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Trebgast
Gemeinderat

Aufruhr im Rathaus: Uralte Linde soll wegen mehr Sicherheit gefällt werden

Der ortsbildprägende alte Baum gegenüber des Trebgaster Rathauses ist dem Straßenbauamt ein Dorn im Auge. Der uralte Baum soll nun gefällt werden. Das sorgt für Aufruhr.
 
Diese schöne Linde soll nach Vorgabe des Staatlichen Bauamts Bayreuth  gefällt werden, da ihr Wurzelwerk die Mauer zur Straße hin drückt.
Diese schöne Linde soll nach Vorgabe des Staatlichen Bauamts Bayreuth gefällt werden, da ihr Wurzelwerk die Mauer zur Straße hin drückt. Foto: Dieter Hübner

"Ich träumt in seinem Schatten so manchen süßen Traum." Das ursprünglich von Franz Schubert vertonte Kunstlied über den Lindenbaum aus dem Gedichtszyklus "Die Winterreise" wurde durch die Bearbeitung von Friedrich Silcher zum populären Volkslied. Auch in Trebgast gibt es - direkt gegenüber des Rathauses - so eine prächtige Linde, die das Ortsbild maßgeblich mitprägt. Wenn man ältere Fotos betrachtet, kann man ihr Alter auf mindestens 120 Jahre schätzen. Und diese stolze Linde ist der Grund dafür, dass jetzt im Rathaus eine gewisse Aufregung herrscht.

"Wir haben aus heiterem Himmel vom Straßenbauamt Bayreuth ein Schreiben erhalten, dass diese wunderschöne Linde gefällt werden muss", informierte Bürgermeister Herwig Neumann (CSU/ NWG) das Gremium. Das gemeindliche Hanggrundstück, auf dem der Baum steht, wird durch eine Mauer gestützt, die 1935 errichtet wurde und dem Freistaat Bayern gehört.

120 Jahre alte Linde soll nun gefällt werden

Durch das Wurzelwerk der Linde wurde im Laufe der Zeit die Mauer etwas nach außen in Richtung der daran vorbeiführenden Staatsstraße gedrückt. "Die Behörde sagt klipp und klar: Wenn die Mauer einfällt, kommt der Baum hinterher. Sie hat uns unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass diese Maßnahme deshalb aus verkehrssicherungstechnischen Gründen unvermeidbar ist. Ansonsten würde sie die Straße sperren lassen", zitierte der Bürgermeister aus dem Schreiben.

Neumann zeigte auch gleich die Auflagen und Kosten auf, die mit der Fällung verbunden sind. Demnach muss der Baum von oben nach unten mit einem Kran abgetragen werden. Allein der Stamm wiegt wohl sechs Tonnen. Begleitet wird die Aktion von einem Umwelt-Ingenieurbüro, das bereits im Vorfeld das Flugverhalten der im Baum nistenden Fledermäuse untersucht. Für diese Tiere müssen im Gemeindegebiet Nistkästen aufgehängt werden. Außerdem wird als Ausgleich eine Ersatzpflanzung von drei bis fünf neuen Linden gefordert.

Zusammen mit einer Vollsperrung der Staatsstraße von zwei Tagen und Beschilderung zur weitläufigen Umleitung rechnet die Gemeinde mit einem Aufwand von mindestens 10 000 Euro.

Freilaufende Hunde sind ein Ärgernis

Das war nicht die einzige schlechte Nachricht, die der Bürgermeister ansprechen musste. Seit Samstag fegt ein kleiner "Shitstorm" durch die - zumindest örtliche - Facebook-Szene. Anlass sind zwei freilaufende Hunde, die im Gemeindegebiet einen Hundehalter und seinen angeleinten Vierbeiner bei einem Spaziergang angegriffen haben. Der Hund wurde dabei so schwer verletzt, dass er tierärztlich behandelt werden musste.

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Nur dem glücklichen Umstand, dass weitere Bürger in der Nähe waren und zu Hilfe eilten, war es zu verdanken, dass die Angreifer vertrieben werden und keinen größeren Schaden anrichten konnten. Die Verwaltungsgemeinschaft bestätigte auf Anfrage, dass der Halter der freilaufenden Hunde bekannt ist und seinen Wohnsitz in der Gemeinde hat. Wegen ähnlicher Vorfälle hat er schon vorher, zuletzt im Juli 2020, Auflagen zur art- und sicherheitsgerechten Haltung bekommen. Nun werden nach Auskunft des Ordnungsamts weitere Maßnahmen erforderlich, auch das Landratsamt wird eingeschaltet.

Anzeige droht

Außerdem muss der Halter mit einer Anzeige rechnen. "Wir werden alle gesetzlichen Möglichkeiten nutzen und alles tun, um Menschen und Tiere zu schützen, die bei uns unterwegs sind", ergänzte der Bürgermeister dazu.

Albert Kolb (SPD/WG) wollte wissen, inwieweit die Gemeinde in das Radwegekonzept eingebunden ist, das derzeit im Landkreis diskutiert wird. "Es handelt sich dabei um ein überörtliches Projekt, das vom Landkreis beauftragt wurde", antwortete Bürgermeister Herwig Neumann. "Wir haben dazu unsere Wunschrouten angemeldet, die bereits wiederholt im Gremium besprochen wurden. Es ist ein laufender Prozess, zu dem immer noch neue Ideen eingebracht werden können, bevor alles im Kreistag vorgestellt wird."

Fördergelder fließen

Der Bürgermeister konnte mit Informationen über einige eingegangene Förderbescheide auch mit Erfreulichem aufwarten. Die Kosten zur Erstellung eines Sanierungsmanagement werden mit 3400 Euro gefördert, für die städtebauliche Studie zum Bereich Bahnhofsstraße/Steinhauerplatz gibt es 7900 Euro und für den Projektfonds "Skulpturenweg Bahnhof-Badesee" 2800 Euro.

Die Zuwendung für den Umbau des Bahnhofs zur Tagespflege beträgt 538 300 Euro, für die Brücke im Weiherweg liegt sie bei 44 800 Euro. Für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Keller und zwei Stellplätzen am Bühl erteilte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen.

 

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