Im vergangenen Herbst ließen Probleme beim Gerüstbau an der Volkshochschule die Sorgenfalten wachsen. Inzwischen entspannt sich die Haut bei den Verantwortlichen für die Sanierung und den Anbau. Das Gerüst steht, das Dach auf dem Altbau ist noch zum Winter dicht geworden, und die Arbeiter wuseln allerorten auf der Baustelle.

Auch die geothermischen Bohrungen, laut Kreiskämmerer Günther Daum ein weiteres "Problemgewerk", schreiten voran. Sechs Wärmesonden werden hinter der VHS bis zu 80 Meter tief in die Erde eingesetzt, um die Grundlast der Heizung abzudecken. Eine Gastherme wird die restliche Wärme beisteuern.

"Nun kann damit gerechnet werden, dass von diesen beiden Gewerken keine weiteren Bauzeitverzögerungen ausgehen werden", sagt Daum. Bislang liegt die Baustelle etwa vier bis fünf Monate hinter dem Soll. Da in der Planung ein Spielraum für solche Fälle einkalkuliert ist, hält der Kämmerer dennoch am Einzugstermin im Frühjahr 2020 fest - also zum Beginn des Sommersemesters. Zu euphorisch will er aber nicht werden, denn "es darf nicht mehr viel schiefgehen, der Puffer ist aufgebraucht".

Hoffnung macht ihm und Architekt Georg Schönmüller, dass trotz winterlicher Temperaturen reger Betrieb auf der Baustelle herrscht. Der Neubau hat bereits klare Formen angenommen. Um noch die oberste Geschossdecke einziehen zu können, bräuchte es nun ein paar milde Tage. "Wenn die Betonarbeiten fertig sind, wird ein leicht geneigtes Dach mit einer Metalldeckung errichtet", erklärt Schönmüller. Auch auf dem Altbau soll ein solches Dach erstellt werden. Ist der Neubau erst einmal eingedeckt, geht es an die Fassade und den Einbau der Fenster.

Alte und neue Fenster

;

Die Fenster sind auch im Altbau ein Thema. Dort wird der Kontrast zum modernen Neubau weiter herausgearbeitet. Ein Teil der neuen Fenster ist bereits eingebaut; optisch sind sie mit ihrer Sprossenteilung im Stil der historischen Vorbilder gehalten. Außerdem werden ein paar der ursprünglichen, inzwischen restaurierten Fenster wieder eingesetzt.

Unübersehbar sind die elektrischen Arbeiten. Ganze Kabelstränge hängen vor dem freigelegten Mauerwerk herab, wo künftig die Knotenpunkte für Strom und Netzwerk zu finden sein werden. Während in den durch eine Winterheizung einigermaßen angenehm temperierten Räumen des Altbaus der Innenausbau voranschreitet, gibt es im kühlen Außenbereich nicht nur die groben Arbeiten mit Stein und Beton zu erledigen. Dort werden nach einem exakten Schema beschädigte Elemente in dem alten Mauerwerk ausgetauscht, um die Sanierung des Gebäudes abzurunden.

Kostenentwicklung im Überblick

;

Die reinen Baukosten waren mit 5,33 Millionen Euro geplant. Derzeit zeichnet sich eine Überschreitung um circa 600 000 Euro ab. Die höchsten Mehrausgaben: Baumeisterarbeiten (143 000 Euro), Elektroarbeiten/Brandschutz (160 000), Fassadensanierung Altbau (128 000) und Holzfenster (42 000). Zum Teil hängen die Mehrausgaben auch mit der Neuplanung des Kreuzungsbereichs Spitalbrücke zusammen. Der Refinanzierungsanteil im Rahmen der Städtebauförderung wurde von 5,0 auf 5,5 Millionen Euro erhöht.