Über einen Kreisverkehr an der Auffahrt zum Klinikum wurde schon oft debattiert. Jetzt bringt der Kraftfahrer-Schutz Kulmbach (KS) das Thema wieder auf den Tisch. Aus Sicherheitsgründen sollte ein Kreisel gebaut werden, sagt Vorsitzender Reinhard Baumgartner, der mit Blick auf die bevorstehende Erweiterung des Kinikums ein höheres Verkehrsaufkommen erwartet.


Eifrige Diskussion

Es ist ein Vorschlag, über den auf Facebook eifrig diskutiert wird. Befürworter wie auch Gegner melden sich zu Wort. "Ein Kreisel würde da definitiv was bringen", hat Heike Rittmeier geschrieben. "Hier würde ein Kreisel endlich mal Sinn machen", meint Volker Haueis. "Warum so viel Kohle für nichts rausschmeißen?", fragt indes Christian Reichl und verweist darauf, dass noch keine größeren Unfälle passiert sind.
"Wer kann uns den wirklichen Nutzen eines Kreisels darlegen?", lautet die Frage von Uschi Fischer. Und Susann Sniegon hat als Kreisel-Befürworterin Bedenken: "Kommt der Rettungsdienst dann noch so schnell über die Kreuzung?"


"Autofahrer verwirrt"

Ob der Kreisverkehr an der ohne Frage unübersichtlichen Stelle sinnvoll ist? Nein, sagen die Fachleute. Wie Polizei-Verkehrsexperte Michael Kofer mitteilt, seien es gerade die Tatsachen, dass die Situation unübersichtlich sei, dass Autofahrer verwirrt würden und oft nicht wüssten, wer Vorfahrt hat, die die Kreuzung relativ sicher machten. "Die Unsicherheit lässt Vorsicht walten", sagt Kofer, der sich an keinen schweren Unfall erinnern kann, der sich dort ereignet hat.


Hohe Kosten, wenig Nutzen

Dass der Bau eines Kreisels eine riesige Summe Geld verschlingen würde, glaubt Fahrlehrer Jürgen Schautzgy, der diesen auch mit Blick auf die Kosten für "nicht unbedingt nötig" erachtet. Schautzgy macht deutlich, dass es ja eine Vorfahrtsregelung gibt, die für Fahrschüler zwar eine Herausforderung, aber nachvollziehbar sei. Der Rettungswagen komme bei Blaulicht-Fahrten zudem problemlos über die Kreuzung, und auch die, die mit der Vorfahrtsregelung nicht zurechtkommen, fänden eine Lösung: "Die fahren eben erst, wenn alles frei ist."
Dass Rettungsfahrzeuge, die bei Notfällen ausrücken, ohne größere Schwierigkeiten in die Hofer Straße einbiegen können, stellt auch BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold fest. Generell seien Verbesserungen wünschenswert, doch könne er sich zum Kreisel-Wunsch nicht äußern. "Dafür müsste ich erst die konkreten Pläne sehen."


Das sagt das Klinikum

Und was sagt die Klinikum-Leitung? Geschäftsführerin Brigitte Angermann ist gegen einen Kreisel, auch "weil die Leute mit der Situation zurechtkommen". "Alle fahren langsam, es passiert vergleichsweise wenig", sagt Angermann, die glaubt, dass ein Kreisel eher noch zu Stauungen führen würde. "Und wenn der Rettungswagen im Stau stünde, dann wäre das eine Katastrophe." Dass das Verkehrsaufkommen zunehmen wird, denkt sie nicht "weil wir nach der Erweiterung ja auch nur 30 Betten mehr haben". Sie glaubt vielmehr, dass sich durch das neue Parkhaus der Parkplatz-Suchverkehr verringern und die Kreuzung so entlastet wird.

"Das Thema wurde schon mehrfach diskutiert. Wir werden es jetzt nicht wieder aufwärmen", sagt OB Henry Schramm (CSU), der die Meinung vieler Experten teilt. "Wir sind mit der Kreuzung in den letzten Jahren gut gefahren. Jeder passt auf, jeder fährt umsichtig. Es ist eine Situation, die wir uns andernorts oft wünschen würden."