Robert Müller hatte im Vorfeld Schüler nach Erinnerungsstücken befragt und war überrascht, wie groß der Abstand zu den dramatischen Ereignissen vor hundert Jahren inzwischen geworden ist. "Der Abstand über drei Generationen ist groß geworden", stellte auch Christine Jarosch-Wich fest. Und deshalb ist es umso wichtiger, dass auch die heutige Generation die Geschichte kennt und sich mit den historischen Ereignissen, die zum ersten Weltkrieg geführt haben, auseinandersetzt, meinte auch Landrat Klaus Peter Söllner und freute sich über das Engagement, das Lehrer und Schüler gleichermaßen zur Aufarbeitung des Themas an den Tag gelegt haben.
In der Aula des beruflichen Schulzentrums ist die Ausstellung "Lebenszeichen" von der Fotogruppe des Vereins Natur-& Heimat Thurnau zu sehen. Doch auch geschichtsbewusste Schülerinnen und Schüler haben sich mit dem Ersten Weltkrieg auseinander gesetzt.
Annika Braunersreuther beleuchtete die Propaganda, die vor hundert Jahren betrieben wurde. Und Historiker Wolfgang Schoberth stellte die Zusammenhänge und Erkenntnisse der Schüler in den richtigen historischen Kontext.

Nicht immer Kriegsbegeisterung

Gab es in Kulmbach eine Kriegsbegeisterung? Alte Zeitungen behaupten "Ja", doch es gibt auch andere Fotos, die keine Euphorie zeigen, sondern eher gedrückte Männer, die am Bahnhof in Kulmbach in die Züge einsteigen und ihr Vaterland nicht im Stich lassen wollen. Kulmbach war damals eine 12 000-Einwohner-Stadt. Die Menschen verdienten ihr Geld in den Brauereien, Mälzereien, in der Spinnerei oder sie betrieben Landwirtschaft. "Warum sollten diese Leute kriegsbegeistert sein?", fragte Schoberth.
Die Schüler Cam Denizay. Randy Röttgen, Dominik Müller, Christoph Frischmuth und Daniel Urban beleuchteten außerdem die Themen Feldpost, die Rolle der Frauen, die West- und Ostfront und Kriegsgefangene auf der Plassenburg.