Der Blick auf die Karte zeigt: Da braut sich was zusammen. Die große rote Fläche über Süddeutschland, die auch schon am Landkreis Kronach kratzt, und die lilafarbenen Flecken in der Mitte Bayerns sind allerdings keine Hinweise auf eine Sturmfront oder auf große Gewitterzellen. Der Deutsche Wetterdienst weißt damit auf seiner Homepage auf die Waldbrandgefahr hin. Und die ist angesichts der frühsommerlichen Hitze und Trockenheit akut.

"Auf dem fünfstufigen Waldbrandgefahrenindex haben wir Stufe vier erreicht", berichtet Dirk Lüder, der stellvertretende Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Kulmbach, für den Landkreis Kronach. Südlich von Nürnberg herrschte am Mittwoch sogar die Höchststufe. Doch auch Nummer vier bedeutet schon, dass eine hohe Gefahr herrscht. Und die wird so schnell auch nicht weichen. "Es ist ja kein Regen in Sicht."

Mit der erhöhten Waldbrandgefahr im nordbayerischen Raum sind auch Befliegungen verbunden. Die dürften der Bevölkerung durchaus auffallen vermutet Forstoberrat Matthias Huttner vom AELF Bayreuth, das von der Regierung in die Koordination der Flüge eingebunden wird. Die Piloten sind mit ihren Maschinen nämlich relativ tief unterwegs. Aus rund 200 Metern Höhe haben sie die Wälder im Blick. Welche Bereiche in Oberfranken beflogen werden müssen, das hängt nicht nur von der Gefahrenkarte ab, sondern auch von der Einschätzung der Forstleute. Neben der Trockenheit spielen dabei auch andere Kriterien eine Rolle, zum Beispiel, wo mit vielen Menschen im Waldbereich zu rechnen ist.


Brennpunkt Westspange

Am Mittwoch war laut Huttner vor allem die "Westspange" im Blick. Von Forchheim über Bamberg, die Fränkische Schweiz bis hinauf nach Coburg zog sich die kritische Zone. Aber auch der Bereich Kronach/Kulmbach werde angesichts der Warnstufe vier in die Befliegungen einbezogen. Diese Flüge werden in der Regel mit Privatmaschinen durchgeführt. Vor allem Mitglieder der Luftrettungsstaffel beteiligen sich daran. Oft werden sie dabei von speziell geschulten Förstern begleitet. Im Ernstfall können sie von der Luft aus auch die Einsätze der Feuerwehren am Boden koordinieren helfen. Ausgangspunkte der Flüge sind Bayreuth und Bamberg.

Am liebsten ist den Verantwortlichen natürlich, wenn es bei der Luftüberwachung nichts zu entdecken gibt. Denn ein Waldbrand kann schnell ausufern und ist schwer zu bekämpfen. "Es passiert bei uns zwar selten etwas, aber eine Nachlässigkeit kann schon reichen", warnt Lüder deshalb vor Leichtsinn. Die Feuerwehren könnten nur einen begrenzten Wasservorrat mit ins Gelände bringen, gleiches gelte für die Bauern, die oft mithelfen. Und die Flüsse trockneten zurzeit immer mehr aus. "Wie kriegt man dann Löschwasser in den Wald?", fragt der Fachmann. Teilweise müssten kilometerlange Leitungen gelegt werden.

Zigaretten und Co. hätten daher in der warmen Jahreszeit nichts im Wald zu suchen. Gleiches gilt natürlich für offenes Feuer. Das Bayerische Waldgesetz (siehe Infokasten) gibt hierzu genaue Regelungen für den Aufenthalt im Wald und einem 100-Meter-Umkreis darum an die Hand.

Doch nicht nur offenes Feuer ist eine Gefahr. Deshalb rät Lüder auch bei alltäglichen Vorgängen zum Mitdenken. So könne beispielsweise schon ein auf einer Wiese geparktes Auto mit heißem Katalysator schnell zum Brandherd werden.


Was ist mit den Johannisfeuern?

"Ich denke aber, im Großen und Ganzen haben die Leute das im Bewusstsein", meint Lüder. Und gerade mit Blick auf die bevorstehenden Johannisfeuer ist zu hoffen, dass die Frankenwälder weiter Vernunft und Vorsicht walten lassen. Denn wer eine solche Veranstaltung durchführt, muss nicht nur dafür sorgen, dass alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden und genügend Löschmittel für den Notfall vor Ort sind. Er muss auch selbst entscheiden, wann er absagt. Das stellt Dieter Krapp vom Ordnungsamt der Stadt Kronach fest. 13 Johannisfeuer im Stadtgebiet sind dort für das Wochenende gemeldet. Bislang wurde noch keine dieser Veranstaltungen abgesagt.

Für Krapp ist das verständlich. Ein starker Gewitterregen könne die ganze Situation schon völlig ändern, meint er. "Zum Wochenende wird derzeit auch erwartet, dass der Gefahrenindex wieder sinkt. Da muss man jetzt einfach beobachten, wie die Entwicklung ist."