"Wir werden weiterkämpfen! Gerade wenn ich die vielen jungen Menschen im Publikum sehe, weiß ich, dass die Big-Band-Ära noch nicht vorbei ist. Ich freue mich auf die nächsten zehn Jahre", rief Bandleader Marco Plitzner zum Schluss des über dreistündigen Jubiläumskonzerts ins Publikum, das es vor Begeisterung nicht mehr auf den Plätzen gehalten hatte und dem "Blue Moon Orchestra" Standing Ovation erwies.

Mit Show-Größen auf der Bühne

Es waren bewegende Momente am Ende einer wunderbaren Jubiläumsgala, die "natürlich" in Kronach abgehalten wurde, denn - wie brachte es Plitzner auf den Punkt: "Egal wie schwierig es für uns woanders auch war: Wenn wir nach Kronach kamen, gab es immer ein volles Haus." Ein volles Haus gab es auch am Samstag und die Zeiten, in denen die Band anderswo vor wenig Publikum spielte, sind längst vorbei.
Mittlerweile spielte die Big Band schon mit Show-Größen wie Roberto Blanco, Bill Ramsey, Miroslav Nemec und der Swing-Legende Hugo Strasser.

Mit dem aktuellen Tournee-Programm "The Story of the Big Bands - ein Episodical in 4 Szenen" bringt das "Blue Moon Orchestra" derzeit eine neue Form des Musiktheaters auf die Bühne.

Mit ihrer von Herzen kommenden Musik aus der goldenen Zeit des Swings riss die Big Band am Samstag ihr Publikum mit. Schon bei den ersten Klängen waren im Publikum erste Symptome auszumachen: Lächelnde Gesichter, schnippende Finger und wippende Füße. Es gab kein Entkommen: Mitreißender Jazz durch die verschiedenen Epochen von Duke Ellington bis hin zu Glenn Miller ließ den Funken sofort überspringen. Ein Blick in die Publikumsreihen bewies, dass diese Musik tatsächlich sowohl junge Menschen, als auch ältere begeistern kann.

Marco Plitzner, der zwischen Saxophon und Klarinette wechselte, wusste zu den einzelnen Stücken und zu der Geschichte des "Blue Moon Orchestra" viele Anekdoten zu erzählen. Die Swing-Band, deren Idee bei einem Spaziergang des Weißenbrunners und seiner Ehefrau Ninette Soyez-Plitzner 2003 in seinem Heimatort entstand, ließ musikalische Schätze deutscher Swingorchester der Nachkriegszeit sowie amerikanischer Big Bands wieder auferstehen, brachte aber auch Eigenkompositionen zum Klingen.

Melissa Muther ist neu

Dass die Musik mitten ins Herz ging, dafür sorgten gleich vier hervorragende Sänger und Sängerinnen mit ihren wunderbaren Stimmen - nämlich Franz Langer, Sandra Härtl, Evelin Mahjour und - neu - Melissa Muther. Der charmante Neuzugang aus Iphofen verstärkt seit Kurzem die Big Band, da sich Mahjour derzeit auf ihr zweites Staatsexamen vorbereitet und Härtl in wenigen Wochen ihr zweites Kind erwartet. Natürlich waren aber auch die beiden Sängerinnen beim Jubiläum dabei.

Die Liedbeiträge waren ein einzigartiger Genuss - vor allem die rund 20-minütige Musical-Einlage. Objekt der Begierde von Härtl und Muther war dabei Franz Langer, der von den beiden betörenden Damen angeschmachtet wurde. Nach manchen Verwirrungen und Eifersüchteleien - musikalisch ausgedrückt in "Twists of love", "Something stupid", "This lady is a tramp”, "She´s like an iceberg” oder "The ice ist melting" - kam es letzten Endes aber doch, wie sollte es anders sein, zum "Happy End" der "Verliebten" Langer und Muther.

Das war so romantisch, dass Stan und Oli - alias Matthias Shortmann und Lothar Beyerlorzer - rote Herzen in die Luft hielten. Die beiden "Maskottchen" des "Blue Moon Orchestra" durften beim Jubiläum natürlich ebenfalls nicht fehlen. Und dann gab es auch noch "etwas andere" Gäste, die das Publikum vor Lachen außer "Rand und Band" brachten - nämlich das geniale Comedy-Duo "Ebel und Mai", das ein herrliches Potpourri aus Slapstick, Pantomime und Artistik bot: ob bei ihrem Keulen-Strip, mit dem sie Wettkönig bei "Wetten dass" geworden waren, oder beim Versuch, Stefan aus dem Publikum mit ihren Keulen die Zigarette aus dem Mund zu werfen.

Abschluss mit Uli Böhm

Eine einzige Freude waren die Auftritte der "Albert´s Jazzcombo" vom musischen Albertinum Gymnasium Coburg, wo Marco Plitzner und seine Ehefrau Lehraufträge haben. Die jungen Musiker und Musikerinnen spielten so herzerfrischend, leidenschaftlich und auf solch hohem Niveau, dass jedem Musikfreund nur das Herz aufgehen konnte. Den traditionellen Abschluss eines jeden "Blue Moon Orchestra"-Konzerts bildet "Uncle Uli´s" "lullaby" mit Uli Böhm, der von Anfang an in der Band dabei ist und bei keinem Konzert fehlte. So bildete Uli Böhm auch dieses Mal den Schlusspunkt der Zehn-Jahre-Jubiläumsgala, der ein Konzert für die Kinder vorausgegangen war.