Noch zeigt der weit ausgestreckte Arm ins Nichts. "Irgendwo da hinten, wo der weiße Fleck zwischen den Baumwipfeln ist, wird einmal die Brücke langführen", sagt einer der Bauarbeiter und schaut ins tiefe Grün des Rodachtals. Seit Montag arbeiten er und seine Kollegen kurz hinter dem Marktrodacher Rewe-Markt an der Kronacher Straße an einem zweiten Fahrweg - der allerdings nicht für Autos gedacht ist. "Das wird eine Baustraße, auf der Materialien und Maschinen angeliefert werden können", erklärt Gerhard Förtsch, der für den Brückenbau zuständige Sachbearbeiter des Staatlichen Bauamts Bamberg, Außenstelle Kronach.


Öffnungen für Hochwasser

Noch in diesem Jahr soll die zusätzliche Straße fertig gestellt werden, denn sie ist Voraussetzung, um mit einer deutlich größeren Baumaßnahme beginnen zu können: einer rund 100 Meter langen Brücke über die Rodach. Rund drei Millionen Euro wird sie vermutlich kosten. "Wir fangen im nächsten Jahr an, sobald es die Witterung erlaubt", sagt Förtsch. Weil die Rodach jährlich Hochwasser führt, ist die Brücke in der Mitte bewusst etwas höher. "Außerdem gibt es in der Brücke mehrere Öffnungen, damit Hochwasser abfließen kann. Läuft alles so, wie es sich die ausführende Baufirma und das Staatliche Bauamt vorstellen, sind die letzten Arbeiten an der Brücke bis Ende 2017 beendet. Genutzt werden kann sie dann allerdings noch nicht - schließlich müssen noch die zur Brücke führenden Straßen verlegt werden.


"Sind voll im Zeitplan"

Deutlich weiter sind die Arbeiten hingegen gleich vor der Zeyerner Ortsausfahrt in Richtung Roßlach, wo derzeit das sogenannte "Widerlager Kronach" errichtet wird. Also jener Bauteil im Brückenbau, der den Übergang zwischen der Brückenkonstruktion und dem Erddamm herstellt. "Da sind wir voll im Zeitplan", sagt der Sachgebietsleiter. "Bis Ende April 2017 soll es fertig sein."

Ebenso wie die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Zeyern und Roßlach. "Die wird im Bereich der Brücke erneuert", erklärt Gerhard Förtsch. "Das sind beides Maßnahmen, die parallel verlaufen."

Der Bau beider Brücken gehört zum ersten Bauabschnitt der Ortsumgehung Zeyern, die insgesamt rund 14 Millionen Euro kosten wird. Beginnen wird die 2,7 Kilometer lange Straße kurz hinter dem Marktrodacher Rewe-Markt. Von dort verläuft sie den Planungen des Staatlichen Bauamts zufolge bis zur Verbindungsstelle nach Roßlach dreispurig. Zwei Spuren sollen von Marktrodach Richtung Hof und eine von Zeyern Richtung Kronach führen.

Doch ehe es soweit ist, dürften weit ausgestreckte Arm noch einige Zeit ins Nichts zeigen. Denn abschlossen werden sollen die letzten Arbeiten Mitte 2019 - sofern alles nach Plan läuft.