Im "Digitalen Gesundheitsdorf Oberes Rodachtal" erforscht das Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) gemeinsam mit dem Caritas-Kreisverband Kronach sowie den Bürgern der Gemeinden Nordhalben, Steinwiesen und Wallenfels die Potenziale der Digitalisierung zur Verbesserung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung. Mittels einer digitalen Plattform werden ambulante Pflegedienste, Hausärzte sowie Pflegebedürftige, chronisch Kranke und deren Angehörige vernetzt, um Abstimmungsprozesse zu vereinfachen. Zusätzlich wird der Einsatz von neuen, textilintegrierten Vitaldatensensoren und am Markt verfügbaren technischen Assistenzsystemen untersucht, um ein möglichst langes selbstständiges Wohnen im eigenen Zuhause zu unterstützen. Das Projekt wird seit September 2018 durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

"Digitalisierung ist ein globaler Megatrend", betonte Projektleiter Andreas Hamper vom IESE. Die Rodachtalgemeinden zeigten, dass Digitalisierung auch dort geschieht, wo sie den Menschen besonders viel bringt: im ländlichen Raum. "Es ist egal, wo du wohnst, arbeitest und lebst" werde Digitalisierung irgendwann einmal bedeuten. Die Rodachtalgemeinden mauserten sich zu einem Zentrum der Digitalisierung, insbesondere im Bereich Gesundheit. Hamper: "Wir haben ein großartiges Netzwerk von Leuten, die von der Digitalisierung überzeugt sind."

Wettbewerb gewonnen

Eva Maria Müller hat das Thema gemeinsam mit der Caritas und deren Geschäftsführerin Cornelia Thron richtig angeschoben. Die Partnergemeinden Nordhalben und Steinwiesen wurden überzeugt, mitzumachen. Wallenfels gewann einen Wettbewerb mit einem Konzept mit Seniorenheim und Ärzten.

"So ist es gelungen, ein weiteres Projekt ,Digitales Dorf‘ an Land zu ziehen", erklärte Projektleiter Hamper. Mit dem Fraunhofer Institut sei ein renommierter Partner "ins Boot gekommen". Ziel sei es, den Menschen vor Ort dabei zu helfen, dass sie möglichst lange möglichst selbstbestimmt zu Hause leben können. Dieses Projekt könne aufzeigen, wie Lebensumstände auf dem Land genauso gut sein können wie in der Stadt. Kommunikationstechnologien sollen für Daseinsvorsorge genutzt werden.

Immer mehr Menschen brauchten intensivere medizinische und pflegerische Begleitung. Die Abstimmung solle vereinfacht werden. Das medizinische Fachpersonal könne sich so mehr auf die Menschen konzentrieren.

Gesucht würden Lösungen, die unterschiedliche Datenquellen zusammenbringen und eine Auswertung ermöglichen. Es gebe Assistenztechnologien, etwa um bei Bewegungslosigkeit Stürze zu erkennen. Sieben Probanden in den drei Gemeinden seien ausgewählt, und über Monate würden die Erfahrungen ausgewertet. Sie bekämen auch ein T-Shirt mit Elektroden für den Arzt. Der Arzt könne so auf Daten mit hohem medizinischen Wert zurückgreifen. Der Patient entscheide, wer Daten bekommt, etwa Hausarzt und Pflegedienst oder Angehörige.

Ein weiteres Ziel sei es, eine digitale Nachbarschaftsplattform einzuführen, erläuterte Sozialpädagogin Janet Januszewski. Man habe sich für den BayernFunk (www.digitale-doerfer.de) entschieden. Hier würden Lösungen für die digitale Nutzung in ländlichen Regionen unterstützt. Eine kostenlose App sei für mobile Endgeräte nutzbar. Neben Gemeinden, Märkten und Kreisen könnten auch Verbände und Vereine posten. Es sei auch eine Art Online-Marktplatz für eine Region. Es würden Vorteile des Online-Einkaufens mit denen des Einkaufens beim Händler vor Ort verknüpft. Auch örtliche Nachrichten könnten so schnell an die Leute gelangen. Und es könne ein Kommunikationszentrum entstehen.

