Nun steht es fest: Die ehemaligen Faust-Festspiele heißen künftig Rosenberg-Festspiele. Das hat der Tourismus-, Stadtmarketing- und Sozialausschuss am Montag in seiner Sitzung beschlossen.

Der Name hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Deshalb hat sich der Ausschuss am Montag damit beschäftigt, obwohl sich der Stadtrat bereits für den neuen Namen ausgesprochen hatte. Allerdings waren danach unter anderem aus der Bevölkerung auch kritische Stimmen bezüglich des neuen Namens gekommen, hatten sich die Faust-Festspiele doch über Kronach hinaus einen Namen gemacht, wie auch Bürgermeister Beiergrößlein stets betonte.

Der Kronacher Designer Rolf Hering erörterte den Ausschussmitgliedern den zukünftigen Markenauftritt der Festspiele.
"Dabei wollen wir Bewährtes mitnehmen und neue Chancen eröffnen", führte er an.
So wird der bisherige Markenauftritt der "Faust-Festspiele" in seiner inhaltlichen und visuellen Kommunikation unter dem neuen Festspielnamen "Rosenberg Festspiele" verändert, gleichzeitig geschieht dies aber im Rückgriff auf Elemente des bereits bestehenden Markensystems der Stadt Kronach.

Die neue Bild- und Wortmarke sei klar, prägnant und verständlich sowie aus dem bestehenden Markensystem der Stadt Kronach entwickelt.
Konkret heißt das für die Marke "Rosenberg-Festspiele" folgendes: Die Marke löst sich vom engen Faust-Bezug und zielt auf ein Kulturereignis mit breiterem und flexiblerem Angebot. Sie wird nicht an Einzelpersonen, sondern an den "genius loci" Rosenberg und damit an die Stadt Kronach zurückgebunden.

Ziel der neuen Wort-Bild-Marke ist es zusammenfassend, das beliebte und bewährte Sommerereignis auf dem Rosenberg zu erhalten, zu fördern und zu stärken, und zudem die Marke "Rosenberg" neben der Marke "Cranach" zu etablieren.

Weil eine Bildmarke aber auch Unterstützung durch einen Slogan brauche stellte Hering auch dafür Vorschläge in den Raum. Zum Beispiel: "Fest Festung Festspiele" oder aber, "...ganz oben, Theater auf der Festung".
Zusätzlich sollen ein Fünfeck-Grundriss der Festung und eine fünfeckige Darstellung der Rose im Stadtwappen von Kronach für Plakate und Flyer und andere Werbemittel einen Hingucker und eine einprägsame Identifikation in der Werbung erwirken und so als markantes Leitmotiv dienen.

"Wir haben nicht viel verändert, aber richtig", hob Hering hervor. Die Vorschläge des Werbeexperten fanden die Zustimmung auch im Unterstützerkreis für den Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) im Ausschuss für die neue Namensgebung plädierte. Nicht nur Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) konnte sich für diese Vorschläge begeistern, positiv überrascht und regelrecht angetan zeigte sich auch Jonas Geissler (CSU-Stadtrats-Fraktionsvorsitzender) . Sei er anfangs doch mit einem Namenswechsel nicht einverstanden gewesen, sah er diese Marke "Rosenberg-Festspiele" nun als sehr gut an. "Das gefällt mir ich bin wirklich begeistert und finde das verliebenswert", äußerte Geissler. Zwar werde man wohl anfangs mit Besuchereinbußen rechnen müssen, "aber auf Dauer werden wir den Anstieg wieder schaffen".

Winfried Lebok (CSU) hatte zunächst bei der Namensgebung auch den Frankenwald im Hintergedanken. Doch das vorgetragene Konzept fand er "hervorragend gelungen". Heinz Hausmann (CSU) stellte ein großes Interesse der Bevölkerung an der Namensgebung fest. Die Diskussion im Vorfeld habe dies gezeigt und das sei positiv zu bewerten. Die Entscheidung für "Rosenberg-Festspiele" hält er für den richtigen Weg. Jens Schick (FW) fand die Präsentation "ganz klasse". Martina Zwosta (FL) war ebenfalls überzeugt vom Namen und der Wort-Bild-Marke sowie dem Slogan "...ganz oben, Theater auf der Festung".

Hans Simon (SPD) meinte, es wird eine Zeit dauern, bis der neue Name und das Leitmotiv eingeprägt sind.
Marina Schmitt (SPD) konnte sich mit dem Begriff "Rosenberg Festspiele" nicht anfreunden. "Nur wenige Leute wissen überhaupt, dass die Festung Rosenberg heißt." Ihre Überlegung stellte daher die Festung in den Mittelpunkt. Als Markenname könne sie sich "Festungsspiele" vorstellen, sagte Schmitt und ergänzte, dass wohl die größere Herausforderung eine Konzeption sei. "Wir haben wohl den zweiten Schritt vor dem ersten getan", kritisierte sie und stimmte gegen den Beschlussvorschlag, der lautete: "Die Festspiele auf der Festung Rosenberg sollen, aus Gründen der Repertoireerweiterung und der besseren Vermarktung des Spielortes, zukünftig ,Rosenberg-Festspiele' heißen. Mit 8:1 Stimmen wurde dieser Vorschlag angenommen, ebenso wie die Wort-Bild-Marke und das Leitmotiv.

Kerstin Löw, die Leiterin des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs, zeigte sich erfreut über den Beschluss, könne man doch jetzt weiter planen und handeln, denn die Zeit drängt allmählich. Ziel ist es, mit dem Vorverkauf am 30. November zu beginnen.



Kommentar von Corinna Igler

Gespannt haben die Kronacher auf den neuen Namen und das Logo für "ihre" Festspiele gewartet. Jetzt, wo beides raus ist, wird es natürlich Leute geben, denen Name und Logo oder zumindest eines davon gefällt. Genauso wird es auch Leute geben, die angesichts der Diskussion um beides, vom Ergebnis enttäuscht sein dürften.

Weniger ist mehr, lautet ein altes Sprichwort. Und sicherlich ist Schlichtheit die neue Eleganz. Aber ist die Wort-Bild-Marke, wie das Rosen-Logo mit dem Text "Rosenberg Festspiele Kronach" genannt wird, nicht ein bisschen zu schlicht?

Unbestritten, es fügt sich gut in die Reihe der restlichen Logos der Stadt Kronach ein, passt, wie es heißt, ins Markensystem. Auch die Farbe Rot hat ihre Berechtigung, ist sie doch die Farbe der Stadt. Allerdings ist das auch schon alles.

Wo ist in der Wort-Bild-Marke aber der Bezug zum Theater? Dafür muss rein das Wort "Festspiele" ausreichen. Der Schwerpunkt liegt durch das Wort "Rosenberg" und dem Rosen-Motiv eindeutig auf dem Spielort. Doch worum es geht, sind die Festspiele, das Theater.

Gerade jetzt, wo es gilt, die Festspiele über die Landkreis-Grenzen hinaus bekannt zu machen und wo der Titel "Faust-Festspiele" bereits einen Namen hatte, ist es besonders wichtig, ein Logo, eine Marke zu haben, die ins Auge fällt. Dafür wirkt die bestehende Wort-Bild-Marke zu schwach. Bei einem Neustart dieser Größenordnung hätte es doch wert sein müssen, mehrere Angebote und Vorschläge einzuholen, um dem Tourismusausschuss letztlich auch mehrere Varianten zur Auswahl stellen zu können.