"Gerade kommt der siebte Verkehrsunfall heute rein - ein Auffahrunfall in der Güterstraße", sagt Alexander Doppel, Dienstgruppenleiter der Polizeiinspektion Kronach, beim Telefonat am Dienstag gegen 10 Uhr. Bei allen Verkehrsunfällen, die sich seit dem Wintereinbruch in den frühen Morgenstunden ereignet haben, sei es bei Sachschäden geblieben. "Wir haben zum Glück keine Personenschäden", sagt Doppel erleichtert. Die Fahrzeuge seien entweder von der Fahrbahn abgekommen oder auf ein anderes Fahrzeug gerutscht.

Autoreifen greifen nicht

Bei den aktuellen Witterungsverhältnissen ist die vorgegebene Geschwindigkeit seiner Einschätzung nach bereits zu hoch. "20 Minuten nachdem der Streudienst durch die Straße gefahren ist, ist diese schon wieder von Schnee bedeckt. Wenn man in die Bremsen tritt, greifen die Reifen nicht mehr." Neben den Unfällen kam es außerdem an zwei Stellen im Landkreis zu Verkehrsbehinderungen, weil querstehende Lkws die Straßen blockierten.

"Auf der Staatsstraße 2200 steht auf halber Strecke zwischen Hesselbach und Wilhelmsthal ein Lkw quer", berichtet Doppel. Auf derselben Straße nur wenige Kilometer weiter in Theisenort Höhe Landessiedlung zeigt sich ein ähnliches Bild. "Die Straße steigt hier leicht an, geschuldet durch die Örtlichkeit und den Schneematsch greifen die Reifen der Lkws nicht mehr", erklärt er. So bleiben einige Lkw stecken, und ein Rückstau bis zur Bundesstraße 173 entstand.

Den ganzen Tag im Einsatz

Auf einen Tag wie heute sind die Kapazitäten des Kronacher Bauhofs nicht ausgelegt. "Wir sind angehalten, die Straßen vor Beginn des Berufsverkehrs frei zu haben. An einem schneereichen Tag wie heute ist das nicht zu schaffen. Dabei sind wir mit 50 Leuten seit halb fünf im Einsatz", sagt Marco Deuerling, Leiter des Kronacher Bauhofs. Bei einem normalen Winterdienst sind die Straßen nach zwei bis drei Stunden frei geräumt. "Heute sind wir den ganzen Tag im Einsatz. Wir sind nicht so schnell, wie es schneit."

Der Kronacher Bauhof war auf den Wintereinbruch vorbereitet. "Wir hatten den Wetterbericht im Blick. Früh fahren Späher raus und entscheiden dann, ob es nötig ist, zu streuen. Wir reagieren dann auf die Aufforderung der Späher", erläutert Deuerling den Ablauf. Auf Staatsstraßen oder Bundesstraßen würde teilweise auch präventiv gestreut. "Wir gehen immer erst raus, wenn es soweit ist." Die fünf Fahrzeuge des Kronacher Bauamts werden jedes Jahr im November vorbereitet.

"Ab November sind auch die Fremdunternehmer, die weitere 13 Fahrzeuge stellen, in Bereitschaft. Wir könnten jeden Tag raus", sagt Deuerling. Für eine Saison werden 800 Tonnen Streusalz gelagert. Zehn Zentimeter Schnee gab es in der Stadt Kronach zuletzt im Januar 2018. "In der letzten Saison hatten wir nur einmal im Dezember fünf Zentimeter Schnee."

Ausreichend Platz für Pflug

Die Aufgabe des Kronacher Bauhofs ist es, die Straßen, Radwege und Gehwege, die nicht an Privatgrund grenzen, zu räumen. "Um mit dem Pflug durch die Straßen zu kommen, brauchen wir eine Breite von dreieinhalb Metern", sagt Deuerling. Deshalb appelliert er an die Bürger, die Autos nicht in den engen Gassen abzustellen.