Die oberfränkischen Vertreter der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern (LEV) hatten - wie in unserer gestrigen Ausgabe berichtet - eine Benachteiligung bei der Abiturvorbereitung für die Schüler aus den ostoberfränkischen Hochinzidenzgebieten aufgrund des zum Teil monatelangen Distanzunterrichts beklagt und sich deshalb bereits mehrfach an das Kultusministerium gewandt. Deshalb gab es am Montagabend ein klärendes Gespräch via Videokonferenz, an dem unter anderem Uschi Prawitz von der LEV-Arge Bayreuth-Kulmbach und der Kulmbacher Arzt Jens Meister aus dem LEV-Gesamtvorstand sowie von Ministeriumsseite Ministerialrat Peter Kammler und Ministerialbeauftragter Harald Vorleuter (früher Schulleiter am MGFG) teilnahmen.

Kein geschenktes Corona-Abi

"Es war ein sehr konstruktives Gespräch. Wir sind unsere Ängste und Besorgnisse losgeworden und hatten den Eindruck, dass wir wirklich gehört und ernst genommen werden", sagt der Sprecher der LEV-Arbeitsgemeinschaften Oberfranken, Stefan Peter aus Coburg, der selbst Vater einer Abiturientin ist, für die heute die Prüfungen beginnen. Es sei nie darum gegangen, den oberfränkischen Schülern einen Vorteil zu verschaffen nach dem Motto "drei Punkte mehr bei einer Inzidenz ab 300". "Weder Schüler noch Eltern wollen den Stempel eines geschenkten ,Corona-Abiturs' haben", so Peter.

Vielmehr habe man einfach eine Vergleichbarkeit und faire Bedingungen schaffen wollen. Die Vertreter des Kultusministeriums hätten zugesichert, dass Maßnahmen getroffen wurden, um allen Schülern ein faires Abitur zu ermöglichen. "Ich bin nach dem Gespräch sehr positiv eingestellt", so Peter, der Ministerialrat Kammler und Ministerialbeauftragtem Vorleuter ausdrücklich für die Gesprächsbereitschaft und das offene Ohr dankte.

Den Druck rausnehmen

Besprochen wurde in der Videokonferenz auch, wie es für die künftigen Jahrgänge weitergehe. Denn es sei das eigentliche Hauptanliegen der Elternvertreter, dass endlich der Druck aus dem Thema Schule genommen werde. "Und auch da sind die Signale angekommen in München. Denn Kultusminister Piazolo hat jetzt bereits angekündigt, dass es für die Jahrgänge fünf bis zehn keine Schulaufgaben mehr in diesem Schuljahr geben wird."

Für das neue Schuljahr haben die Elternvertreter um Stefan Peter ebenfalls schon einen ganz großen Wunsch: "Bitte nicht gleich wieder den Rotstift auspacken, sondern erst mal schauen, wie der Wissensstand der Kinder überhaupt ist."