Die beiden Babykatzen sind sicher verstaut in einer Box und maunzen, als Angelika Enzmann die Fellbündel aus dem Heck des Transporters hebt und zu Jutta Lindner in die Praxis trägt. Die Tierärztin wartet bereits auf die stellvertretende Tierheimleiterin und die angekündigten Zwerge, die wegen Katzenschnupfens behandelt werden müssen. Medizinische Routine, eine Angelegenheit von einer halben Stunde.

Dass aber Angelika Enzmann die Samtpfoten überhaupt transportieren konnte, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, seit das Fahrzeug des Tierschutzvereins Kulmbach buchstäblich in Rauch aufgegangen ist. Das hoffnungsblaue Vehikel, mit dem "Geli", wie sie von allen genannt wird, bei der Tierärztin vorfährt, trägt zum Erstaunen mancher den Aufdruck "Tierherberge Pfaffenhofen". "Die Mitglieder dort waren so nett, uns das Fahrzeug zur Verfügung zu stellen. Der Tierschutzbund hat sich dankenswerter Weise eingeschaltet und die Leihgabe ermöglicht, nachdem man mitbekommen hat, was uns widerfahren ist."

Geistesgegenwärtig reagiert

Widerfahren - das ist tiefgestapelt. Es hätte schlimm ausgehen können, was sich am 28. Oktober auf der Fahrt vom Tierheim in Heinersreuth nach Kulmbach abspielte. Angelika Enzmann ist, wie meist drei Mal pro Woche, Richtung Kulmbach unterwegs, weil Tiere geimpft oder untersucht werden müssen. Auch bei dieser Fahrt hat sie Katzen an Bord. Auf Höhe der Dr.-Stammberger-Halle bemerkt sie einen beißenden Geruch, wenige Hundert Meter weiter nahe der Polizeiinspektion sieht sie im Rückspiegel weiße Schwaden, die sie erst für Nebel hält - bis sie registriert, dass es Rauch ist - und dass ihr Transporter die Ursache dafür ist. "Ich habe schon mal gesehen, wie ein Auto brennt - und wie fix das geht."

Sie steuert den zehn Jahre alten Renault an den Straßenrand vor der Stadtbücherei, steigt aus, hievt die Katzen raus und bringt sich und die Tiere in Sicherheit. Die alarmierte Feuerwehr kann nur noch die Reste des kokelnden Motorblocks löschen. Ende Gelände, und der Verein steht ohne Vehikel da. Für den Vorsitzenden des Tierschutzvereins, Wolfgang Hain, ist besonders schmerzlich, dass das Auto erst drei Wochen zuvor noch wie "brandneu" aus der Werkstatt kam. Der Grund: ein Marderbiss. "Wir haben da nochmals einiges an Geld hineingesteckt und sogar neue Reifen gekauft." Das investierte Geld ist futsch; immerhin hat die Versicherung den Zeitwert von 2300 Euro erstattet.

Vielfältige Einsätze

Und jetzt? "An einem neuen Auto führt kein Weg vorbei", sagt Wolfgang Hain. Aber woher nehmen wenn nicht stehlen? "Fest steht: Ohne eigenes Fahrzeug ist unser Betrieb nicht aufrecht zu erhalten", bestätigt auch Angelika Enzmann. "Es geht nicht nur um die Fahrten, bei denen wir geplant Tiere an Bord haben: Wir haben Müll wegzufahren und Kompost, müssen Futter holen in großen Mengen - oder eben auch mal Fundtiere aus den entlegensten Ecken des Landkreises. Unsere Privatfahrzeuge eignen sich dazu selten, weil sie einfach das Transportvolumen nicht haben oder nicht die nötigen Sicherungen für die Tiere."

Ein neuer Untersatz

Deshalb mussten die Verantwortlichen des Vereins in den sauren Apfel beißen und sich nach einem rollenden Untersatz umschauen. Der muss geräumig genug sein, um auch mehrere (große) Hunde auf einmal kutschieren zu können. "Mittlerweile ist ein Fahrzeug bestellt, das über die für uns passende Sonderausstattung verfügt", sagt Wolfgang Hain. Die Wahl fiel auf einen neuen VW Caddy. Kostenpunkt: rund 21000 Euro - viel Geld für den Verein. Ende Januar rechnet Hain damit, dass das Fahrzeug genutzt werden kann.

Den Wünschen angepasst

Derzeit wird der Transporter noch für die Zwecke des Tierheims mit speziellem Schutzgitter und vielem mehr nachgerüstet. "Ein neues Auto war natürlich nicht im Haushalt vorgesehen", bestätigt Wolfgang Hain. "Ohne Spenden hätten wir uns das schwer überlegen müssen. Dass es ein neues Fahrzeug ist, hat freilich mehrere Vorzüge: Zum einen haben wir Garantie drauf, zum anderen können wir es nach unseren Wünschen ausstatten."

Bei den gebrauchten Autos, die dem Verein angeboten wurden, hätte man deutliche Abstriche in der Funktionalität machen müssen. Und es wäre eben über kurz oder lang auch wieder mit Reparaturen zu rechnen gewesen, die uns zusätzliches Geld gekostet hätten."

Spendenverein Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen Fränkischer Tag, Bayerische Rundschau, Coburger Tageblatt, Saale-Zeitung und Die Kitzinger sowie ihre zahlreichen Internetangebote (unter anderem das Zeitungsportal www.inFranken.de) jeden Tag unzählige Menschen. Das nutzt die mgo, um Hilfsbedürftigen in ganz Franken zu helfen.

Geschichte Seit 2009 gibt es daher den Spendenverein "Franken helfen Franken". Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an gemeinnützige Organisationen und in Not geratene Menschen in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die Mediengruppe Oberfranken.

Spendenkonto Alle Spenden sind steuerlich absetzbar. Geld spenden kann jeder per Überweisung auf das Konto mit der Nummer: IBAN DE 62 7705 0000 0302 1945 01, BIC BYLADEM1SKB bei der Sparkasse Bamberg (Verwendungszweck: Tierschutzverein Kulmbach).

Information Wer sich ausführlich über den Verein "Franken helfen Franken" und seine Arbeit informieren möchte, kann dies tun auf der Homepage des Vereins unter der Adresse www.franken-helfen-franken.de.