Pandemie hier, Ukraine-Krieg da. Es sind zwei global einschneidende Entwicklungen, die auch den Alltag in Deutschland bestimmen. Und die viele Veranstalter in diesem Jahr vor die Frage stellen: Feiern wir oder nicht? Eine Frage, die die Organisatoren großer Events in diesen Wochen treffen müssen, um das Fest dann auch vorbereiten zu können. Wie der Stand der Dinge in Kulmbach ist? Wir haben nachgefragt.

Zurück zur Normalität?

Dass die Bundesregierung in Sachen Corona die weitgehende Rückkehr zur Normalität anstrebt, die tiefgreifenden Einschränkungen ab dem 20. März fallen sollen, das wird begrüßt. Dass der Bundestag den Gesetzesentwurf verabschiedet und Bayern der Vorgabe dann auch folgt, hoffen die Organisatoren kleiner wie großer Feste im Landkreis Kulmbach. So auch Michael Korn, der das Volksfest organisiert, das, wie er betont, nach zwei Jahren Pause vom 6. bis 15. Mai endlich wieder auf dem Festplatz am Schwedensteg über die Bühne gehen soll. Die Corona-Regelungen werde man umsetzen, sagt der Bayreuther, der die dramatische Entwicklung in der Ukraine im Blick hat ("Was dort passiert, ist eine Tragödie. Ich hoffe, dass es bald zu einer Einigung kommt"), der aber feststellt, dass man nach zwei Jahren Pandemie versuchen müsse,wieder so etwas wie Alltag einkehren zu lassen. "Und wenn ein Kind in Kulmbach Karussell fährt, dann beeinflusst das ja nicht den Krieg in der Ukraine", sagt Korn, der deutlich macht, dass auch im Sport Großveranstaltungen durchgeführt werden, bei denen sich Leute amüsieren, dass Kinos geöffnet haben und Musicals stattfinden.

20 Schausteller kommen

Die Branche, die unter Corona besonders stark gelitten habe, brauche dringend Einnahmen. "Die Verträge mit der Stadt und mit den Schaustellern sind unterzeichnet", sagt Korn, der betont, dass er und seine Kollegen bereit seien, jegliche Regelungen auf dem Festgelände umzusetzen - auch wenn man die Besucherzahl begrenzen oder Kontaktdaten erfassen müsste. "Wir werden, wenn es unseren finanziellen Rahmen nicht sprengt, alles unternehmen, um die Auflagen zu erfüllen, denn wir wollen das Volksfest unbedingt durchführen." Wie Korn mitteilt, werden sich wie vor Pandemie wieder rund 20 Kollegen mit Fahrgeschäften oder auch Verköstigungsständen auf dem Kulmbacher Festplatz präsentieren.

Bierwoche: die dritte Absage?

Das Fest aller Feste ist die Bierwoche. Ob die Kulmbacher nach zwei Jahren Jahren Pause auf dem Eku-Platz vom 30. Juli bis 7. August wieder die Maßkrüge in die Höhe stemmen können? Die Frage ist noch nicht beantwortet, wie Pressesprecherin Natalia Schöttner mitteilt, die mit einer zeitnahen Entscheidung rechnet.

Altstadtfest: Planungen laufen

Beim Kulmbacher Altstadtfest (1. bis 3. Juli) steht die Ampel derzeit auf Grün. "Wir planen es nach wie vor und werden, falls das die pandemischen oder globalen Gegebenheiten erfordern, rechtzeitig die Reißleine ziehen", sagt der Pressesprecher der Stadt, Jonas Gleich, der auf Anfrage anführt: "Wir haben natürlich immer ein Auge auf die weltweiten Ereignisse und sind durch die letzten beiden Jahre sowieso noch stärker sensibilisiert für mögliche kurzfristige Absagen. Aber zum jetzigen Stand planen wir weiter und gehen davon aus, dass das Altstadtfest wie gewohnt stattfindet."

Die Kerwa-Vorbereitung läuft

Stattfinden soll die Limmersdorfer Lindenkirchweih (27. bis 30. August), nachdem die Platzpaare Corona-bedingt in den vergangenen beiden Jahren nicht auf der Linde tanzen durften. Vor gut vier Wochen wurde der Startschuss für die Vorbereitungen getroffen, sagt das Limmersdorfer Urgestein Veit Pöhlmann. Die Planungen laufen, doch das Fest finde nur unter bestimmten Bedingungen statt. So müsse sichergestellt sein, dass sich die Besucher auf dem Festplatz rund um die Linde ohne Masken und Abstand frei bewegen können.Im Zelt müsse man zur Musik tanzen und schunkeln können. "Auch der Umzug sollte stattfinden", sagt Pöhlmann, der gespannt ist, ob die von der Bundesregierung anvisierten Lockerungen auch in Bayern greifen werden.

Mit einer Zugangskontrolle zum Festplatz könnten die Limmersdorfer leben. "Das könnten wir bei der 2G-Regelung stemmen, bei 2Gplus müssten wir unser aber noch einmal besprechen", sagt Pöhlmann, der aber ohnehin schätzt, dass es im Sommer bei einer niedrigen Inzidenz keine großen Einschränkungen geben wird und deshalb Zuversicht ausstrahlt: "Ich glaube, dass wir unsere Kerwa abhalten können." Pöhlmann hofft, dass der Krieg in der Ukraine Ende August längst beendet ist und die Leute dann endlich wieder Grund und die Möglichkeit haben, auf der Lindenkirchweih ausgiebig zu feiern.