Bis Mittwochnachmittag hat Roland Funk gehofft, dass das Schlimmste überstanden ist. Dann erreichten ihn die Ergebnisse der jüngsten Reihentestung im Seniorenzentrum Rodachtal in Marktrodach. Das Laborergebnis verheißt an Weihnachten nichts Gutes für den Geschäftsführer des Sozialdienstes des Arbeiter-Samariter-Bunds: 20 Bewohner sind mittlerweile positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Zwölf Mitarbeiter sind weiterhin in Quarantäne. "Wer hat bloß dieses Drehbuch für 2020 geschrieben?", fragt sich Roland Funk. Es sei an Dramatik nicht mehr zu überbieten.

Er kann sich immerhin weiter an ein paar gute Nachrichten im Pandemie-Drama klammern. Alle Positivfälle liegen auf einer Station. Die zweite Station ist Corona-frei. Kein Bewohner ist an den Folgen der Erkrankung gestorben. Nur eine Bewohnerin liegt im Krankenhaus und auch sie immerhin nicht auf der Intensivstation. Noch kann der ASB die ausfallenden Mitarbeiter und den zusätzlichen Sicherheitsaufwand in Eigenregie bewältigen. Der Geschäftsführer ist stolz auf seine Mitarbeiter, die ihre volle Unterstützung auch über die Weihnachtsfeiertage zugesichert haben. "Bis Sonntag konnten wir alle Dienste besetzen." Aber dennoch: "Wir sind im Krisenmodus!", sagt der Geschäftsführer.

Lebenshilfe: Einsatz beendet

Er spricht von jener Krise, von der seit diesem Wochenende auch die Kronacher Lebenshilfe betroffen ist. Die beiden Wohn- und Pflegeheime für Menschen mit Behinderung standen zu Wochenbeginn im Fokus der jüngsten Entwicklungen der Pandemie im Landkreis. Technisches Hilfswerk (THW), Bayerischer Rotes Kreuz (BRK) und das Gesundheitsamt haben die Einrichtung im Katastrophenschutz-Modus unterstützt.

Seit Dienstagnacht, 22.45 Uhr, ist der Einsatz offiziell beendet. Das berichtet Markus Wich, stellvertretender Pressesprecher im Landratsamt. Das THW hatte ein Zelt aufgebaut, ausgestattet mit der nötigen Sicherheitskleidung: Vollmontur. Das BRK hat unter anderem das Personal zum Einsatz des Antigen-Schnelltests in der Einrichtung geschult. Alle haben zusammen geholfen, auch die anderen sozialen Einrichtungen in der Region, die Personal zur Unterstützung geschickt haben, wie zum Beispiel der ASB.

Am Dienstag sind alle Mitarbeiter und Bewohner der Lebenshilfe getestet worden. Die Ergebnisse erwartet die Einrichtung bis zum Weihnachtsabend - in der Hoffnung, dass ihnen keine weitere böse Überraschung bevorsteht.

In der Frankenwaldklinik hat sich die Lage indessen wieder stabilisiert. Die Corona-Infektionen unter den Mitarbeitern sind rückläufig, berichtet Pressesprecher Stefan Studtrucker, wenn auch andere jahreszeittypische Erkrankungen auftreten. Weiter hoch ausgelastet ist allerdings die Intensivstation, sagt er. Neun Patienten, davon vier mit Covid-19, werden derzeit behandelt. "Mit Blick auf die hohen Inzidenzwerte auch in unseren Nachbarlandkreisen dürfte uns das Thema im Intensivbereich noch einige Wochen beschäftigen." Das medizinische Angebot der Klinik sei seit dem 8. Dezember wieder vollständig verfügbar, sagt der Sprecher.