Vor einer Woche hatten wir zur Rettung der Butterbrote aufgerufen - und so wie es aussieht, werden sie nicht aussterben.
Die Ausstechformen, die wir in unseren Geschäftsstellen und im Museumsshop im Mönchshof verkaufen, sind fast schon weg - immerhin waren es 500 Stück. Nahezu jeden Tag erreichen uns zudem Rezeptvorschläge - beinahe 20 davon sammeln sich schon in unserem Redaktionspostfach.
Manche unser Leserinnen erzählen auch kleine Geschichten dazu - eine erreicht uns aus Wirsberg:
"Meine Geschichte zum Rezept: ,Seit 1803 Ihre Bäckerei' - so klang die Werbung für unser eingesessenes Familienunternehmen im Luftkurort Wirsberg. 1943 als dritte Tochter eines Bäckermeisters geboren, wuchs ich wie der "gewünschte" Stammhalter auf, also wie ein Junge.
Ich stand als Kleinkind schon in der Backstube, ging mit meinem Vater, der auch noch Landwirt und Viehhändler war, aufs Feld oder zum Ochsenkopf in den Frankenwald. Mit 14 Jahren begann ich eine Bäckerlehre, die ich erfolgreich abschloss. 1963 lernte ich meinen Mann kennen, Bäckermeister aus Rüsselsheim, und 1965 heirateten wir, um dann 1968 das elterlich Geschäft zu übernehmen.
1989 bekam mein Mann eine schlimme Mehlstauballergie und wir mussten - schweren Herzens - unser Geschäft aufgeben. Erst verpachtet, dann als Wohnhaus mit Schauküche an einen Freund der Familie, Starkoch Alexander Herrmann, verkauft.
Besonders in der Weihnachtszeit, aber nicht nur dann, habe ich Sehnsucht nach den Gerüchen aus meiner Kindheit, den Duft nach Zimt und Plätzchen und dann fange ich an zu backen. Für die Familie, Freunde und Bekannte. Ich habe es schon fertig gebracht bei 30 Grad im Schatten die von allen geliebten Butterbrote zu backen, um nach einem "Grillfest" damit zu überraschen.
Zutaten:
250 g Butterfett
100 g Zucker
50 g Eier
25 g Wasser
400 g Mehl
50 g Kakao
2 g Zimt
1 Prise Salz
2 g Nelken
Zubereitung:
Zutaten zu einem Mürbteig verarbeiten. Eine Stunde kalt stellen. Ausrollen und mit einer viereckigen Ausstechform Butterbrote ausstechen. Auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech bei 160 Grad etwa 10 Minuten backen. Zitronensaft und Puderzucker verrühren und die erkalteten Plätzchen vorsichtig mit einem Messer bestreichen."
Peter Günther schreibt uns: "Butterbrote gehören auch zu meinen Kindheitserinnerungen. Früher in rauen Mengen von meiner Oma hergestellt, dann von meiner Mama, jetzt backe ich sie zusammen mit meiner kleinen Tochter. Ich bin jedoch kein gebürtiger Kulmbacher, ich stamme aus Neuenmarkt! Bestätigen kann ich die Recherche zumindest für Stadtsteinach. Meine Frau kommt von da - und Butterbrote kannte sie vorher auch nicht."
Nachfolgend also die Butterbrot-Variante von meiner Oma, der "Deinzers Käth" (Käthe Deinzer) aus Neuenmarkt:
100 g Butter
100 g Zucker
1 Ei
1 EL Kakao
1/2 TL Zimt
25 g gemahlene Mandeln
250 g Mehl
Teig im Kühlschrank gut durchkühlen ... ausrollen, ausstechen usw. ... ca. 10 Minuten bei 180 Grad backen, dann auskühlen lassen. Die Besonderheit liegt im Guss. Dieser wird aus Puderzucker, Wasser und einem Schüsschen Stroh-Rum angerührt. Alternativ geht natürlich auch Rum-Aroma".
Und Elke Ufer aus Untersteinach berichtet uns: "Vielen Dank für diesen Beitrag. Und noch mehr Dank für die Aktion mit den Ausstechförmchen. In der Familie meines Mannes heißen diese Plätzchen "Butterbröder" ( fränkischer Plural und gleichzeitig Verniedlichung).Stichtag ist bei uns der 1.Dezember, da gibt es die ersten Butterbröder, pünktlich zum Geburtstag eines Familienmitglieds.
Für den Guss gibt es zwei Varianten: Der Helle wird mit etwas Arrak angemacht. Und dann gibt es noch die rote Version, die wird mit Rote-Bete-Saft angerührt.
Ich selbst bin schon seit einigen Jahren auf der Suche nach den Förmchen gewesen. Natürlich ohne Erfolg. Dank Eurer Aktion habe ich mich jetzt mit Förmchen für die ganze Familie und die nächsten Generationen eingedeckt."
Aufruf Es gibt ja nicht nur ein Rezept für die Butterbrotplätzchen. Daher bitten wir unsere Leserinnen und Leser weiter: Schicken Sie uns doch Ihr Butterbrotplätzchen-Rezept! - Unter allen Einsendern verlosen wir kleine Preise und Ausstechformen.
Verkauf Die Ausstechformen können in unseren Geschäftsstellen (Kressenstein und E.C.-Baumann-Straße) für einen Euro erworben werden. Auch im Museumsshop im Mönchshof können die Formen für einen Euro gekauft werden. Der Erlös aus dem Verkauf geht später an einen guten Zweck. Aktuell gibt es noch einige Formen.
Backaktion Am 2. Dezember wird im Museumspädagogischen Zentrum im Mönchshof ein Backnachmittag ab 14 Uhr stattfinden. Nähere Informationen gibt es dazu in Kürze.