Die Fußgängerin auf dem Wanderweg am Kreuzberg lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. "So lang' es nicht regnet und sich Eis bildet, ist der Wald ungefährlich", sagt sie und marschiert weiter. Irrtum, meint Peter Hagemann, Leiter des Forstbetriebs Rothenkirchen. Der Experte warnt derzeit vor einem Betreten des Waldes. Schneebruch könne lebensgefährlich sein.

Blauer Himmel, Sonnenschein und weiße Pracht. An diesem Freitagmorgen könnte der Winter kaum schöner sein. Auch das Wochenende soll wolkenfrei bleiben. Aber die Idylle ist trügerisch. Weil die Minusgrade bereits einige Tage anhalten, sind Äste unterm Altschnee gefroren und deshalb anfällig für Brüche. "Wenn sich jetzt nasser Neuschnee drauflegt, können sie abknicken", meint Hagemann. Im Extremfall könnten Bäume sogar umkippen.

Einige Steilhänge gesperrt

Im Bereich des Steinachtals bei Mitwitz sind einige Steilhänge gesperrt, wie die Außenstelle des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Stadtsteinach mitteilte. Aber auch außerhalb dieser Gebiete rät Michael Schneider, Forstdirektor der Außenstelle, zur Vorsicht. Vor allem Fichten und Weiden seien anfällig dafür, unter Schneelasten einzuknicken. Und: "Wir können nicht überall absperren oder den Schnee entfernen." Vor allem sollten Flächen gemieden werden, bei denen Baumkronen weit in den Weg hineinragen.

Auf latentes Knacken lauschen

Forstbetriebsleiter Peter Hagemann stimmt dem Kollegen zu: "Wir warnen derzeit davor, den Wald zu betreten." Er habe an vielen Stellen eingebogene Baumwipfel gesehen, die ein Indikator für drohenden Schneebruch seien.
Schwerpunktgebiete möchte Hagemann nicht benennen. In Gebieten um 400 bis 600 Metern Höhe sei Schneebruch ein Thema, meint Hagemann, "das trifft also auf den ganzen Kreis Kronach zu".

Wer den Wald dennoch betreten will, sollte auf zweierlei achten: Wenn ein latentes Knacken zu hören ist - weg! Und sich nicht unter Baumkronen bewegen.