet sich an ASB Kreisverband Kronach
  • Sterbenskranker Palliativ-Patient möchte noch einmal bei seiner Familie sein
  • Hoffnung und Rückschlag: Koordinatorin erfährt seine Geschichte
  • "Geschlaucht, aber glücklich": Team holt Stefan nach Besuch wieder ab

Anstelle die Weihnachtszeit mit seiner Familie zu genießen, muss der krebskranke Stefan (Name vom ASB Kreisverband Kronach geändert) auf der Palliativstation des Klinikums Kulmbach leben - und überleben. Die Hoffnung auf eine Entlassung bestehe nicht, so die Kenntnis von Silke Tannhäuser vom Kronacher ASB. Stefans großer Wunsch deshalb: "Noch einmal einen Tag zu Hause bei seiner Familie verbringen", heißt es in einem Bericht am Montag (23. Januar 2023). 

ASB-Wünschewagen bringt Patient von Kulmbach nach Hause - Rückschlag folgte nach Höhen und Tiefen

Weil Stefan aus dem Landkreis Kronach komme, habe sich das Klinikum Kulmbach an das Wünschewagen-Team des Kronacher ASB gewandt. Koordinatorin Tannhäuser habe Stefan dann im Beisein seines Sohnes auf der Station besucht. "Ich habe gemerkt, dass ihm der Gedanke, einfach noch einmal heim zu können, Auftrieb gibt. Er sagte, er würde sich wahnsinnig freuen", so Tannhäuser.

Mehrere Jahre begleite ihn der Krebs schon. Aufs und Abs habe er durchlebt, nach der Besserung seines Zustands habe er Hoffnung bekommen, "doch ein Rückschlag hat ihn so krank und schwach gemacht, dass er jetzt auf der Palliativstation ist. Trotz allem ist Stefan ein offener, positiver Mensch geblieben", so Tannhäusers Eindruck.

Mit einer festinstallierten Schmerzpumpe und der Einwilligung der Ärzte stand dann der Fahrt nach Hause nichts mehr im Wege. Zwei Ehrenamtliche des ASB hätten ihn dann am Tag vor Weihnachten schon vormittags abgeholt, um ihm eine möglichst lange Zeit bei Frau und Kindern zu ermöglichen. "Wir ließen ihn alleine dort und tauschten die Handynummern, um auf Abruf bereit zu sein", erklärt Tannhäuser.

"Durchschnittlich eine Tour im Monat" -  Auslandsreise steht bald an

Strahlend ließ er sich mit dem ASB-Team - das herzlich aufgenommen worden sei - und seiner Familie fotografieren. "Der Abschied fiel schwer", habe Tannhäuser von den Abholbeauftragten erfahren. "Er war geschlaucht, aber glücklich." Nun blicke er auf kommende Besuche seiner Familie im Klinikum Kulmbach. Stefan sei einer von vier Menschen, denen der ASB Kreisverband Kronach in der Weihnachtszeit Wünsche erfüllt habe. "Durchschnittlich haben wir eine Tour im Monat, in der Ferienzeit etwas mehr", informiert die Projektkoordinatorin.

"Bis jetzt haben wir jeden Wunsch, der erfüllbar wahr, erfüllen können." Silke Tannhäuser wisse, dass für ein anderes Team des Wünschewagen Franken/Oberpfalz bald sogar ein Verwandtschaftsbesuch nach Italien anstehe.