Welpen, Welpen, Welpen - die Wurfkiste ist voll: Im Motschenbacher Zwinger vom Seeliggrund gab es zum ersten Mal Nachwuchs. Es war Bohnes erster Wurf - und gleich ein großer Wurf. Um die Hundemutter herum quietscht und wimmelt es. 13 kleine weiß-braune Bündel balgen sich und wollen gefüttert werden. In ein paar Wochen schon werden sie große Deutsch-Kurzhaar-Jagdhunde sein.

Ein Blick zurück: Wie berichtet, ist Bohne, fünf Jahre alt, ein preisgekrönter Jagdhund. Deshalb kamen Tino und Michaela Eber aus Motschenbach auf die Idee, Deutsch-Kurzhaar-Jagdhunde zu züchten. Als Erste im Kreis Kulmbach. Der Deutsch-Kurzhaar-Verband (DKV) stellte dem neuen Zwinger eine Genehmigung aus.

Rüde aus Forchheim

Als Jäger weiß Tino Eber, worauf es ankommt: "Wir wollen gute Jagdhunde züchten: edel, leistungsstark und zuverlässig." Der Schreiner baute die Wurfkiste selber, und im Mai ging es los. Die Hündin - vollständiger Name: Bohne vom Gehlsbach aus Lübz, Mecklenburg - wurde in Forchheim gedeckt. Der Rüde, ausgestattet mit der höchsten Verbandsprüfung, heißt Jester Anjules.

Das Ergebnis ist beachtlich. Zwischen zwei und zwölf Welpen seien zu erwarten, hieß es. Bohne legte noch einen drauf: Es sind fünf Buben und acht Mädchen geworden. Geburtsgewicht zwischen 250 und 490 Gramm. Allen geht es gut.

Ersatzmama mit Flasche

Gut eine Woche sind die Welpen jetzt alt. Die Hundemutter hat kaum eine Verschnaufpause und tut, was sie kann. Bohne kann jedoch immer nur acht der kleinen Racker gleichzeitig säugen. Für die anderen ist Ersatzmama Michaela zuständig, die ihr Nachtlager neben der Wurfkiste in der Wohnung aufgeschlagen hat. "Ich muss laufend mit der Flasche füttern", sagt sie.

Die Welpen entwickeln sich prächtig. Acht Wochen bleiben sie in der Motschenbacher Kinderstube. Dann werden sie große Jagdhunde sein und von ihren neuen Eigentümern aus Deutschland und - einer - aus Österreich abgeholt. "Wir hatten europaweit Anfragen, aus Ungarn, Holland, Tschechien oder Polen", erzählt Tino Eber, "und sogar aus den USA hat sich jemand gemeldet."

Alle Welpen sind schon vergeben

Alle Welpen sind schon vergeben - ausschließlich an Jäger. "Das sind keine Hunde, mit denen man entspannt spazieren gehen kann. Die wollen arbeiten und ausgelastet sein", erklärt Zuchtwart Oliver Schwarm. Vom ersten Wurf bleibt ein Mädchen in Motschenbach: Anni vom Seeliggrund.

Optisch verändern sich die Welpen noch. Was jetzt weiß ist, wird grau-gefleckt, genau wie bei der Mutter und beim Vater. "Schimmel heißt es in der Fachsprache", sagt Michaela Eber.

Wenn der DKV-Zuchtwart aus Coburg demnächst die jungen Hunde begutachtet und im Zwinger vom Seeliggrund vorbeischaut, dürfen wir wieder dabei sein. Dann sind die Welpen zirka fünf Wochen alt und bekommen ihre Papiere.