Wegen des Erwerbs, des Handels, der Einfuhr, des Besitzes und der Abgabe von Drogen verurteilte ihn das Amtsgericht in Kulmbach am Dienstag zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis.
Eigentlich wäre er noch bis 2020 unter Führungsaufsicht gestanden. Doch das hinderte den 41-Jährigen nicht, zur Finanzierung seiner eigenen Sucht mit Crystal zu dealen. Meist in Kleinstmengen, teilweise sogar unter einem Gramm, kaufte und verkaufte der Angeklagte die Droge. Die Übergaben fanden dabei meist in Privatwohnungen statt. In einem Fall überließ der Angeklagte einem anderen Kleinstmengen an Crystal als Gegenleistung für Fahrdienste. In einem anderen Fall ging es nicht um Crystal, sondern um Cannabis-Produkte. Im Dezember 2015 wollte der Angeklagte Crystal in einem Päckchen zu einem Abnehmer nach Berlin schicken, die Polizei konnte die Post abfangen, das Geld dafür war allerdings bereits überwiesen worden.
Lediglich eine Fahrt nach Tschechien im September 2015, bei der er zehn Gramm Crystal erworben haben soll, ließ der Mann über seinen Verteidiger Karsten Schieseck aus Bayreuth bestreiten. Auch eine weitere Tschechien-Fahrt, bei der er zwei Gramm Crystal erworben haben soll, habe so nicht stattgefunden. Er habe stattdessen nur 0,2 Gramm erworben und noch an Ort und Stelle konsumiert. Tatsächlich wurde der Angeklagte auf der Heimfahrt ohne Ergebnis kontrolliert. Allerdings stellten die Beamten damals fest, dass der Angeklagte längst keinen Führerschein mehr besaß. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann deshalb neben den Drogendelikten auch Fahren ohne Führerschein vor.
Sein Mandant sei nach der Entlassung aus der Haft noch immer süchtig gewesen, so dass er auf Erwerb und Verkauf von Crystal angewiesen war, um seine Sucht finanzieren zu können, so der Verteidiger. Aktuell lebe der Angeklagte seit mehreren Wochen abstinent und sei bemüht, seine seit Jahren andauernde Sucht in den Griff zu bekommen.