Dichtes Gedränge in der Innenstadt, meterlange Warteschlangen vor der Eisdiele und Liegewiesen, deren Anblick an eine Sardinenbüchse erinnert.

Sie denken jetzt, ich rede vom Sommer 2019? Weit gefehlt - diese Szenarien sind aktueller denn je und beweisen einmal mehr, dass viele Menschen den Kanal voll vom Coronavirus und den damit verbundenen Verhaltensregeln haben. Die AHA-Formel (Abstand halten, Hygienevorschriften einhalten und Alltagsmaske tragen) ist bei den meisten zur EGAL-Formel geworden.

Ich bin zwar ein sehr kontaktfreudiger Mensch, aber ein Erlebnis erst kürzlich im Supermarkt würde ich gern als "Muss ich nicht wieder haben" abstempeln.

Ich stand an der Kasse und wartete geduldig darauf, meinen Einkauf bezahlen zu können, als ich plötzlich einen Luftzug im Nacken spürte, der definitiv nicht von der Klimaanlage kam, sondern von der Person hinter mir, die es mit den eineinhalb Metern Abstand nicht sehr genau nahm und deren Maske offensichtlich kein Mund-Nasen-Schutz, sondern ein Hals-Kinn-Schutz war. Als ich mich umdrehte und freundlich bat, Abstand zu nehmen, schien die betroffene Person völlig überrascht von meinem Anliegen.

Auch wenn es inzwischen einige Lockerungen gibt und die warmen Sommertage uns raus locken: Corona ist noch nicht überstanden. Und auch wenn es irgendwann mal so sein sollte: Könnten wir das mit dem Mindestabstand bitte so beibehalten?