Unter über 100 Bewerbungen als Finalist zum "Feuerwehrteam des Jahres" ausgewählt zu werden, ist für eine kleine Feuerwehr schon ein großes Ereignis. Für die Feuerwehr Steinwiesen sowie ihre Kommandanten Kerstin May und Marcus Ströhlein gleicht es schon einer Sensation, unter den 14 besten Feuerwehren Deutschlands zu sein.

Für den Conrad Dietrich Magirus Preis 2013 wurden die besten Einsätze in drei verschiedenen Kategorien von einer prominent besetzten Fachjury ausgewählt. Steinwiesen tritt in der Kategorie "Brandbekämpfung" an, weitere Kategorien sind "Rettungseinsätze" und "Zivile Einsätze". Nun sind alle Bürger gefragt, aus den verbliebenen 14 Feuerwehrfinalisten ihren Favoriten zu wählen. Unter www.feuerwehrwelt.de kann aus jeder Kategorie ein Favorit bestimmt werden. Ab Montag, 14. Oktober, startet dieses große Online-Voting. Ziel und Sinn ist von Seiten des Wettbewerbsveranstalters Iveco Magirus Brandschutztechnik, die Feuerwehren stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Pressesprecher Tobias Knebel erklärt: "Wir haben rund 1,3 Millionen Feuerwehrleute in Deutschland, die alle hervorragende Arbeit leisten und für jeden Einzelnen von uns im Notfall zur Stelle sind. Im Rahmen des öffentlichen Online-Votings kann sich jeder für diesen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft bedanken, indem er seine Stimme abgibt".

Große Herausforderungen

Doch wie soll ein Außenstehender die Feuerwehren beurteilen? Unter www.feuerwehrwelt.de stellen sich die Bewerber vor. Jede Feuerwehr mit einem individuellen Einsatz, sodass sich alle, die abstimmen, ein Bild der Einsätze machen können und gleichzeitig einen Einblick in die komplexen und vielfältigen Herausforderungen, denen Feuerwehrteams tagtäglich gegenüberstehen, erhalten. Aus Oberfranken hat sich die Feuerwehr Steinwiesen qualifiziert und hofft nun auf zahlreiche Unterstützung durch die Bevölkerung.

Nach Abschluss des Online-Votings werden alle Finalisten zur feierlichen Preisverleihung nach Ulm eingeladen und erfahren, wer das Rennen für sich entscheiden konnte. Auf die Gewinner wartet ein außergewöhnlicher Preis: Sie erhalten nicht nur die exklusive Conrad Dietrich Magirus Statue, sondern reisen zusätzlich zur wohl bekanntesten Feuerwehr der Welt, dem Fire Departement of the City of New York (FDNY). Dort lernen sie ihre amerikanischen Kollegen und deren Arbeit vor Ort intensiv kennen.

Womit hat sich aber nun die Feuerwehr Steinwiesen beworben? Kommandantin Kerstin May erzählt: "Wir hatten am 5. Oktober 2012 um 2.15 Uhr morgens einen Kaminbrand gemeldet bekommen, der sich schnell als böse Überraschung herausstellte. Die Traditionsgaststätte "Grüner Baum", ein historisches Gebäude aus dem Jahr 1770, war durch einen Schwelbrand betroffen, der sich bereits zwei Etagen tief in Fehlböden und Fachwerk ausgebreitet hatte. Die Löscharbeiten in dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude gestalteten sich äußerst schwierig und zogen sich fast 15 Stunden lang hin. Die Bewohner des Hauses entgingen nur knapp der Katastrophe."

Immer wieder kamen Glutnester ans Tageslicht und immer wieder mussten Maßnahmen ergriffen werden. Dank der hervorragenden Arbeit der rund 60 Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr konnte durch sparsamen und gezielten Einsatz von Löschmittel der Wasserschaden am Gebäude minimal gehalten werden. Die private Wohnung der unter Denkmalschutz stehenden historischen Gastwirtschaft konnte vor einer Beeinträchtigung durch Brandrauch bewahrt werden, so dass die Bewohner das Haus im Anschluss an die Löscharbeiten nicht verlassen mussten. Zwei Feuerwehrmänner zogen sich bei den Löscharbeiten leichte Verletzungen zu. In den späten Abendstunden wurde eine letzte Einsatzstellenerkundung durchgeführt.

Spektakulärer Einsatz

Die Einsatzkräfte leisteten während der gesamten Zeit hervorragende Arbeit, so dass sich hierbei keine weiteren Glut- oder Brandnester zeigten. Mit diesem spektakulären Einsatz, an dem mit Wärmebildkamera, Rucksackspritzen, Leichtschaum, Hohlstrahlrohren, Motorsägen und weiterem Brechwerkzeug gearbeitet werden musste, bewarb sich die Feuerwehr Steinwiesen schließlich für das "Feuerwehrteam des Jahres".