Landrat Klaus Peter Söllner (FW) ist mit der Arbeit des Kreisjugendamts sowie der Arbeit der Landkreisjugend, des Kreisjugendrings und des Kinder- und Jugendkulturzentrums "Alte Spinnerei" sehr zufrieden. Sie laufe auf hohem Niveau, das stellte der Landrat bei der Sitzung des Jugendhilfeausausschusses Montagnachmittag deutlich heraus.

Die Arbeit, die das Kreisjugendamt gegenwärtig zu leisten habe, sei aber aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen und mit Blick auf die Hilfe für unbegleitet, minderjährige Flüchtlinge nicht ganz einfach.

Kreisjugendamtsleiter Klaus Schröder verwies darauf, dass der Beginn des Jahrs 2016 immer noch im Zeichen des Zuzugs von geflüchteten Jugendlichen und Familien gestanden habe, doch inzwichen haben man den "Katastrophenmodus" verlassen können.


Mehr Fälle

Die Anliegen, Notlagen und der Bedarf von Familien und jungen Menschen im Landkreis Kulmbach hätten aber auch abseits der besonderen Problemstellungen um neu zugewanderte Menschen das Kreisjugendamt beschäftigt. Kreisjugendamtsleiter Klaus Schröder: "Tendenziell nehmen die Familien, die Unterstützung suchen und einfordern, weiter zu." Das finde seinen Niederschlag unter anderem bei der Inanspruchnahme ambulanter Hilfen der Kinder- und Jugendhilfe. Die durch die Gesetzgebung auferlegte Verpflichtung, junge Menschen und Familien zu unterstützen, Fehlentwicklungen auszugleichen und das Kindeswohl zu schützen, lässt dem Jugendamt kaum Spielraum.


Bedenkliche Entwicklung

Gerade der Blick auf die im zurückliegenden Jahr ans Jugendamt gerichteten Gefährdungshinweise stimme Kreisjugendamtsleiter Klaus Schröder und sein Team nachdenklich: "Hierbei muss dann aber auch die Frage gestellt werden, ob nur die Sensibilität für das gesunde Aufwachsen von Kindern zugenommen hat oder ob wir bereits auf eine bedenkliche Entwicklung zusteuern."

Kinder- und Jugendhilfe ist nach den Worten des Jugendamtsleiters längst keine Armenfürsorge oder bloße Instanz für Problemfälle mehr: "Das, was Jugendhilfe leistet, wird nicht selten unterschätzt. Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Jugendhilfe kann man vielleicht daran ermessen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass in Deutschland mittlerweile mehr Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe als in der Automobilindustrie beschäftigt sind."

Im Vollzug des Unterhaltsvorschussgesetzes ist es dem Kreisjugendamt gelungen, bei der Rückholquote mit knapp 56 Prozent einen Spitzenwert unter den bayerischen Jugendämtern zu erzielen.

Das Angebot im Bereich der Kindertagesbetreuung im Landkreis Kulmbach bezeichnete Schröder als gut und erwähnte dabei auch das Projekt "Sprachmittler- und Dolmetscherdienste in Kitas" mit einer Fachkraft, das vom Freistaat Bayern im letzten Jahr mit knapp 30 000 Euro gefördert wurde. Leicht gestiegen ist die Anzahl der Jugendgerichtshilfefälle gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent. Während der Anteil der Körperverletzungsdelikte um etwa 25 Prozent zurückgegangen ist, fällt jedoch der Anstieg der Betäubungsmitteldelikte negativ auf. So haben sich die Fallzahlen seit 2013 etwa verdreifacht.

Einen umfangreichen Jahresbericht legte Jürgen Ziegler für die Landkreisjugendarbeit und den Kreisjugendring vor. Ziegler schloss dabei auch das Kinder- und Jugendkulturzentrum "Alte Spinnerei" mit einDabei betonte er die sehr erfolgreiche Kooperation der beteiligten Partner. Durch dieses Organisationsmodell könnten viele Ressourcen gebündelt und Synergieeffekte genutzt werden.



Erfolgreiche Betreuung

Ein Erfolgsmodell sei auch das Landkreis Spielmobil, das im letzten Jahr an 126 Tagen im Einsatz war. Auch das Sommerferienprogramm könne sich sehen lassen. Gut angenommen werde auch die Ferienbetreuung für Kinder mit Eltern mit Zeitnöten. Mit Stolz vermerkte Ziegler, dass 70 Betreuer zur Verfügung stehen, die im letzten Jahr rund 4000 Stunden Betreuungsarbeit leisteten.

Mit 11 709 Übernachtungen war das Jugendtagungshaus Wirsberg auf sehr hohem Niveau ausgelastet.
Stefan Lehner berichtete dem Jugendhilfeausschuss von der ebenso erfolgreichen Arbeit des Kinder- und Jugendkulturzentrums "Alte Spinnerei": "Das A und O unserer Arbeit ist der Kontakt zwischen den Menschen: Der durch nichts zu ersetzen ist."