Der Flugplatz am Kreuzberg in Kronach hat lange Tradition. Derzeit bauen Idealisten eine neue Flughalle. Der Aeroclub Frankenwald in Kronach freut sich über eine neue Halle am Kreuzberg-Flugplatz. In vielen selbstlosen, idealistischen Einsätzen von annähernd eintausend freiwilligen Arbeitsstunden im Jahr 2015 haben sich die Segelfliegerfreunde der Erfüllung ihres Wunsches einer neuen Halle ziemlich nahe gebracht. Es entstand der Rohbau einer ansehnlichen neuen Halle in den Ausmaßen 25 Meter lang, 15 Meter breit und acht Meter Höhe, also 375 Quadratmeter Grundfläche. Sie wird nach ihrer Fertigstellung, voraussichtlich im Sommer dieses Jahres, allen Ansprüchen der Segelflugfreunde gerecht. Darin werden ein Abstellraum, Transporthänger, Winde, ein Rückholfahrzeug, Erste-Hilfe-Fahrzeug und ein Traktor mit Mähwerken, untergebracht.
Die bisherige Flughalle wird dem Tierschutzverein überlassen.
Bis Sommer 2016 soll die neue Halle endgültig bezugsfertig hergestellt sein. Dann verfügt der Aeroclub Frankenwald über einen Flugleitturm (Höhe circa zehn Meter), über eine große Halle mit Sozialraum, Sanitäranlagen und Schulungsraum etc., sowie sich anschließend die neue Halle. An dieser muss aber noch fleißig gearbeitet werden. Der Fußboden muss noch gepflastert, die Tore eingebaut und die Elektrotechnik muss installiert werden und auch das Hallenumfeld wird entsprechend herausgeputzt.


Einst Bedenken des Stadtbauamts

Kronach hat eine lange Fluggeschichte, erzählt das Aeroclub-Mitglied Alfred Lang. Schon in den 1920er-Jahren gab es erste Bestrebungen nach einem Flugplatz am Kreuzberg. Damals meldete das Stadtbauamt Kronach jedoch größere Bedenken an, das Risiko für einen Flugplatz, war für Kronach zu groß.
1934 wurde in Kronach der Deutsche Luftsport Verband (DLV) gegründet. In der Modellschreinerei Popp und Schmidt (Räume der Maschinenfabrik Weber), fertigten die Segelflieger in spe nach Feierabend ein Flugzeug an. Aus Platzgründen bezog man vorübergehend 1935/36 einen Raum in der Rosenbergstraße, danach fand man Räumlichkeiten in der Sebastiansgasse. Die Fluggruppe war mittlerweile stark angestiegen und man hatte zwischenzeitlich drei Flugzeuge.
An Wochenenden herrschte mit der Fliegerei Hochbetrieb am Kreuzberg. Am 16. Januar stellte der DLV Kronach einen Bauantrag beim Bezirksamt Kronach für die Errichtung einer Flughalle auf dem Kreuzberg. Dieser wurde genehmigt und noch im gleichen Jahr entstand die erste Flughalle am Kreuzberg, angegliedert waren Werkstatt, Wohn- und Aufenthaltsraum. Um die günstigen Flugbedingungen zu nutzen, kamen Fluggruppen aus dem gesamten nordbayerischen Raum auf den Kreuzberg. Der Kreuzberg bekam den Beinamen "Wasserkuppe des Frankenwaldes". Nun - Ende der 1930er-Jahre - wurde der Flugplatz allerdings immer mehr in die Interessen der damaligen Machthaber einbezogen und wurde als Fluglager benutzt.
Nach Kriegsende 1945 herrschte zunächst Flugverbot. Die seinerzeit errichtete Flughalle wurde abmontiert und fand damals am heutigen Landesgartenschaugelände einen Platz. Sie wurde im Zuge der Landesgartenschau Anfang des 21. Jahrhunderts abgerissen.


1959 als Fluggelände zugelassen

Im Jahre 1950 wird der Flugsport in der Bundesrepublik Deutschland wieder erlaubt. Noch im gleichen Jahr wird in Kronach der Aero-Club Frankenwald gegründet. Hauptsächlich bei den Flugvereinen Neumarkt Wirsberg, Lichtenfels und Coburg waren für viele Jahre die Kronacher als Fluggäste, da es im heimischen Gebiet keine Möglichkeit gab, den Flugsport auszuführen. 1959 war es endlich soweit, dass ein Fluggelände auf dem Kreuzberg zugelassen wurde. Der etwa 150 Meter über der Talsohle liegende Platz nordöstlich von Kronach entpuppte sich als ideales thermisches Gebiet. Der idyllisch gelegene Flugplatz eignet sich durch seine thermisch günstige Lage ideal als Ausgangspunkt für größere Streckenflüge, da er sich direkt am Tor zum Frankenwald befindet und von hier aus Segelflugrennstrecken wie der Thüringer Wald, das Fichtelgebirge und die Fränkische Schweiz zur Verfügung stehen.
Durch die Wiedervereinigung Deutschlands 1989 wurde fliegerisch im Norden der Frankenwald, westlich der Thüringer Wald mit Rhön, im Osten das Fichtelgebirge mit Oberpfälzer und Bayerischer Wald für anspruchsvolle Überlandflüge genutzt. Auch Höhenflüge von einigen tausend Metern werden erzielt. 1984 wurde ein Flugleitturm errichtet, neben dem 1988 die erste Flughalle entstand. Eben auch wieder neben dieser Halle entsteht derzeit die weitere große Flughalle. Das Gebäudetrio bietet somit auf kurzen Wegen ein gut ansehnliches Ensemble und unterstreicht das Segelflug-Eldorado auf dem Kreuzberg das gerne als Naherholungsgebiet angenommen wird.


25 aktive Piloten

Der Aero-Club Frankenwald zählt rund 60 Mitglieder, davon 25 aktive Piloten. Er ist im Besitz von zwei Flugzeughallen, einen Flugleiterturm, drei Segelflugzeugen, einen doppelsitzigen Reise-Motorsegler, einer Start- Winde, sowie fast dem gesamten Fluggelände. Außerdem sind neun private Segelflugzeuge und zwei Ultraleichtflugzeuge hier beheimatet. Mit großem Engagement widmen sich einige Idealisten der Pflege, des Erhalts und des Ausbaus des Fluggeländes und erhalten auch die, teils mit viel Schweiß und Herzblut größtenteils in Eigenregie, errichteten Gebäude.
Bei einem Pressetermin trafen wir Alfred Lang, Michael Porzelt, Georg Hilse und Matthias Porzelt bei der Arbeit. Einer ihrer eifrigsten Idealisten, Hans Bayer, fehlte zu diesem Zeitpunkt. Bayer sei an allen Pflege-, Instandhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen leidenschaftlicher Mithelfer, sagt Alfred Lang. Wenn auch noch viel Arbeit anfällt, so freut man sich schon jetzt auf die Fertigstellung der neuen Halle im Sommer dieses Jahres.