Die Fachschule für Fleischerei- und Lebensmittelverarbeitungstechnik verabschiedete 48 Fleisch- und Lebensmittelverarbeitungstechniker
Die Verarbeitung von Fleisch- und Lebensmitteln wird immer wichtiger. In diesem Schuljahr verfolgten die Schüler viele verschiedenartige Forschungsideen. Gemeinsam mit Firmen aus ganz Deutschland wurde nach Möglichkeiten zur Salzreduktion gesucht. Die Schüler verwendeten dabei gecoatetes, also ummanteltes Kochsalz. Im Auftrag der Plassenburg Kelterei versuchten die Nachwuchskräfte die Containerwaschstation zu rationalisieren. Die Schüler entwickelten neue Geschmacksrichtungen für Kartoffelchips und neue Mehrfrucht-Multivitamin-Säfte. Sie probierten aus, wie sich verschiedene Fette auf Backwaren auswirken.
Vielseitige Arbeit
Doch damit nicht genug: Die Betätigungsfelder waren breit gefächert. An der Fachschule in
Kulmbach wurde Kautabak gepresst, die Gärfähigkeit von Quitten untersucht, ein fränkisches Guinness kreiert oder "Pulled Veal", also hauchzartes Kalbfleisch, das langsam gegart wird, hergestellt. Es ging um die Optimierung verschiedenartiger Produktionsprozesse - und in diesem Bereich vor allem darum, haltbare Produkte, ungekühlt haltbare Wurstwaren zu entwickeln.
Aranka Kopp aus Großkarolinenfeld und Manuel Siegele aus Welzheim haben im Auftrag der Firma Visko Teepak aus Hamburg das Projekt "UVC-Oberflächenentkeimung von Slicerware" bearbeitet. Dabei ging es darum, auf Chemie zu verzichten. Für die Arbeit verlieh ihnen Heinrich-Wilhelm Böhme und Rüdiger Hell von der Firma Visko Teepak den Günter-Fries-Preis.
Der Günter-Fries-Preis fördert seit vielen Jahren Nachwuchskräfte aus dem Bereich Fleischtechnik. Er ist mit 3000 Euro dotiert.
Preisträger aus der Fleisch
Der Leiter des beruflichen Schulzentrums, dem die Fachschule für Fleischerei- und Lebensmittelverarbeitungstechnik angehört, Alexander Battistella, freute sich über den Erfolg der Schüler. Allerdings kommen nur zwei der Absolventen aus dem Landkreis Kulmbach. Der beste Schüler des Bereichs Fleischtechnik in diesem Jahr schaffte in den Abschlussprüfungen einen Notendurchschnitt von 1,38: Urs Kesselring kommt aus Zezikon in der Schweiz. Ebenfalls hervorragende Ergebnisse konnten Timo Naser (Würzburg, 1,52), Stefan Andreas (Büttstedt, 1,95) und Zeljka Dragas (Bamberg, 2,33) vorweisen.
Im Bereich Lebensmittelverarbeitungstechnik hatte Susanne Brochmann aus Oberbachern mit einem Durchschnitt von 1,27 die Nase vorn. Auch auf Platz zwei und drei behaupteten sich Absolventinnen: Julia Gerauer aus Neufraunhofen erzielte einen Durchschnitt von 1,41 im Abschlusszeugnis, Karina Wüst aus Retzstadt einen Durchschnitt von 1,5. Gleichauf mit der Drittplatzierten lag Sebastian Seurer aus Immenrath. Marcus Schröder aus Naila wurde für einen Durschnitt von 1,7 ebenfalls ausgezeichnet. Sie erhielten ein hochwertiges Messer. Außerdem werden die Techniker mit dem Meisterpreis gefördert: 1500 Euro für die erfolgreich absolvierte Ausbildung.
"Sie erhalten heute ein Zeugnis, das Ihnen neue Türen öffnet. Ab heute dürfen Sie sich Techniker nennen. Der Titel Techniker ist eine Berufsbezeichnung, die mit Stolz und Würde tragen können", betonte Battistella zum Abschied.
Landrat Klaus Peter Söllner zollte den Absolventen Respekt. Auch er setzt auf die Kooperation mit der Hochschule. Fredi Schwägele vom Max-Rubner-Institut prophezeite den Technikern eine beruflich erfolgreiche Zukunft. Viele Firmenvertreter nutzten die Abschiedsfeier, um die Projekte, die die Schüler im Laufe des Schuljahres bearbeitet hatten, vorzustellen.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Bojana Blohmann (Klavier) und Vera Schamberger (Gesang).