Im Rahmen der Brandschutzwoche probten 230 Feuerwehrmänner den Ernstfall.
Unfall in der Wasserhalle der Gemüsefarm Scherzer-Boss: Techniker haben Reparaturarbeiten durchgeführt, hantierten dabei mit Chemie-Konzentraten. Durch eine Reaktion in der Vorhalle wurden starke Dämpfe erzeugt. Ein Arbeiter löste Alarm aus. Schnell eilte die Betriebsleitung der Gewächshäuser zum Schadensort und stellte fest, dass die Wasserhalle völlig verqualmt ist. Außerdem ist ein beißender Geruch vorhanden. Die Mitarbeiter sind in Gefahr. Wie viele Personen sich in der Halle befinden, ist völlig unklar. Schnell alarmierte die Betriebsleitung die Feuerwehren. Da Feulersdorf an der Landkreis-Grenze liegt, rückten Feuerwehren aus Kulmbach, aus Lichtenfels, Bamberg und Bayreuth an.
"Es wird nicht leicht sein, die verschiedenen Wehren zu koordinieren. Die Zusammenarbeit ist eine Herausforderung", erklärte Kreisbrandinspektor Siegfried Zillig.
Das Horrorszenario, das sich Kreisbrandinspektor Stefan Heidenreich mit seinem Team für den Probealarm ausgedacht hat, ist damit aber noch nicht am Ende: Denn in den Gewächshäusern sollte der Erntebetrieb in vollem Gang sein: wie an jedem normalen Samstag. 72 Mitarbeiter sind im Einsatz. Über die Be- und Entlüftungsanlage könne eine viel zu hohe Kohlendioxidkonzentration in die Gewächshäuser gelangen. Kurzum: Die Gewächshäuser müssen so schnell wie möglich evakuiert werden.
BRK und THW kamen vor Ort. Das THW baute ein Versorgungszelt auf.
Schon nach wenigen Minuten fuhren die ersten Wehren vor: Kleine Wehren, die mit Traktor und Anhänger kamen und die bei einem solchen Horrorszenario nur wenig hätten ausrichten können.
Die Einsatzleitung übertrug den Ersteinsatzkräften die Abschnittskoordination. Markus Zillig war für die Brandbekämpfung zuständig, Hans-Jürgen Brietzke von der Freiwilligen Feuerwehr Fesselsdorf leitete Abschnitt 2. Für die Wasserförderung war Martin Degen von der Freiwilligen Feuerwehr Hollfeld zuständig. Und das THW koordinierte die Personenrettung eigenständig.
"Ich bin von der Wehr in Fesselsdorf. Für uns kleine Wehren ist die Koordination und der Ablauf nicht ganz einfach. Ich bin mit acht Leuten da - mit einem Anhänger", sagte Brietzke.