Tatsächlich kann ich mich zurückerinnern, dass ich als Kind und Jugendlicher meine Oma für steinalt hielt - obwohl sie die 60 gerade erst passiert hatte. Und wenn ich mich an Gespräche mit ihr erinnere, hat sie damals diese Einschätzung wohl auch selbst geteilt.

Am Dienstag hat das bayerische Landesamt für Statistik mitgeteilt, dass aktuell die Lebenserwartung Neugeborener im Freistaat erneut leicht gestiegen sei. 1965 dagegen lag die durchschnittliche Lebenserwartung in Bayern laut amtlicher Sterbetafel bei nicht einmal 70 Jahren (Männer) und knapp über 70 Jahren (Frauen). Mit 60 war man damals also wirklich schon alt.

Heute liegt die sogenannte Restlebenserwartung (schönes deutsches Wort!) eines 67-Jährigen bei noch 16,9 Jahren im Schnitt, sagen die Statistiker - und Frauen können sogar weitere knapp 20 Jahre leben.

Und was die Neugeborenen betrifft: Nur die Baden-Württemberger Säuglinge werden aus aktueller Sicht wohl noch ein Dreivierteljahr älter als ihre bayerischen Nachbarn. Wer heute jedoch in Sachsen-Anhalt geboren wird, muss im Vergleich drei Jahre früher sterben - das prophezeien ihm jedenfalls die Wissenschaftler. Bitteres Fazit, gerade kurz vor dem 3. Oktober: Also, nicht einmal da wird's was mit der deutschen Einheit!