Die Ablaufleitung vom Rückhaltebecken am Ludwigschorgaster Bauhof zum Pumpwerk der Druckleitung für die Schorgasttalgemeinden unterhalb der Bahnlinie ist sanierungsbedürftig. Dieser Teil der Entwässerungseinrichtung wird von der Stadt Kupferberg und der Marktgemeinde Ludwigschorgast gemeinsam betrieben. Erstere akzeptiert jedoch den Vorschlag zur Kostenbeteiligung nicht. Gemäß der hydraulischen Belastung war ein Verhältnis von 3 : 1 angeregt worden, was der Stadtrat am 20. Januar abgelehnt hat. Dies war Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung.

"Begründung nicht akzeptabel"

"Mit Bedauern muss vom Markt Ludwigschorgast festgestellt werden, dass die Stadt Kupferberg den Weg der vertrauensvollen und einvernehmlichen Zusammenarbeit verlassen hat", sagte Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani.
Sie ist sich mit dem Gremium einig, dass die Begründung für die Absage nicht akzeptabel ist. Es werde von so genannten Trockenwettermengen ausgegangen, die schon Jahre zurückliegen. Dieser Maßstab sei nicht geeignet, die hydraulischen Abflüsse während des gesamten Jahres abzubilden, geschweige denn die Ablaufmengen bei Regenwetter.

Die Stadt Kupferberg, so die Bürgermeisterin, habe in den achtziger Jahren dem Verteilerschlüssel nach den hydraulischen Abflüssen - 15:5 Liter, also ein Verhältnis von 3:1 - zugestimmt. Es gebe derzeit keine baulichen Veränderungen, die eine Änderung rechtfertigen.

"Leitung kurzfristig sanieren"

Verwaltungsleiter Martin Betz bestätigte, dass der Trockenwettermaßstab kein Berechnungsfaktor für Investitionen sein könne. "Das ist ein Betriebskosten- und kein Investitionsmaßstab." Er hoffte, dass sich die Kommunen noch einigen. Letztendlich gehe es um 10 000 bis 15 000 Euro, und die sollten das bisher gute Verhältnis nicht trüben.Betz gab dem Ludwigschorgaster Gemeinderat die klare Empfehlung, die Erneuerung der Ablaufleitung kurzfristig durchzuführen, auch wenn die Kostenbeteiligung Kupferbergs noch nicht klar ist. Es gelte, die Planungen konkret weiter zu betreiben.

Stellvertretender Bürgermeister Thorsten Schwieder (CSU) fand es bedauerlich, dass aufgrund der Fakten bisher keine Einigung erzielt wurde. Tobias Braunersreuther (SPD) schlug in die gleiche Kerbe: "Es war immer ein vertrauensvolles Miteinander. Es wäre bedauerlich, wenn es zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt."
Wegen der ablehnenden Haltung Kupferbergs fasste das Gremium Beschlüsse, die unter anderem zu folgenden Änderungen der Auffassung des Marktes und zu Forderungen führen:

 Ab dem Betriebsjahr 2015 wird die Aufteilung der Kosten nur noch nach den während des Jahres anfallenden Gesamtmengen akzeptiert.

 Durch geeignete technische Maßnahmen ist sicherzustellen, dass beim Regenüberlaufbecken Kupferberg 15 Liter pro Sekunde und bei dem in Ludwigschorgast 20 Liter pro Sekunde dauerhaft eingestellt sind.

 Künftig nicht mehr akzeptiert werden die bekannten Ungenauigkeiten der Kupferberger Induktions-Durchfluss-Messung (IDM). Hier sei der Vorschlag des Ingenieurbüros Bühler oder Gleichwertiges umzusetzen. Solange der Umbau nicht erfolgt ist, wird ab 2015 nach den Einwohnergleichwerten (1400 Kupferberg, 1300 Ludwigschorgast) abgerechnet.

 Geprüft werden soll, ob es zulässig ist, nach der Erneuerung der Leitung nur durch den Markt Ludwigschorgast deren Mitbenutzung durch die Stadt Kupferberg zu untersagen.

 Von der Verwaltung ist zu klären, welche Konsequenzen die Kündigung der Zweckvereinbarung hätte, insbesondere wie die Vermögensauseinandersetzung zwischen den beiden Kommunen aussehen würde.

Einmütig wurde am Ende der Beratungen signalisiert, dass der Ludwigschorgaster Marktgemeinderat weiterhin eine einvernehmliche Verständigung mit der Stadt Kupferberg anstrebt. Sollte eine Einigung zustande kommen, werde das Gremium diskutieren, ob die eine oder andere Forderung hinfällig wird. "Es bleibt zu hoffen, dass wir eine gemeinsame Einigung erzielen", so die Bürgermeisterin.