Der Volkstrachtenverein "Zechgemeinschaft Neukenroth" hat in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie große Ausfälle zu verzeichnen. Der im Jahre 1978 gegründete Kulturverein hat eine erfolgreiche Vergangenheit. Mit dem Bau der "Zecherhalle" und der Einweihung im Jahr 1998 wurde eine im Landkreis viel beachtete Veranstaltungshalle gebaut, deren Finanzierung der Verein auf sich nahm.

"Wir sind mehr als nur ein Trachtenverein", ist heute von der Vorstandschaft zu hören. Ehrenvorsitzender Edmund Sprenger hatte damals mit etlichen Idealisten den Bau der Zecherhalle initiiert. Noch heute gilt das Motto: "Sitt und Tracht der Alten wollen wir erhalten!" Und mit der Wiedereinführung der Trachtenkerwa wurde eine Tradition wiederbelebt, die alljährlich Besucher aus dem ganzen Frankenwald und darüber hinaus angezogen hat.

Doch dieses Jahr ist alles anders. Es wird keine Einhaltpaare, keinen Kirchweihbaum, keinen Plantanz geben, was die Vorstandschaft unter Führung der Ersten Vorsitzenden Bettina Rubel sehr bedauert. Doch das ist, gemessen nach den Ausfällen seit Mitte März mit der Verkündung drastischer Einschränkungen in Deutschland wegen der Corona-Pandemie, nur ein kleiner Schmerz.

In einem Gespräch in der Zecherhalle äußerten sich die Vorsitzende Bettina Rubel, Zweiter Vorsitzender Holger Bogdanski, die Kassierer Harald Fröba und Christoph Beetz sowie Jugendbeauftragter Matthias Sprenger zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Volkstrachtenverein "Zechgemeinschaft Neukenroth". Seit März sind die Umsätze für den Verein aus Veranstaltungen in der Zecherhalle ausgefallen. Das waren bisher 28 Veranstaltungen und es kommen weitere durch abgesagte Weihnachtsfeiern dazu.

Man habe in dieser Halle kontinuierlich die Auslastung ausgebaut und dafür auch ständig in Modernisierung, Erweiterung, aber auch in Lärmschutz investiert, betonen die Vorstände. In der Zecherhalle sei nicht nur der Verein daheim, sondern sie diene auch Firmen, Vereinen, Familien für Abhaltung von Feiern oder Versammlungen. Zusätzlich werden Tanz-, Comedy-, Ausstellungs- und viele weitere Veranstaltungen angeboten und abgehalten. Auch Schulabschlussfeiern, Weihnachtsfeiern, Hochzeiten und vieles mehr.

Keine Planungssicherheit

Finanziell wirkt sich das stark negativ in der Kasse aus. Sie haben zwar eine Soforthilfe vom Staat bekommen, womit sie laufende Kosten etwas ausgleichen konnten, jedoch beim Nachfolge-Förderprogramm "Überbrückungshilfen" wird nicht viel am Ende herauskommen, weil hier die Soforthilfe gegengerechnet wird. Weitere große Schwierigkeiten und Kopfzerbrechen bereite, dass es keine Planungssicherheit gibt, auch bis heute noch nicht. Bettina Rubel: "Es ist völlig ungewiss, wann wir wieder Veranstaltungen größeren Ausmaßes durchführen können. Folglich haben wir keine Umsätze, aber die Fixkosten für den Unterhalt der Halle laufen fortan weiter."

Momentan nutzen zur Überbrückung die Gemeinde für Gemeinderatssitzungen und die Bergmannskapelle Stockheim für Proben die Halle. Die Zechgemeinschaft nutzt die Zeit, um Reparaturen und Renovierungsarbeiten durchzuführen. Nach über 20 Jahren fällt auch da und dort eine Reparatur oder auch neue Anschaffungen an.

Der Verein trägt sich mit dem Gedanken, eine neue Geschirrspülmaschine anzuschaffen, nennt Christoph Beetz als nur ein Beispiel von mehreren. Doch im Moment müssen größere Investitionen warten, sie können aus finanzieller Sicht nicht getätigt werden. Und natürlich müssen nicht nur die Räume, sondern auch die Außenanlagen stets gepflegt werden.

Nun fällt das Highlight des Jahres, die "Traditions- Kerwa" auch noch aus. Allgemein, so stellen die Vorstände fest, leidet das gesamte gesellschaftliche Dorfleben in Neugrua schon sehr unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie.

Re-Start am Freitag

Eine fest geplante Veranstaltung hat man doch gewagt. Es ist "das Eich" mit dem man am Freitag, 23. Oktober, um 20 Uhr einen Re-Start wagt. Für die rührigen Vereinsmitglieder, die großes ehrenamtliches Engagement sonst das ganze Jahr über für ihre Zecher-Halle widmen, ist dies ein totaler Rückschlag, aber unterkriegen lassen will sich niemand von den Idealisten.