Die Tenorsaxophonistin Silke Welsch fing mit der Klarinette an. Nachdem sie die ersten fünf Mal als Klarinettistin das Kreisauswahlorchester bereichert hatte, wirkte sie nun die vergangenen fünf Mal auf dem Tenorsaxophon mit.

Sie kommt zwar aus einer musikalischen Familie, ist aber die erste, die ein Instrument erlernte. "Bei uns in der Familie wurde viel gesungen. Ich kann mich erinnern, wie meine Eltern und auch meine Oma mit mir oft gemeinsam gesungen haben", erzählt sie. Zur Klarinette kam sie über ihre Schulfreundin Corinna Löffler, die ebenfalls Klarinette spielte. Beide erlernten das Instrument bei Corinnas Vater, Klemens Löffler.

Das Spielen auf dem Tenorsaxophon hat sie sich selbst beigebracht. "Wenn man Klarinette kann, ist das leicht zu lernen. Das sind dieselben Griffe", erzählt die 25-Jährige, die bei der HUK arbeitet und wochentags auch in Coburg wohnt.


Für die Hesselbacherin ist die Musik ein guter Ausgleich zum Arbeitsalltag. Sie zeigt auch großes Engagement in der Jugendarbeit, so gibt sie in der Bläserklasse des Musikvereins Hesselbach Saxofon-Unterricht.

Maria Gerber stammt aus einer richtigen Musiker-Familie. So wirken ihre Schwester Johanna (Querflöte) sowie ihre Cousinen Nina Geiger (Flügelhorn) und Anna Geiger (Trompete) im Kreisorchester mit - sowie weitere Familienmitglieder beim Musikverein Steinberg. "Mein Opa machte schon Musik. Wir sind quasi mit der Musik aufgewachsen", erzählt die 24-Jährige, die auf eher ungewöhnliche Weise zum Flügelhorn kam. "Als ich noch ein Kind war, hat man mir eine Schallplatte vorgespielt. Mir hat das Flügelhorn am besten gefallen. Das wollte ich lernen", erinnert sich die Steinbergerin schmunzelnd. Auch sie erachtet die Musik als einen guten Ausgleich zum Beruf. Das Schönste für sie ist, dass man im Orchester gemeinsam mit anderen Musikern musizieren kann.
Beiden hat das diesjährige moderne Programm sehr gut gefallen, wobei sie besonders die Klangfülle in der Kirche beeindruckt hat. Im Kreisauswahlorchester gefällt ihnen die fast familiäre Atmosphäre.

Kreisauswahlorchester begeistert - nach vielen Jahren wieder in der Kirche

Als die ersten Töne des zeitlos schönen Klassikers "What a wonderful world" von Louis Armstrong erklangen, meinte man fast, ihn vor sich sehen zu können: den unvergessenen Jazztrompeter und Sänger. Das Stück, in dem der "Satchmo" die Schönheit der Welt und die alltäglichen kleinen Glücksmomente besingt, passte perfekt in das Jahreskonzert des Kronacher Kreisauswahlorchesters; sorgten doch dessen Musiker und Musikerinnen selbst ebenfalls für jede Menge Glücksmomente - und zwar bei den begeisterten Gästen.

Der Welthit war aber beileibe nicht die einzige Kostbarkeit, die die Creme de la Creme der Aktiven im Landkreis aus ihrer "Schatztruhe" der gemeinsamen Zusammenarbeit "herausholten". Im herrlichen Altarraum der Teuschnitzer Kirche boten sie - heuer erstmals unter der Leitung des neuen Kreisdirigenten Roman Steiger - ein anspruchsvolles Programm der Spitzenklasse.

Roman Steiger war es auch, der sich - nachdem man zuletzt Ende der 1990er Jahre ein Passionskonzert im Pressiger Gotteshaus abgehalten hatte - wieder ein Konzert in einer Kirche wünschte. In Kirchen erreichen die Klänge eine neue Dimension, hier klingt die Musik noch voller, intensiver und bewegender. Und die Musik war auch in diesem Jahr exzellent ausgewählt. Mit ihr erhielten die 45 überwiegend jungen Musiker und Musikerinnen aus 16 Vereinen die Möglichkeit, einmal mehr ihr großes musikalisches Können unter Beweis zu stellen. Durch den kurzweiligen Abend führte Holger Pohl.

Natürlich gab es nach dem Programm zwei Zugaben, nämlich Michael Jacksons "Heal the World" sowie das Sanctus aus der Schubert-Messe. Sie beendeten das ungemein frisch, modern und lebendig daherkommende Konzert, für das sich die Gäste mit Standing Ovations bedankten.

Der kurzweilige Abend hatte einmal mehr gezeigt, über wie viele talentierte junge Musiker der Landkreis verfügt, was insbesondere der hervorragenden Nachwuchsarbeit in den Vereinen zu verdanken ist. "Das Kreisauswahlorchester ist das Aushängeschild der Jugendarbeit", hatte bereits Kreisvorsitzender Wolfgang Müller in seiner Begrüßung betont. Auch stellvertretender Landrat Gerhard Wunder zeigte sich stolz auf die vielen jungen Musiker: "Der Landkreis stirbt nicht aus, er lebt. Es kommen immer wieder neue Musiker hinzu." So feierten heuer sage und schreibe 14 Neuzugänge ihr Debüt - zuzüglich Kreisdirigent Roman Steiger als Leiter des Kreisauswahlorchesters. "Du hast in kürzester Zeit die jungen Menschen zu Höchstleistungen geführt", lobte ihn Kreisvorsitzender Wolfgang Müller. "Ich bin stolz drauf, hier mitwirken zu dürfen", freute sich Roman Steiger.