In den letzten Tagen werkelten die Mitglieder des Mini-Cross-Teams (MCT) Kulmbach mit Hochdruck. "Wir machen jetzt die letzten Vorbereitungen für das erste Rennen. Wir müssen noch die Boxen und die Lautsprecheranlage anschließen", sagt der Vorsitzende des MCT Kulmbach, Helmut Schnittka, und ist schon gespannt auf den großen Test.

Tatsächlich ist auf dem ehemals brachliegenden Gelände neben der Kläranlage eine gigantische Rennstrecke entstanden: viel schöner und reizvoller als der alte Plassenburgring im Goldenen Feld. Die neue Strecke ist verschlungen, hat viele Kurven. Mehr als eine Minute sind die Autos auf dem neuen Plassenburgring pro Runde unterwegs - auf der alten dauerte eine Runde gerade mal eine halbe Minute. Die neue Strecke ist 390 Meter lang - ein Drittel länger als die alte.

Besonders stolz sind die MCTler, dass die Strecke internationalen Standards genügt.
"Unsere jungen Fahrer kennen Strecken in Italien, Österreich, der Schweiz, Tschechien - sie wollten auch den internationalen Standard haben", sagt Schnittka.

Seit einigen Wochen testen die heimischen Fahrer schon die neue Strecke, die sie in Tausenden Arbeitsstunden modelliert haben. Mehr als achtzig LKW-Ladungen Erde wurden ins Gelände eingebaut. Unzählige Konstruktionen sorgen für Bodenwellen und Sprungschanzen. Außerdem wurde ein großer Fahrerstand auf Containern aufgebaut. Es gibt Schiedsrichtersätnde mit dem perfekten Überblick.

"So etwas gab es in Deutschland noch nicht"

Mit Begeisterung erkunden die Youngsters jetzt allabendlich die Strecke. Christopher Schellein (17) und Sebastian Winterstein (16) gehören zu den erfolgreichsten Fahrern des MCT. Sie haben die Strecke sogar mit geplant. "Die ist im American Style angelegt. Die Sprünge sind extrem. So etwas gibt es in Deutschland noch nicht", schwärmt Sebastian Winterstein.

"Es ist Air Time in Kulmbach", sagt Christopher Schellein. Das bedeutet für Nicht-Insider: Dass hinter der Kläranlage die Autos nicht nur superschnell durch das Crossgelände brettern, sondern sogar meterweit fliegen. Und das ist gewollt. Besonders gelungen ist die rasante Fahrt natürlich erst dann, wenn die Autos nach dem Sprung auch wieder auf den Rädern landen und weiterfahren - ohne Hilfe und ohne Eingreifen der Streckenposten.
"Die Strecke fordert einiges von den Fahrern, aber das ist toll", zeigt sich Christopher Schellein nach den ersten Testrunden begeistert. Der absolute Clou ist die Riesenschanze direkt beim Fahrerstand.

Jetzt freuen sich die Kulmbacher Testfahrer und all die anderen RC-Freaks schon darauf, was die anderen Crossfahrer zum neuen Plassenburgring sagen. Und natürlich hofft der MCT auch auf viele Zuschauer beim ersten Rennen auf der neuen Strecke. Die Zufahrt erfolgt direkt in Richtung Kläranlage. Ausreichend Parkmöglichkeiten und auch genügend Stellfläche für Camper sind vorhanden.