Die Einrichtung des Nordwaldmarktes war für die Nahversorgung in Nordhalben ein Meilenstein. Dass es soweit gekommen ist, verdankt die Marktgemeinde ganz wesentlich dem Engagement eines Bürgers: Karl Roth. "Ich kann es nicht leiden, wenn es nicht vorwärts geht", erzählt Roth, warum er sich neben der Arbeit im Gemeinderat (Freie Wähler) auch privat so stark für seinen Heimatort einsetzt. Diese Einstellung ist ausschlaggebend dafür, dass er nun das nächste Projekt in Angriff nimmt. Er will einen Wohnmobil-Stellplatz in Nordhalben schaffen.

Schon seit gut zehn Jahren werde über diese Idee gesprochen. Im Ratsgremium sei bereits einhellig dafür gestimmt worden, erinnert sich Roth. Letztlich sei das Projekt aber immer wieder an Detailfragen gescheitert. Auch ein jüngerer Vorstoß Roths mit dem Wirt Matthias Wunder sei nicht erfolgreich gewesen, weil zu viele Leute reinreden wollten. Und die Frage nach einem Standort stellte die nächste Hürde dar. So wurde neben dem Naturbad - dort wird das Vorhaben nun umgesetzt - auch die Nordwaldhalle ins Gespräch gebracht. Doch die hält Roth für diesen Zweck für ungünstig gelegen.


Zeit zum Handeln

"Es ist ewig nix geworden, da habe ich gesagt, jetzt mache ich das", betont er. So kaufte der engagierte Bürger inzwischen ein Grundstück am Bad von der Gemeinde und hat sich schlau gemacht, wie beispielsweise eine kostengünstige Einrichtung von Stromsäulen möglich ist. Bezahlen wird er die Realisierung aus eigener Tasche. "Ich erwarte Kosten von etwa 7000 Euro", sagt er. Geld, das er gerne investiert, damit es in Nordhalben weiter vorwärts geht.

Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) ist Roth für diesen Schritt sehr dankbar. "Es wird schon seit Jahren darüber geredet - müsste, könnte, sollte ...", blickt er zurück. Da es sich bei dem Stellplatz jedoch um eine freiwillige Leistung handle, seien der Marktgemeinde angesichts der Finanzlage die Hände gebunden. "Wie beim Nordwaldmarkt hat Karl Roth jetzt gesagt: ,Dann nehme ich das in die Hand‘", freut sich der Bürgermeister über die Eigeninitiative seines Mitbürgers.
Sinnvoll sei die Auswahl der Position für den Wohnmobil-Stellplatz. Da dieser im Anschluss an den Naturbad-Parkplatz entstehen wird, könnten die Nutzer schnell in den Ort gelangen.


Gute Erfahrungen gemacht

Erfahrungswerte mit einem Wohnmobil-Stellplatz wurden schon andernorts im Landkreis Kronach gesammelt. Stefan Wicklein, Hauptamtsleiter der Stadt Kronach, weist beispielsweise darauf hin, dass der Stellplatz an der Hammermühle für die Kreisstadt einen touristisch belebenden Effekt hat. "Wir sind zufrieden, diesen Platz angelegt zu haben", betont er. "Wir bekommen gute Rückmeldungen." Vor allem, dass die Stellflächen befestigt sind und der Platz gut an die Stadt angebunden sei, finde das Lob der Nutzer.

"Es ist kein Gewinngeschäft, weil der Platz auch unterhalten werden muss", stellt der Hauptamtsleiter klar. "Aber sicher ist es ein touristischer Pluspunkt." Und letztlich sei ein Wohnmobil-Stellplatz auch einfacher zu handhaben als ein Campingplatz. "Die Wohnmobilisten bringen ihre Infrastruktur ja selber mit."