Der geplante Umbau der ehemaligen Gaststätte "Schwarzes Ross" war auch in der März-Sitzung des Gemeinderats das brennende Thema. Das Planungsbüro Gründer Kirfel aus Bedheim hatte auf Basis des Vorschlags des Kreisbaumeisters und Saalbefürworters Andreas Schülein eine weitere Variante ausgearbeitet. Jetzt muss die Diakonie entscheiden.

Bei den Nachbarn ist der neue Vorschlag für den Umbau des ehemaligen Gasthauses bereits durchgefallen. Denn bei der neuen Planungsvariante würden die Mindestabstandsgrenzen nicht einhalten. Bei Gesprächen mit Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) hatte der Nachbar signalisiert, dass er sich seine Fenster nicht verbauen lassen will. Auch gegen die Saalnutzung im Allgemeinen hat er massive Einwände, denn der Zugang zum Saal würde direkt unterhalb seines Schlafbereiches vorbeiführen.


Nicht mehr behindertengerecht


Aus diesem Grund hat der Architekt die Planungen weiter modifiziert. Der Zugangsbereich wurde vom Nachbarhaus weggerückt. Dies aber hätte zur Folge, dass die Flure im Bereich des Aufzugs nur noch 1,5 Meter breit und damit nicht mehr behindertengerecht wären.

Die modifizierten Planungen, die eine Unterbringung der Diakonie und den Erhalt des Saales unter einen Hut bringen sollten, wurden bereits bei der Regierung von Oberfranken vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass das Gebäude Höhenunterschiede aufweist, die überbrückt werden müssten. Aus diesem Grund seien ein Terrassenvorbau und ein Wintergarten nötig.

"Wir haben die Variante 1b noch nicht mit der Diakonie besprochen. Aber sie will sich vor der Bürgerversammlung am 21. März im Musikheim entscheiden", erläuterte der Bürgermeister. "Nach der Bürgerversammlung teilen wir das Ergebnis der Regierung von Oberfranken mit, und diese entscheidet dann über die Förderung." Niemand könne dem Gremium vorwerfen, "dass wir nicht alle Anregungen aufgenommen und alles versucht haben, die verschiedenen Wünsche zu erfüllen", sagte Steinhäuser. "Aber es ist doch niemandem geholfen, wenn wir eine halbherzige Sache machen. Jeder rät von einer Doppelnutzung ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Diakonie solche Kompromisse macht, es ist doch viel Geld im Spiel", sagte Klaus Amschler (CSU).


Kontroverse Diskussion


Bernd Steinhäuser betonte, dass die Umsetzung der neuen Planungsvariante 5,5 Millionen Euro kosten würde (die bisher favorisierte Variante 2, bei der der Saal-Trakt abgerissen werden soll, ist auf 3,25 Millionen Euro veranschlagt). "Wir müssen jetzt auch mal den zeitlichen Aspekt bedenken und vorankommen", so der Bürgermeister. Auf keinen Fall dürfe man rsikieren, dass die Diakonie als Hauptnutzer wegbreche. "Wenn das passiert, dann fangen wir wieder von vorne an."

"Die Diakonie entwickelt sich doch gut. Wenn wir die Fläche mit dem Saal verbauen, verhindern wir schon jetzt jede Weiterentwicklung", kommentierte Hans Lauer (CSU) die neuerliche Variante. "Wir sollten uns durch den Erhalt des Saales nicht knebeln. Eine Doppelnutzung ist schlecht, keiner wird glücklich", sagte Roland Hübner (CSU).

"Jetzt entscheidet der Nutzer, also die Diakonie", sagte Norbert Groß (CSU). Auch mit der AOK Coburg habe sich der Markt Kasendorf bereits in Verbindung gesetzt. Die Kasse ist für die Genehmigung der Seniorentagespflege zuständig. Auch die AOK sehe bei der Doppelnutzung Konfliktpotenzial und rate dazu, die gemeinsam genutzten Bereiche möglichst klein zu halten.

"Wir sind jetzt an einem Punkt, wo einfach jeder feststellen muss, dass es nicht funktioniert, den Saal zu erhalten", argumentierte Florian Horner (FW). Jetzt muss der Verlauf der Bürgerversammlung abgewartet werden.


Gemeinderat in Kürze


Umbau Keine Einwände hatte der Marktgemeinderat gegen einen geplanten Wohnhausum- und anbau in Peesten. Die Abstandsflächen werden eingehalten.

Die Gemeinderäte haben um eine Verlängerung der Frist für die Abgabe einer Stellungnahme zur Fortschreibung des Regionalplans Oberfranken-Ost gebeten. Im Entwurf sind Naturschutzvorbehaltsflächen im nahezu komplette Gemeindegebiet vorgesehen. Vor einer Stellungnahme fordert der Markt eine genaue Aufklärung über mögliche Beeinträchtigungen bei künftigen Planungen.

Verkehr Der Markt Kasendorf möchte das Anwesen Peesten 31 abreißen und dadurch die Verkehrssituation verbessern. Allerdings ist eine Hangsicherung nötig, die fast 300 000 Euro kosten würde. Das Gremium fasste den Entschluss, zwei Planungsvarianten bei der Förderoffensive Nordostbayern-Oberfranken einzureichen. Vorgesehen ist auch eine Neugestaltung der Flächen neben der Straße.

Bauplatz Der Markt Kasendorf wird keine Ortsabrundungssatzung in Azendorf erlassen, um einem Interessenten eine Bebauung in der Nähe der Kläranlage zu ermöglichen. Das Landratsamt Kulmbach hatte festgestellt, dass der Wunsch-Bauplatz nur 70 Meter von der Kläranlage entfernt liegt, gefordert ist ein Abstand von mindestens 300 Metern. Außerdem sei mit Lärm- und Geruchsbelästigungen zu rechnen. Wenn der Interessent sich trotzdem für eine Bebauung interessieren sollte, könne er ein Gutachten auf eigene Kosten erstellen lassen.

Krippe In der vorangegangenen Sitzung hat der Gemeinderat acht zusätzliche Krippenplätze in der Kita "Arche Noah" anerkannt. Der Intensivraum des Kindergartens sollte zu einer provisorischen Kinderkrippe umfunktioniert werden. Doch jetzt stellte sich heraus, dass es schon 13 Anmeldungen gibt. Das Provisorium soll deshalb im Bauzimmer untergebracht werden. "Wir müssen uns über kurz oder lang aber auf jeden Fall mit einer Neubaumaßnahme befassen", sagte Bürgermeister Bernd Steinhäuser.

Zuschuss Der Diakonieverein Kasendorf-Wonsees erhält für die Betreuungsgruppe einen freiwilligen Solidaritätszuschuss von 1774 Euro.

Wasser Ein Landwirt möchte einen Brunnen in Peesten bohren. Der Geeinderat genehmigte das Vorhaben.

Fluchtwege Das Fluchtwegekonzept in der Kasendorfer Schule muss modifiziert werden. Im Neubau ist eine weiteren Fluchttür nötig. Außerdem müssen Stahlpodeste errichtet werden. Die Firma Dörnhöfer hat dem Markt jetzt ein Angebot unterbreitet. Die Kosten belaufen sich auf 39 000 Euro.