Annähernd 500 Pilger - mehr als ursprünglich erwartet - nahmen am Sonntag an der Landesfriedenswallfahrt der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung (BKV) zur Basilika "Mariä Heimsuchung" teil. Es war die bisher achte Landeswallfahrt - und die zweite nach 2011 nach Marienweiher. Die Schirmherrschaft hatte die oberfränkische Europaabgeordnete Monika Hohlmeier übernommen.

Bereits ab 8 Uhr konnten sich die teils weit gereisten Gäste in der Marktleugaster Dreifachturnhalle stärken und auch abkühlen. Währenddessen kamen noch mehr Teilnehmer mit Privatwagen und Bussen an.

Nicht ohne Kopfbedeckung

Uniformjacken blieben zwar in den Autos, doch ohne Krawatte und Schirmmütze beziehungsweise Barrett geht es selbst bei 30 Grad im Schatten nicht.
Aus den Gepäckräumen der Busse und den Kofferräumen der Pkw wurden die meist aufwändig bestickten Fahnen herausgeholt, Fahnenstangen auf volle Länge zusammengeschraubt und noch diverse Fahnenbänder angebracht. Die Musiker packten ihre Instrumente aus.

Den generalstabsmäßigen Überblick behielt Hermann Dörfler, die Soldatenkameradschaft Tannenwirtshaus war abermals Ausrichter der Wallfahrt. Der Chef-Organisator instruierte noch einmal die ankommenden Gruppen und erklärte den Busfahrern den Weg zur Basilika. Denn man hatte sich entschlossen, in Anbetracht der brütenden Hitze die Busse an der Basilika abzustellen. Nicht allen Pilgern wollte man zumuten, den ganzen Pilgerweg zurück zur Turnhalle in Marktleugast noch einmal zu Fuß zurücklegen zu müssen.

Abmarsch zur Wallfahrt war pünktlich um 9.45 Uhr. Einige Kameraden waren zur Basilika vorausgefahren und bezeugten dort zwei Soldaten ihren neidlosen Respekt, die in voller Uniform nebst Stahlhelm auf dem Kopf der sengenden Sonne tapfer trotzten und Wache zu beiden Seiten des Ehrenmals am Gotteshaus hielten.

Historische Uniformen inklusive

Von einer Ministrantengruppe wurden die Pilger schließlich am Platz vor der Basilika empfangen. Vorneweg pilgerten einige Kameraden in sehr dekorativen historischen Uniformen. Ein Franziskaner-Pater spendete den Ankommenden Weihwasser. Die Bläser der Musikkapelle Kupferberg flüchteten sich in den Schatten vor dem Gotteshaus. Durch das Spalier der Fahnen betraten die Pilger schließlich die Basilika.

Mit ihrer Friedenswallfahrt will die BKV "der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege und der gefallenen Soldaten der Bundeswehr gedenken sowie für den Frieden beten," so BKV-Präsident Hans Schiener in seinem Rundschreiben an die Verbände, um "wieder ein überzeugendes Bekenntnis für den Frieden in der Welt" abzulegen.

365 mal "Fürchte dich nicht"

Ganz unpathetisch war die geistliche Ansprache an die Pilger: "Fürchte dich nicht" - 365 mal komme dies in der Bibel vor, quasi für jeden Tag einmal - dies solle als Leitspruch gelten; denn wo es Angst gebe, da entstehe Aggression - Aggression der Herrschenden, wenn sie Angst um ihre Herrschaft hätten, und Aggression der Schwächeren, wenn sie Angst um ihre Existenz hätten. Der Weg, den Gott weise, sei ein Weg ohne Aggression.