Es war vergnüglicher, unterhaltsamer Theaterabend, den Regisseurin Christiane Ahlhelm vom "Ensemble Peripher" aus Holzkirchen am Samstag den Besuchern im "Das Baumann" mit dem Stück "Die Tür nebenan" bot. In dem Zwei-Personen-Stück zeigten Bernd Berleb und Lydia Starkulla in eineinhalb Stunden schauspielerische Höchstleistungen - ohne eine einzige Unterbrechung.

Dem Autor Fabrice Roger-Lacan ist mit seinem aktuellen Stück ohne Zweifel ein Volltreffer gelungen. Bereits sein erstes Stück "Der Krawattenclub" war ein großer Erfolg in Paris und brachte ihm eine Nominierung beim Prix Molière ein.

Sie können sich nicht ausstehen

Das "Ensemble peripher" zauberte eine spritzige Komödie voller Witz und Sentimentalität auf die Baumann-Bühne, und das nur mit spärlichen Requisiten: mit einer Klapptrage, die auch als Tür, eben dieser "Tür von nebenan", verwendet wurde, und zwei einfachen Klappstühlen. Es ist ein Stück mit einem ungewöhnlichen Happy End. Sie - Lydia Starkulla, Schauspielerin und zugleich auch Regisseurin - ist Psychologin, liebt die Ruhe, kann es nicht so mit ihren Mitmenschen. Er - Bernd Berleb - ist Marketingchef und verkauft Joghurt. Er dröhnt sich gerne mit klassischer Musik zu. Beide wohnen auf dem selben Stockwerk und können sich nicht ausstehen.

Die Türen knallen

Jede flüchtige Begegnung artet in eine beherzte und mitunter auch köstliche Diskussion voller Anschuldigungen und Unterstellungen aus, bei der auch schon mal die Türen knallen.

Beide suchen die große Liebe und merken, dass das in dem Alter gar nicht mehr so einfach ist. Die Frage ist: Wie soll denn der perfekte Partner aussehen? Kurzerhand machen sie sich heimlich im Internet auf die Suche. Was für sie feststeht: Er sollte auf jeden Fall das Gegenteil des bekloppten Nachbarn sein. Am Ende stellen sie dann nahezu unbemerkt eine 99-prozentige Übereinstimmung fest. Als sie schließlich glauben, ihren Seelenverwandten gefunden zu haben, können sie nicht anders, als dieses romantische Glück sofort dem Nachbarn unter die Nase zu reiben. Natürlich nur, um die wechselseitige Abneigung zu bekräftigen und sich gegenseitig eins auszuwischen. Und dennoch kommt es zum Happy End für beide.

Mit der Komödie zeigt der Autor das Gefühlschaos von Singles über 40, die beruflich längst erwachsen geworden sind, aber immer noch wie zwei naive Teenager nach einer Erfüllung in ihrem Leben suchen.