Die Leiterin des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebes der Stadt Kronach, Kerstin Löw, stellte am Montag im Tourismus- und Stadtmarketing-Ausschuss den Jahresbericht für 2019 vor. Ein weiterer wichtiger Punkt der Sitzung war die Präsentation der neuen Konzeption der Rosenberg Festspiele. Die neue Leiterin Anja Dechant-Sundby präsentierte ihre Änderungsvorschläge für die Spielzeit 2021.

Zunächst wird die wichtigste Änderung ein neuer Standort der Tribüne sein. Die Zuschauer werden bei zukünftigen Aufführungen die Festung Rosenberg stets attraktive Hintergrundkulisse im Blickfeld haben. Die Tribüne wird 580 Sitzplätze haben. Die Corona-Version wird allerdings nur 199 Besucher zulassen.

2021: "Jedermann" und "Sams"

Drei Stücke sind für 2021 geplant: "Jedermann", das Spiel vom Sterben des reichen Mannes von Hugo von Hofmannsthal; "Ladies Night" von Stephen Sinclair und Anthony McCarten; "Sams - Eine Woche voller Samstage" von Paul Maar. Es können nur alle hoffen, dass die Saison 2021 nicht nochmals der Corona-Pandemie zum Opfer fällt wie schon 2020. "Es bleiben Herausforderungen, aber das Theater soll und muss durchgeführt werden", freute sich auch Bürgermeisterin Angela Hofmann erwartungsvoll auf die Saison 2021.

Die Betriebsleiterin Kerstin Löw zeigte Impressionen der bezaubernden Rosenberg Festspiele von 2019 und nannte sie das Sommerhighlight für Kronach. Das Schauspielfreilichttheater hatte über 30 Aufführungen. Die Besucherzahl lag im Schnitt bei 15 000 bis 16 000. Immer mehr werden auch Schulaufführungen angenommen. Die Mischung zwischen Profidarstellern und Kleindarstellern mit wechselnder Regie sei gut. Der Aufwand von circa 320 000 Euro konnte nahezu eingespielt werden. Ferner hat man 50 Sponsoren und erhält Zuschüsse vom Freistaat wie auch vom Landkreis Kronach.

Lob für Kooperationspartner

In ihrem Rückblick seufzte die Tourismuschefin erst einmal durch. Die schwierige Phase der Baustellen rund um die Festung sei überstanden, nun aber habe man die Corona-Pandemie zu verkraften. Das Jufa-Unternehmen mit seinen zahlreichen Häusern, einer ausgereiften Marketingkommunikation und seiner Vernetzung auf dem touristischen Markt erweise sich als hervorragender Kooperationspartner. Die Eröffnung des Hotels und seine anschließende sehr gute Auslastung bis Jahresende führten zu einer deutlichen Verbesserung der Übernachtungsstatistik im Frankenwald (Jufa-Übernachtungen Juni bis Dezember über 10 300).

Insgesamt haben die Übernachtungen 2019 die Marke von 60 000 überschritten. Dies lasse auf weiter steigende Übernachtungszahlen hoffen, wenn weitere Betten bis hin zum Vollausbau des Hotels hinzukommen.

Rückgang bei den Festspielen

Nach zwei erfolgreichen Jahren verzeichneten die Rosenberg Festspiele einen Besucherrückgang, was man kritisch hinterfragen wird. Der Rückgang bei den Besucherzahlen der Festung Rosenberg konnte 2019 gestoppt werden. Diese Trendumkehr ist, gerade weil keine Sonderausstellungen stattfanden, zum Großteil den Hotelgästen geschuldet.

Löw hält die langwierige Sanierung der Festung Rosenberg mit Eröffnung von Hotel und Zeughaussaal für richtig und wichtig, damit werde die Festung und damit auch die Gesamtstadt kulturtouristisch weiter nach vorne gebracht. Dies gelte es in den kommenden Jahren zu forcieren und zu festigen, flankiert von weiteren Themen, vor allem von dem Thema "Lucas Cranach", was durch zwei neue bedeutende Cranach- Leihgaben des Freistaates Bayern zum Ende des Jahres hin unterstrichen wurde. Das Fazit von Löw: "Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen!"

Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) erkannte im Bericht, dass Kronach eine gastfreundliche und weltoffene Stadt ist mit vielseitigen Kunst- und Touristikangeboten. Der erfreuliche Aufwärtstrend bei den Übernachtungszahlen fuße auf Qualität und Service.

Markus Österlein (CSU) nannte den Jahresbericht 2019 einen Erfolgsbericht. Die Stadtratsbeschlüsse trügen Früchte, zum Aufwärtstrend trage besonders das Jufa-Hotel bei, das ja nur ein halbes Jahr offen hatte, sagte er.

Thema Campingplatz

Matthias Simon (FW) fragte nach Perspektiven für einen attraktiveren Wohnmobilstellplatz, dabei sollte man auch einen Campingplatz im Auge haben. Damit traf er ein Thema, das auch Martina Zwosta (FL) und Marina Schmitt (SPD) sofort aufnahmen. Schmitt freute sich, dass dieses seit Jahren von der SPD herausgestellte Problem nun fraktionsüberreifend Gehör finde. Man müsse einen Betreiber für einen Campingplatz finden oder die Stadt müsse das Problem zunächst einmal selbst in die Hand nehmen. Der Trend zum Wohnmobil sei unverkennbar. Dagegen sah sie noch keinen Aufwärtstrend in gestiegenen Übernachtungszahlen, allenfalls sei es eine gute Entwicklung, trat sie auf die Euphoriebremse.

Martina Zwosta machte den Vorschlag, einen Wohnmobilstellplatz in Nähe des Crana Mare zu errichten. Heinz Hausmann (CSU) freute sich, dass sich etwas bewegt, man werde auch die schwierige Corona-Zeit überstehen, meinte er. Kronach könne davon profitieren, wenn Deutsche in Deutschland Urlaub machen. Martin Panzer (Zukunft Kronach) regte Elektro-Ladestationen am Parkplatz der Festung an.

Sabine Gross (SPD) sah bedenklich auf die rückläufigen Zahlen bei den Theaterbesuchen. Dazu gab Kerstin Löw zu bedenken, dass ein Freilichttheater eben auch sehr vom Wetter abhängig sei.

Die Bürgermeisterin fasste zusammen, dass sich die Qualität des Jufa-Hotels auszahle. Sicher sei es noch kein Trend, aber die Momentaufnahme mache große Hoffnung. Das Preis- Leistungsverhältnis stimme. Der Historische Rathaussaal im Historischen Rathaus und der Neue Zeughaussaal auf der Festung Rosenberg seien bisher nicht für Veranstaltungen mit politischer Ausrichtung vermietet worden. Aus Sicht der Betriebsleitung sollte diese Regelung mit Ausnahme der Corona-Zeit beibehalten werden.

Nach Diskussion im Gremium wurde der Beschluss gefasst, dass die Regelung nur für den Historischen Rathaussaal beibehalten wird. Dagegen soll der Neue Zeughaussaal zukünftig auch außerhalb von Pandemie-Zeiten für Veranstaltungen mit politischer Ausrichtung vergeben werden. Die Mehrheit meinte, dass politische Parteien große Verantwortung in der Gesellschaft tragen, daher sollte man ihnen nicht öffentliche Räumlichkeiten vorenthalten.