Das Klima ist ein weniger rauher im Oberland, der Wind pfeift auch an Frühsommertagen manchmal recht heftig und kühl um Anita Heerdegens Haus. Was hier im Garten blüht, muss größere Extreme aushalten als die Blumen und Sträucher im Tal.

Die Rentnerin hat ihren Garten im Guttenberger Ortsteil Eeg an diese Gegebenheiten angepasst: Viele robuste Stauden wachsen in den weit ausladenden Beeten, die jedes Jahr ein wenig größer werden. "Es gibt einfach so viele schöne Pflanzen. Da kommt immer wieder Neues dazu, wenn mir etwas besonders gut gefällt", sagt die 68-Jährige. Im Garten zu werkeln, ist ihre größte Freude: "Ich könnte den ganzen Tag draußen verbringen. Da fühle ich mich wohl."


Klassiker im Bauerngarten


Anita Heerdegens größter Stolz sind ihre Baumpäonien. Päonien sind Pfingstrosen, und meist kennt man sie als Staudengewächse. Die Baumpäonien sind dagegen halb Staude, halb Gehölz. Sie sind klassische Bauerngarten-Pflanzen und bezaubern mit Riesen-Blüten - bei guter Pflege auch im Oberland-Garten.

Baumpäonien sind gerne die Stars im Garten, weiß die Blumenliebhaberin. Deshalb hat jedes ihrer rund 20 Exemplare einen Ehrenplatz, an dem es mit seinen Riesenblüten in Weiß, Rosa und verschiedenen Rottönen besonders schön zur Geltung kommt. Baum-Päonien entwickeln sie sich im Vergleich zu den Stauden sehr viel langsamer. Es dauert Jahre, bis aus einer Pflanze ein kräftiger Busch wird. Dafür werden sie Jahrzehnte alt.
Doch die Pfingstrosen sind nicht die einzige Leidenschaft der Hobby-Gärtnerin. Das Anwesen in Eeg säumen breite Blumenbeete, die dicht an dicht mit Stauden bepflanzt sind. "Einjährige Sommerblumen gibt es bei mir nicht, nur Stauden, die über Jahre Freude machen."

Obwohl die große Liebe den Blumen gehört - einen kleinen Gemüsegarten pflegt die Rentnerin ebenso, aber ohne allzu große Erwartungen an die Erträge. "Das Klima hier ist schwierig, und der Wind trocknet den Boden stark aus."