Die Gemeinde Tschirn ist fest entschlossen, das ehemalige Gasthaus in der Teuschnitzer Straße 4 umzubauen. Bürgermeister Peter Klinger (CSU) zeigte sich überzeugt, dass mit dieser Maßnahme für die kleine Gemeinde Tschirn große Effekte zu erzielen sind.

Derzeit sei die leerstehende alte Gastwirtschaft in einem optisch nicht einladenden Zustand. Ziel der Nordostbayern Initiative sei es, Leerstand zu beseitigen; deshalb will man jetzt, kurz vor Ende der hohen Fördersätze, noch aufspringen und das Gebäude an der Hauptdurchgangsstraße auf Hochglanz bringen.

Durch das Projekt "In der Heimat wohnen" wird es in Zusammenarbeit mit der Caritas eine wesentliche Bereicherung, ist sich der Bürgermeister sicher. Architekt Kersten Schöttner stellte in einer ausführlichen Präsentation die Entwurfsplanung vor. Demnach soll das Hauptgebäude erhalten bleiben, der Saal zurückgebaut werden und zwei kleinere Anbauten die "Hülle" funktionstüchtig machen. Die ehemaligen Gasträume sollen zu einem Gemeinschaftsraum umgestaltet werden.

Die durchgeführten Voruntersuchungen haben ergeben, dass sich der Dachboden des Hauptgebäudes in einem recht guten Zustand befindet. Der Keller hingegen sei feucht und stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Dieser habe auch nicht die erforderliche Höhe und soll nur bedingt für die Heizung genutzt werden.

Nachdem man die Bestandsaufnahme abgeschlossen und die Bausubstanz analysiert hat, wurde ein Nutzungskonzept entwickelt. Es sei schnell klar geworden, dass der Erhalt des Saals in keinem finanziellen Verhältnis zur Maßnahme steht. Im Ober- und im Dachgeschoss sollen jeweils zwei kleine Wohnungen entstehen. Dabei stehen für die vier Wohnungen rund 200 Quadratmeter zur Verfügung. Die Flächenvorgaben sind für Zweizimmerwohnungen nicht erfüllt, deshalb werde für eine Person geplant, unter bestimmten Voraussetzungen können dort auch zwei Personen wohnen. Zwei Terrassen und viel Grün im Außenbereich schließen die Maßnahme ab. Dies alles wurde aufgrund der Zeitschiene bereits mit dem Amt für ländliche Entwicklung abgestimmt.

"Die Zeit drängt, die Maßnahme muss noch in diesem Jahr bewilligt werden", so Architekt Kersten Schöttner zur Umgestaltung des Gebäudes. Als nächstes müssten die Antragsunterlagen umgehend fertig gemacht und eingereicht werden, sagte der Planer.

Rund zwei Millionen Euro Gesamtkosten

Der Großteil der Maßnahme werde mit 90 Prozent gefördert, die Wohnungen hingegen nur mit 30 Prozent. Dafür erhält die Gemeinde dann aber auch die Mieteinnahmen. An Gesamtkosten wurden 1 990 000 Euro ermittelt. Der Eigenanteil der Gemeinde wird rund 460 000 Euro betragen. Kleinere Änderungen wie der Einbau von jeweils einer Küche, und Holz-/Alu-Fenster wurden noch nachgetragen und können aufgrund von Verschiebungen in den Fördermitteln mit gemacht werden. Als Fertigstellungstermin ist Ende 2022 fest vorgesehen, der Verwendungsnachweis muss bis April 2023 fertiggestellt werden.

Während Christian Alber (Alternative für Tschirn) die Folgekosten für die Gemeinde ermittelt haben wollte, bemängelte sein Fraktionskollege Klaus Daum die Vorgehensweise bei diesem zwei Millionen Euro teuren Projekt. Er war der Meinung, man hätte - trotz Corona - die Bürger mehr einbinden müssen. Schließlich wurde die Entwurfsplanung einstimmig genehmigt und der Architekt beauftragt, die Zuwendungsanträge zu stellen.

Ralf Bündig, der Planer der Trinkwasserverbundleitung von Tschirn nach Grumbach, stellte die Planungen für das benötigte Pumpwerk vor. Demnach soll rund 300 Meter nach dem Hochbehälter der FWO ein kleines Überhebepumpwerk entstehen. Dies sei notwendig, um das Wasser der FWO nach Grumbach zu pumpen. Auftraggeber ist der Zweckverband Wasser und Abwasser Lobensteiner Oberland.

Der Gemeinderat erteilte das gemeindliche Einvernehmen zu dem kleinen Bauwerk, welches auf dem Grundstück des Landkreises Kronach errichtet wird.

Geschäftsleiter Sven Schuster stellte die Verordnung über kommunalwirtschaftliche Erleichterung anlässlich der Corona-Pandemie vor. Damit können Kredite für den Haushaltsausgleich aufgenommen werden, der Haushalt der Gemeinde Tschirn sei damit genehmigungsfähig.

Aus dem Gemeinderat

Kläranlage Der Bürgermeister informierte, dass die Arbeiten an der Kläranlage abgeschlossen sind. Man habe wieder einen Wasserrohrbruch, die Verluste steigen, der Bauhof sei dabei, diesen zu lokalisieren.

ÖPNV Beim Mobilitätskonzept gebe es nach den Ferien weitere Fahrplanänderung. Diese werden durch das Landratsamt demnächst bekannt gegeben.

Anschaffung Der Bürgermeister gab eine Reihe von Beschlüssen aus den beiden letzten nichtöffentlichen Sitzungen bekannt. Unter anderem habe man sich für die Anschaffung eines Traktors der Marke Fendt über die BayWa auf Mietbasis zum Maschinenstundensatz von 24 Euro entschlossen.