Die Bewohner am Steinloch in Veitlahm wissen, was es heißt, wenn einem buchstäblich die Felle hinterm Haus davonschwimmen. Vor allem bei Starkregen standen die Bürger in den vergangenen Jahren den Wassermassen des Öfteren hilflos gegenüber. Das Regenwasser schoss sturzbachartig zu Tal; der Geländeeinschnitt mit den Betonstufen zwischen den Häusern konnte die Tausende Liter binnen kurzer Zeit nicht fassen und verschlimmerte die Situation für die Anlieger eher noch.

So naturnah wie möglich

Damit soll bald Schluss sein, denn die Gemeinde Mainleus baut momentan an einem Hochwasserschutz für die bedrohten Areale am Steinloch. Bei einer Baustellenbegehung erläuterten Bürgermeister Dieter Adam und Dieter Wagner, Geschäftsführer der ausführenden Planungsgesellschaft iplan, die Maßnahme.
Ein Bagger hat oberhalb der Bebauung bereits eine lange Mulde aus dem Erdreich herausgearbeitet. "In dieser soll sich bei Starkregen das talwärts fließende Wasser sammeln und kontrolliert in Richtung Straße abgeführt werden", erläutert Dieter Adam. Dabei soll die Hochwasserfreilegung so naturnah wie möglich und mit so wenig Betoneinsatz wie nötig erfolgen.

1150 Liter pro Sekunde

In der Straße Am Steinloch selber führen die Bauarbeiten tiefer in den Untergrund. Laut Dieter Wagner werden entsprechende Rohrquerschnitte gewählt, um Regenwasser gefahrlos für die Bevölkerung abzuführen. "Der Kanal kann in der Spitze bis zu 1150 Liter pro Sekunde aufnehmen", sagt der Ingenieur. Beim Einbau müssen zudem die vorhandenen Wasserleitungen anders verlegt werden.
Dafür wird dann im September die Straße gesperrt. "Wir wollen es möglich machen, dass die Gräben im Boden abgedeckt werden und so die Anlieger zumindest in den Abendstunden und an den Wochenenden mit dem Auto zu ihren Häusern gelangen." Mit einem Ende der Baumaßnahme, die etwa 200 000 Euro kosten soll, rechnet Wagner Mitte oder Ende Oktober.

Die Eiche muss weichen

Dieses Datum wird eine der mächtigen Eichen in der Straße wohl nicht mehr erleben. Der mehr als 100 Jahre alte Baum macht sich zwischen zwei Häusern breit und hat seine Wurzeln weit in den Straßenuntergrund gegraben. Dieter Adam habe sich mit der Unteren Naturschutzbehörde über die Fällung des Gehölzes geeinigt. "Es ist sicher schade um den Baum. Aber es steht fest: Um die Kanalarbeiten auszuführen, müssen einige der Wurzeln gekappt werden. Damit aber wiederum wäre die Standsicherheit der Eiche nicht mehr gewährleistet."