Dicht an dicht stehen die Chilipflanzen in Dieter Walthers Gewächshaus nebeneinander. Weitere wachsen in Freiland-Beeten. 48 Sorten Capsicum (so der botanische Name) baut der Burghaiger dieses Jahr in seinem Garten an. Was ein echter Chili-Fan ist, liebt die Abwechslung. "Ich esse gerne Chilis, die ganz scharfen, aber auch mittelscharfe und mildere Sorten. Je nachdem, was ich damit kochen möchte."

Der 55-Jährige ist mit seiner Leidenschaft nicht allein: Sein Nachbar Nenad Pavlovic ist ebenfalls verrückt nach Chilis. Der 38-Jährige hat über 40 Sorten ausgesät. Die beiden tauschen und züchten seit Jahren um die Wette - seit neuestem auch mit mir.


Extravagante Sorten


Wir wohnen alle in derselben Straße und sind über mein Traumgarten AG-Projekt ins Gespräch über die scharfen Früchtchen gekommen. Mit 28 Sorten bin ich zwar noch nicht ganz so gut sortiert wie meine ambitionierten Nachbarn, aber dafür stehen in meinem Beet ein paar extravagante Habanero-Sorten, auf die Kenner - im Wortsinn - scharf sind. Scotch Bonnets beispielsweise und Black Habaneros.

Über eine gute Ernte werden wir uns allerdings dieses Jahr nur freuen können, wenn das Wetter mitspielt. Nenad Pavlovic hat ebenso wie ich kein Gewächshaus für die Pflänzchen, und die hatten im Freiland bislang ein schweres Leben. Im Mai und Juni war es zu kalt, und Dauerregen vertragen Paprika und Chilis auch nicht.

Heiß und sonnig mögen es die Capsicum-Gewächse, doch wenn die Hitze so extrem ist wie in den letzten Tagen, brauchen sie extrem viel Wasser, um nicht schlapp zu machen.


Tauschen, sammeln, verschenken


Wie kommt man zu so vielen verschiedenen Sorten? "Sammeln und tauschen", sagt Nenad Pavlovic. Von guten Sorten, die ihm schmecken, hebt er die Samen fürs nächste Jahr auf. "Ich freue mich auch immer, wenn mir Freunde und Bekannte Gewürzpaprikas aus dem Urlaub mitbringen." Was schmeckt, ob mild oder feurig, wird dann weiter kultiviert.

Manchmal kaufen Nenad Pavlovic und Dieter Walther spezielle Sorten im Fachhandel oder auf Märkten. In diesem Fall kennen sie die genaue Sortenbezeichnung. Bei den von geschenkten oder gekauften Früchten geernteten Samen ist das meist nicht der Fall. Kein Problem: "Wenn wir es nicht genau wissen, geben wir ihnen einfach Fantasienamen."

Und was tun die Chiligärtner mit ihrer Ernte? Die Früchte werden gegrillt, gebraten, gekocht, zu Soßen verarbeitet, eingelegt und getrocknet. Walther mischt seine getrockneten Chilis gern mit Oregano und anderen Zutaten zu einem speziellen Pizza-Gewürz. Er ist überzeugt: "Gekaufte Sachen kommen an Selbstgemachtes nicht dran."

Mehr über Chilis und eine Anleitung für den Anbau im eigenen Garten gibt's im infranken.de-Blog

Die Traumgarten AG mit vielen Themen und Aktionen ist auch auf Facebook.