Das noch junge Projekt "Solawi" ist gut aus den Startlöchern gekommen. Die Mitglieder der vor rund zwei Monaten gegründeten "Solidarischen Landwirtschaft" und weitere Interessen an der ökologischen Wirtschaft von Gärtnerei und Patersberghof trafen sich kürzlich zum Jahresrückblick und zur Vorschau auf 2019.

Es gibt noch Anteile

Schnell konnte jeder Anwesende nachvollziehen, welch eine Unterstützung das gemeinsame Tragen einer kleinen ökologischen Gärtnerei und Landwirtschaft darstellt. Wurde bisher oft unter Mindestlohn geschuftet, so gibt es durch die regionale und sichere Vermarktung vor Ort durch die "Solawi"-Abnehmer für beide Betriebe Erleichterungen.

Die Gärtnerei hat bisher 55 Produktanteile vergeben. Der Patersberghof könnte mit Milch und Milchprodukten sowie mit Kartoffeln, Brot und etwa zweimal pro Jahr Fleisch) 200 Anteile vergeben. Bisher sind davon 36 in Anspruch genommen.

Wer höchste Bio-Qualität, Regionalität und Fairness bei der landwirtschaftlichen Produktion verbinden möchte, kann gern noch der "Solawi" beitreten. Aber auch die Gärtnerei kann ausgebaut werden, sobald mehr Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Erst in jüngster Zeit möglich wurde die die muttergebundene Kälberaufzucht. Die Kälber können bei ihren Müttern bleiben, und es zeigt sich, dass jene Tiere sich deutlich robuster entwickeln und auch die Kühe entspannter sind.

Allerdings gibt es auch ein größeres Problem: Die Anschaffung neuer Fressgitter ist dringend notwendig, da die 13 Kühe, die ihre für sie so wichtigen Hörner lebenslang behalten dürfen, in den bisherigen Gittern immer beengt "einfädeln" und heraus müssen. Die über 20 Jahre alten Gitter wurden damals mangels Alternative eingebaut. So werden wohlwollende Spender gesucht, um die nicht im geplanten Etat tragbare Investition von 6500 Euro stemmen zu können. 1000 Euro konnten schon gesammelt werden.

Auf Hochtouren laufen mittlerweile die Vorbereitungen in der Käserei des Hofes. So wird es bald mehr Auswahl aus eigener Produktion geben. Ab Februar wird eine neue Käserin eingelernt und ab März ist auch Unterstützung in der Landwirtschaft in Aussicht.

Endlich ist es nun auch möglich, dass die Milch, die nicht direkt am Hof ihre Verarbeitung findet, im speziellen Bio-Milchlaster abgeholt wird. Bisher wertete sie die konventionell erzeugte zwar auf, kam aus logistischen Gründen der Molkerei aber in den normalen Milchtank.

Die enorme Trockenheit 2018 stellte auch für die hiesige Gärtnerei und den Hof die größte Herausforderung des Jahres dar: Tägliche Bewässerung in der Gärtnerei in bis dato unvorstellbaren Dimensionen erbrachte zwar dennoch eine erstaunlich gute Ernte. Doch musste für die Tiere über die Hälfte des Futters zugekauft und mit der Winterfütterung schon im August, statt wie sonst üblich im November, begonnen werden. Es wuchs einfach kein Gras mehr auf den Wiesen. Auch die Getreideernte fiel rar aus.

2018 konnten viele Praktikanten die Arbeit in der Gärtnerei und in der Landwirtschaft kennenlernen. Nun werden am Patersberghof die Vorbereitungen getroffen, um die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb zu erwerben. Das Ziel ist es, jungen Menschen Einblicke in die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise zu ermöglichen.

"Eine wirkliche Zukunft"

Das Schlusswort von Jungbauer Christian Jundt sei auch der Abschluss dieses Textes: "Das Leben im und am Hof ist nicht immer einfach" so Jungbauer Christian Jundt. "Dennoch ist es etwas Schönes, einen 30 Jahre lang aufgebauten landwirtschaftlichen Betrieb nicht aufgeben zu müssen, sondern fortführen und weiter entwickeln zu können. Der Gedanke solidarischer Landwirtschaft und Gärtnerei ist entscheidend. Mit ihm geht es in der Praxis in eine wirkliche Zukunft."red