In Thurnau wird gebaut - an allen Ecken und Enden. Derzeit reißt die Firma Schwender Energie- und Gebäudetechnik auf den Grundstücken mit der Flurnummer 20, 21, 24, 26, 26/2 und 28 im Bereich Oberer Markt bestehende Gebäude ab. Die Abbruchgenehmigung ist bereits erteilt worden. Zwei Mehrfamilienhäuser sollen in diesem Bereich gebaut werden. Der Marktgemeinderat Thurnau winkte den Antrag ohne Diskussion durch. Über die Gestaltung der Häuser möchte sich Hans Schwender noch gesondert mit den Räten auseinandersetzen, hatte der Bauherr ausrichten lassen. In jedem Fall sollen sich die Mehrfamilienhäuser in das Gesamtbild am Oberen Markt einfügen. Auch ein Fußweg und eine kleine Mauer werden im Zuge der Neugestaltung angelegt. Darüber solle der Marktgemeinderat gesondert befinden, erklärte Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) das Prozedere.
Doch nicht nur diesem Großprojekt standen die Thurnauer Räte positiv gegenüber, sondern auch zahlreiche andere Anfragen und Anträge bekamen grünes Licht. Die Bauvoranfrage der Eheleute Kerstin und Jürgen Müller, auf dem Grundstück mit der Flurnummer 115 in Thurnau ein Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage errichten zu dürfen, wurde einstimmig befürwortet. Außerdem möchte Monika Kober in Putzenstein ein Gästehaus errichten. Grundsätzlich erteilten die Gemeinderäte auch dieser Maßnahme, die sich im Außenbereich befindet, die ihr Einvernehmen. Unproblematisch war zudem der Bauantrag von Horst Müller. Er möchte in Alladorf einen Anbau an sein Wohnhaus errichten samt freistehender Doppelgarage mit Satteldach und Überbau einer Flachdachgarage.


Rathaussanierung

Bei der jüngsten Sitzung des Gremiums beschäftigten sich die Räte mit der Sanierung des alten Rathauses. Die Fensterarbeiten gehen an die Schreinerei Erwin Wölfel aus Wonsees-Kleinhül. Die heimische Schreinerei hatte mit einem Preis von 54 491 Euro das günstigste Angebot abgegeben und blieb ziemlich genau im Rahmen der Kostenschätzungen. Diese lagen bei 54 000 Euro.
Deutlich unter den Schätzungen lag die Firma Näther und Hübner aus Thurnau. Sie bekamen den Zuschlag für die Innenputzarbeiten am Rathaus zu einem Angebotspreis von 43 362 Euro. Bei der Ausschreibung der Aluminiumarbeiten allerdings erlebte der Markt eine unliebsame Überraschung. Denn nur eine Firma gab überhaupt ein Angebot ab - und das lag zudem noch deutlich über dem veranschlagten Preis. Aus diesem Grund nahmen die Räte die Ausschreibung zurück und wollen einen neuen Versuch starten.



Gemeinderat in Kürze

Ausgleichsfläche
Für den Badersbach soll ein Retentionsraumausgleich geschaffen werden. Der Auftrag wurde bereits an die Firma Heiß aus Stadtsteinach vergeben; Kosten: 120 000 Euro. Die Ausgleichsfläche soll dafür sorgen, dass das Wasser nicht mehr ungebremst Richtung Ortsmitte abfließt. Veit Pöhlmann (FDP) regte an, zu prüfen, ob im Winter auf dieser Fläche eine Eisfläche angelegt werden kann. Vorteil gegenüber dem Thurnauer Schlossweiher wäre, dass das Wasser nicht so tief wäre, so dass die Fläche möglicherweise schnell gefrieren würde.

Busbahnhof Auf dem Gelände des neuen Busbahnhofes sollen sechs Straßenlampen aufgestellt werden. In der ursprünglichen Planung waren lediglich vier Laternen vorgesehen. Der Markt Thurnau schloss mit der Bayernwerk AG einen Vertrag. Die Kosten für die neuen Laternen belaufen sich auf rund 13 600 Euro. Veranschlagt waren für die ursprünglich vier Laternen 14 280 Euro. Die gesamte Neugestaltung des Busbahnhofes in Thurnau kostet 600 000 Euro. Der Markt Thurnau zahlt nur zehn Prozent Eigenanteil, der Rest wird aus Fördertöpfen finanziert.

Förderoffensive Der Markt Thurnau stellt den Antrag, dass die Sanierung der gemeindeeigenen Gebäude in der Ortsmitte von Limmersdorf in die Förderoffensive Nordostbayern aufgenommen werden sollen. "Bisher war alles, was wir gemacht haben, Flickwerk. Wenn wir Förderung bekämen, könnten wir das Haus wieder einer Nutzung zuführen", sagte Erwin Schneider (FW-ÜWG). Auch CSU-Gemeinderat Jürgen Kieslich bezeichnete die Beantragung von Fördermitteln als Chance.

Haushalt Das Landratsamt Kulmbach hat sowohl den Haushalt des Marktes als auch den der Marktwerke genehmigt. Das Amt hat die Investitionshöhe der Marktwerke auf maximal 775 130 Euro festgelegt.