Es ist viel los auf der Deponie in Kirchleus. Tonnenweise kippen riesige Lkw Bauschutt dort ab: Immer wieder fahren und kippen - so geht es zu an diesem Donnerstag. Die Sonne brennt, die trockene Erde staubt. Ein zwölf Tonnen schwerer Radlader muss ständig den Bauschutt verteilen. Am Steuer sitzt Marco Ruppert aus Kirchleus, der normalerweise ganz allein fährt - außer heute. Denn heute sitzt Emilie daneben und schaut ihrem Papa über die Schulter. Es ist Girls' Day - ein bundesweiter Aktionstag, an dem Mädchen in Männerberufe schnuppern.

Emilie hatte Lust, einmal ihren Vater, der als Deponiewart arbeitet, an diesem Tag zu begleiten. "Schön", sagt Emilie. Ihr gefalle es gut - vor allem mit so großen Maschinen zu fahren, mache ihr Spaß. Der Staub, der von jedem einzelnen Lkw aufgewirbelt wird, der auf die Deponie fährt, stört sie dabei nicht.
"Emilie soll mal sehen, wie das so ist", sagt Marco Ruppert schließlich auch. So wie der 36-Jährige machen es viele an diesem Tag: Sie nehmen die Tochter zur Arbeit mit.

Aber es gibt auch Mädchen, die ohne ihren Papa zur Arbeit gehen und verschiedene Betriebe besuchen. Saskia Faltenbacher aus Himmelkron zum Beispiel. "Ich hab' schon eine Treppe gebaut", sagt die Zwölfjährige stolz. Saskia schnuppert mit fünf anderen Mädchen beim Wohnmobil-Hersteller Frankia in Marktschorgast rein. Hier gibt es unterschiedliche Abteilungen. Saskia ist bei Lydia Franke in der Schreinerei, wo die Innenausstattung der rollenden Wohnungen gebaut wird. Und das macht ihr Spaß.

Eine Abteilung weiter sind Annett Engelhardt aus Helmbrechts und Anna Ruckdeschel aus Schwarzenbach am Wald in der Polsterei beschäftigt. Hier werden die bequemen Teile für die Wohnmobile hergestellt. Das Arbeitsklima gefalle ihnen gut, sagen die beiden 16-Jährigen. "Ich finde es schön, dass uns hier alles erklärt wird", lobt Anna.

Teresa Klotz wird Brauerin

Auch in der Kulmbacher Brauerei ist am Girls' Day was los. Vanessa Barthelmann und Clara Thümling wollten unbedingt den Beruf des Brauers näher kennen lernen. "Meine Pate ist auch Bierbrauer, ich wollte mal sehen, was der so macht", erzählt die zwölfjährige Vanessa aus Speichersdorf. Bier durfte sie zwar noch nicht probieren, aber wenigstens weiß sie jetzt, wie der Gerstensaft entsteht. Clara, die aus Marxgrün bei Naila kommt ist bereits 16 - und darf schon Bier trinken. Hat sie an dem Tag zwar nicht, aber auch sie könnte sich den Beruf durchaus vorstellen.

Die beiden Mädchen hatten dabei ein ideales Vorbild zur Seite: Teresa Klotz ist auf dem besten Weg, Brauer- und Mälzerin zu werden. Noch ist sie in Ausbildung, da müsse man gut in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie und Chemie sein, sagt die 19-Jährige. Sie hat es aber bald geschafft, sich in einer Männerdomäne zu etablieren. Braumeister Thomas Schmitt jedenfalls stellt ihr ein super Zeugnis aus: "Die ist richtig gut!"