Eine seltsame Holzkonstruktion in der Friesener Semmelgasse 7 erregt derzeit die besondere Aufmerksamkeit der Fußgänger.

Die 21 sauber geschälten, drei bis vier Meter langen Tannenstämmchen erinnern an eine noch nicht fertiggestellte Indianerbehausung. Doch weit gefehlt. Ein solches Bild war einst in den Flößergemeinden des Frankenwaldes gang und gäbe. Und der Ehrenvorsitzende der Flößervereinigung Friesen, Otmar Zwingmann, hat die alte Tradition wieder belebt.

Universalwerkzeug

Denn diese Tannenstämmchen wurden für Floßhaken, das Universalwerkzeug der Flößer, einst massenweise benötigt. Vor allem waren sie bei der harten Arbeit enormen Belastungen ausgesetzt.

Ottmar Zwingmann, der 20 Jahre lang die Flößervereinigung Friesen leitete, will mit diesem Einsatz einen weiteren Beitrag für die Dorftradition leisten. Schließlich waren die Friesener mit Wald und Wasser einst eng verbunden.

Für viele stellte die Flößerei über Jahrhunderte die Lebensgrundlage dar. "Vor allem will ich die Nachwuchsflößer unterstützen, denn es ist sehr schwierig, geeignete Tannenstämmchen für die Floßhaken zu bekommen."

Den Nachwuchs unterstützen

Schließlich sei die Fichte dafür nicht geeignet, informierte der 74-jährige Ehrenvorsitzende, dessen Vorfahren über Generationen hinweg alle mit der Flößerei verwachsen waren. Nachdem der Friesener, der auch Jahrzehnte der Feuerwehr vorstand, die langen Tannenstämmchen in zeitraubender Arbeit sauber geschält hatte, müssen sie vor dem ersten Flößereinsatz noch ein Jahr austrocknen. Dann können die Nachwuchsflößer auf dem Kronachfluss ihr Können beweisen.