32 Jahre lang hat soeben frisch gebackene Neunzigjährige bei Ricolor in Pölz gearbeitet - bis zur Rente. "Mein Mann Leopold war Angestellter in der Spinnerei", erzählt sie. Aber auch nach ihrem Ausscheiden aus der Firma Ricolor lässt sie der Betrieb nicht los. Im Gegenteil: Es gibt noch heute familiäre Bande zur Firma.


Schwiegersohn ist der Chef

Denn der Schwiegersohn der Jubilarin - Thomas Mayr-Kiessling - und Tochter Claudia sind die Inhaber der legendären Frühstücksbrettchen-Firma in Pölz. Sie halten die Tradition hoch und haben die Firma zu beachtlichem Erfolg geführt. Denn momentan erleben die Frühstücksbrettchen im Fünfziger Jahre Stil eine Renaissance.
Nur ein Brettchen nicht, zeigt die Jubilarin und lacht schelmisch. Und dieses "streng limitierte Brettchen" ziert ihr eigenes Konterfei. "Die Brettchen haben wir zum 90. Geburtstag gemacht - als Einladung.
Und die passenden Untersetzer natürlich auch noch dazu", verrät Thomas Mayr-Kiessling augenzwinkernd. "Das war so eine Überraschung. Ich habe nichts gewusst", freute sich die Jubilarin offenkundig.
Elisabeth Gärtner feierte im Hause ihrer Tochter. Die ganze Familie kam zusammen. Gärtner hat zwei Töchter - Gabi und Claudia - vier Enkel: Jürgen, Michaela, Florian und Julia. Und auch die sieben Ur-Enkel gaben der Jubilarin die Ehre und feierten mit ihr ihren 90. Geburtstag.
Elisabeth Gärtner selbst kommt eigentlich aus Rattwitz in Schlesien. 1945 kam sie nach Buchau. "Wir waren dann in Bechtlesreuth, danach habe ich geheiratet und kam nach Mainleus", erzählt die Jubilarin, die inzwischen seit drei Jahren verwitwet ist.
Für sie ist Mainleus längst zur Heimat geworden. Und auch mit 90 Jahren hat sie sich noch viele Hobbys bewahrt. Denn Lisbeth Gärtner liebt es, für die ganze Familie zu kochen. "Bis vor einigen Jahren habe ich immer freitags gekocht", erzählt sie. Ihre Spezialität waren Rouladen mit Blaukraut und selbst gemachten Klößen.


FC Bayern und 1. FC Nürnberg

Sie strickt für die ganze große Familie - Socken und Schals. Und dann gibt es noch eine Leidenschaft. "Ich mag Fußball - ich verpasse kein Spiel des FC Bayern", erzählt Lisbeth Gärtner fröhlich. Doch auch für den 1. FC Nürnberg und für Dortmund hat sie einiges übrig.
Natürlich feierte nicht nur die Familie mit der Jubilarin. Der stellvertretende Landrat Jörg Kunstmann überbrachte die Glückwünsche des Landkreises. Und auch der Mainleuser Bürgermeister Dieter Adam ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren.