In der Sitzung am Dienstag beschloss der Gemeinderat von Weißenbrunn die Auslobung zum Architektenwettbewerb für das Revitalisierungsprojekt "Umbau und Sanierung Altes Rathaus mit Brauer- und Büttnermuseum". Dem Beschluss war die Vorstellung des umfangreichen Auslobungstextes durch Uwe Reil vom Büro SHL Architekten und Stadtplaner, Weiden, vorausgegangen.

Aufhorchen ließ das Gremium vor allem der straffe Terminplan. Dieser sieht den 28. August als Tag der Auslobung vor und als Schlusstermin für schriftliche Nachfragen den 16. Oktober. Das Kolloquium wird am 21. Oktober mit Vorbesprechung der schriftlichen Fragen durch die Preisrichter sowie der anschließenden Beratung stattfinden. Der Abgabetermin für die Planunterlagen und ein Modell ist für 1. Dezember vorgesehen. Am 8. Dezember tagt das Preisgericht.

Es handelt sich um einen nichtoffenen, einphasigen Realisierungswettbewerb für Gebäude und Freianlagen mit vorgeschaltetem Bewerbungs-/Losverfahren und anschließendem VgV (Vergabeverfahren öffentlicher Aufträge). Wettbewerbsgegenstand sind die Revitalisierung des "Alten Rathauses" in Weißenbrunn, ein Neubau (Bücherei und Brauer- und Büttnermuseum) sowie die Gestaltung der angrenzenden Freiflächen.

In das Preisrichtergremium wurden, neben mehreren Fachpreisrichtern (Architekten und Stadtplaner) als Sachpreisrichter aus dem Gemeinderatsgremium berufen (in Klammern die Stellvertreter): Bürgermeister Jörg Neubauer, SPD (Dritte Bürgermeisterin Ruth Tölg), Carolin Zipfel-Kempf, SPD (Ralf Knöchel), Alexander Bauer, CSU (Michael Bohl), Christian Spindler, FW (Zweiter Bürgermeister Michael Gödel). Ständig anwesender stellvertretender Sachpreisrichter ist Geschäftsleiter Markus Wagner. Hinzu kommen sechs sachverständige Berater (ohne Stimmrecht). Es ist eine Ausstellung der eingereichten Arbeiten vorgesehen.

Keine neuen Wünsche mehr

Angesichts des sportlichen Zeitrahmens fragte Markus Pohl (CSU) nach, was geschehe, wenn der Zeitplan nicht gehalten werden kann. Projektleiter Reil gab dazu an, dass der Zeitplan so eng gestrickt wurde, weil die Frist für Fördermittel nach der Förderoffensive Nordostbayern, auf der die Finanzierung aufgebaut ist, zum Ende dieses Jahres ausläuft. Was dann ist, wisse noch niemand. Er meinte, dass sicher andere Fördergelder fließen könnten, aber wohl nicht mehr in der Höhe wie nach dem jetzigen Förderprogramm. Also sei Eile geboten, so Reil. Vor allem, so ergänzte Bürgermeister Neubauer, könnten nicht neue Wünsche aufgenommen werden. Dies sagte Neubauer im Hinblick auf den Einwand von Michael Bohl, der sich für Vereine größere Räumlichkeiten gewünscht hätte. Der Bürgermeister fügte hinzu, dass man in der Gemeinde genügend Räumlichkeiten für alle Vereine habe.

Der Wettbewerbsteilnehmer hat grundsätzlich davon auszugehen, dass das Alte Rathaus erhalten wird, während das bestehende Brauerei- und Büttnermuseum abgebrochen werden soll. Die Platzierung des Neubaus soll im Bereich des Wettbewerbsgebietes erfolgen. Bei der Raumkonzeption sollen berücksichtigt werden: Bücherei, eventuell kleines Lesecafé, Abstellflächen für drei bis vier Kinderwagen, Trauzimmer (aus organisatorischen Gründen erscheint es sinnvoll, diese Räume eher mit dem Museum als mit der Bücherei in Verbindung zu bringen).

Das Museum soll die Möglichkeit erhalten, die heute recht dicht gedrängte Ausstellung zahlreicher Exponate angemessen präsentieren zu können. Das Museum wird circa 1500 Exponate unterschiedlicher Größe zeigen. Im Museum soll die WC-Anlage mit einer Zugangsmöglichkeit von außen realisiert werden.

Ein Seminarraum soll auch als Vereinszimmer für die Kirchweihgesellschaft mit genutzt werden. Die Kirchweihgesellschaft soll Räume des Museums mitnutzen können. Ferner heißt es, die Neugestaltung des Ensembles solle die Belange des Denkmalschutzes in angemessener Weise berücksichtigen. Dies trifft sowohl für die Situierung der Gebäude zueinander als auch das architektonische Zusammenspiel des Neubaus mit dem bestehenden Gebäude zu. Es soll ein angemessener und sensibler Umgang mit dem äußeren und inneren Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Alten Rathauses erfolgen.

Ein zweigeschossiger Neubau des Brauer- und Büttnermuseums im Wirkungsbereich des Denkmals ist möglich. Die Barrierefreiheit ist sowohl für die Gebäude, als auch für die Freiflächen ein wichtiges Kriterium.

Für die Auslobung des Architektenwettbewerbs gab es ein einstimmiges Votum.

Wasserleitung wird erneuert

Ein weiterer wichtiger Beschluss betraf die Trinkwasserversorgung. So wurde der Auftrag für die Erneuerung einer Wasserleitung von Thonberg nach Neuenreuth an die Firma Karl Krumpholz Rohrbau, Kronach, für das wirtschaftlichste Angebot von 499 278,50 Euro vergeben. Bürgermeister Jörg Neubauer informierte, dass man vier Firmen um ein Angebot in der beschränkten Ausschreibung bat. Alle hätten Angebote abgegeben. Die wirtschaftlich günstigste Offerte lag von der Firma Karl Krumpholz vor, die per Ratsbeschluss von der Gemeinde mit den Arbeiten zur Verlegung von 570 Meter Wasserleitung und einem Kontrollschacht beauftragt wird.

Aus dem Gemeinderat

Wohnungsbau Bürgermeister Neubauer gab voller Freude bekannt, dass die 16 Bauparzellen im Baugebiet Mühläcker III Lerchenweg, die man im vergangenen Jahr im November fertig erschlossen hatte, bereits vergeben sind und man sich Gedanken über ein weiteres Baugebiet machen müsse. "Wir sind auf dem richtigen Weg, Weißenbrunn als Wohngemeinde zum Wohlfühlen mit attraktiven Bauplatzangeboten für junge Familien zu forcieren."

Rad- und Gehweg Positive Signale der Grundstückseigentümer gibt es laut Neubauer bezüglich des Rad- und Gehweges entlang der B 85 in Richtung Kulmbach.

Kirchweih Nun ist es amtlich, dass die Kirchweihgesellschaft die Kirchweih wegen der Corona-Pandemie absagen muss. Die Gastronomie lädt allerdings zum Verzehr der bekannten Kirchweihspeisen ein.

Nahverkehr Carolin Zipfel- Kempf regte an, die Fahrpläne des Mobilitätskonzeptes, die Weißenbrunn betreffen, im Mitteilungsblatt zu veröffentlichen.

Klausurtagung Der Bürgermeister lud zu einer Klausurtagung am Freitag, 4. September, ein, die in einer Exkursion nach Steinbach am Wald führen wird.

Pflegeheim Andreas Skoberne von der Firma PflegeQuartier Beteiligungs GmbH stellte als Investor ein Konzept für die Errichtung eines Pflegeheimes und für betreutes Wohnen vor. Die Firma signalisiert Interesse an dem Neubau einer solchen Einrichtung im Gewerbegebiet "Schiefermühle" in Hummendorf. Das Gremium war sich einig, hierüber in der nächsten Sitzung zu beraten und eventuell zu entscheiden.