Freibad muss saniert werden

Mit den letzten Ferientagen hat Wallenfels eine außergewöhnliche Freibadsaison abgeschlossen. Erst Anfang Juli wurde geöffnet und dann noch der August komplett mitgenommen. "Dass wir trotz aller Herausforderungen trotzdem aufgemacht haben, war richtig. Viele Bürger fuhren heuer nicht in Urlaub", erklärte Bürgermeister Jens Korn. "Es mussten einige bittere Pillen geschluckt werden. So durfte das Kinderschwimmbecken nicht geöffnet werden. Das hielt manche junge Familie ab. Der Besuch war durchschnittlich, und der Betrieb hat trotz alledem gut funktioniert."

Das Wallenfelser Freibad muss saniert werden. Wallenfels bewirbt sich für das Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen. Die Bewerbung für die Förderung von Sportstätten als Gemeinschaftsprogramm Bund und Land im Rahmen der Städtebauförderung - der Fördersatz beträgt hier bis zu 90 Prozent - wurde einstimmig beschlossen.

Freibäder sind davon ausdrücklich ausgenommen. "Wir wollen uns bei diesem Investitionspakt für die Sanierung der ehemaligen Schwimmhalle bewerben", erklärte Bürgermeister Jens Korn. Die Halle soll wieder eine Turnhalle werden. Ein förderfähiges Konzept sieht drei separate kleine Hallen vor, eventuell für Tischtennis, VHS, Gesundheit und Fitnessprogramme von Vereinen. Die Regierung findet das Konzept sehr gut.

Mobilitätskonzept auf Prüfstand

Das neue Mobilitätskonzept ist seit Schulbeginn im Stresstest, erklärte Bürgermeister Korn. "Dabei kann auch mal etwas schieflaufen." Das Stadtoberhaupt kümmerte sich intensiv um die Schülerbeförderung und war auch früh in Ortsteilen an Bushaltestellen.

Größtenteils funktionierte der Hinweg ganz gut. Probleme gibt es vor allem beim Rückweg. Etwa am Schulzentrum gibt es Probleme, weil Haltestellen verändert wurden. Auch beim Umsteigen in Wallenfels gibt es Schwierigkeiten. Mittlerweile wurden Kleinbusse angewiesen, unten an der Wallenfelser Schule zu halten. "Ich bin überzeugt, dass sich die Probleme lösen lassen. Es ist ein lernendes System", meinte Korn.

In Kleinthiemitz und Schnappenhammer seien die Haltestellen direkt an der Bundesstraße, sprach Diana Schütz an. Hier habe er bereits angesetzt, erklärte Bürgermeister Korn. Er sprach mit Gabriele Riedel vom Mobilitätskonzept. Beide Haltestellen sind bislang Bedarfshaltestellen. Innerhalb der nächsten 14 Tage sollen diese Haltestellen in offizielle Haltestellen umgewidmet werden. "Wir werden in Schnappenhammer eine neue Haltestelle schaffen", versprach Jens Korn.

Heiraten in Wallenfels ist weiterhin möglich

Die Stadt Wallenfels überträgt ab dem 1. Januar 2021 die Aufgaben des Standesamtes auf die Stadt Kronach. Dies beschloss der Stadtrat bei einer Gegenstimme. Heiraten in Wallenfels ist aber weiterhin möglich, entweder mit Personal der Stadt Kronach oder mit den Eheschließungsstandesbeamten Bürgermeister Jens Korn und Dritter Bürgermeister Andreas Buckreus.

Es sprechen viele Argumente für die Entscheidung des Wallenfelser Stadtrates. Nach der Wahl des ehemaligen Geschäftsleiters und einzigen Standesbeamten mit Regelvoraussetzungen, Frank Jakob, zum Bürgermeister von Teuschnitz hat Wallenfels personelle Probleme mit der Erfüllung dieser Aufgabe. Dritter Bürgermeister Buckreus wurde als Notfallbesetzung zum Standesbeamten bestellt.

Man müsse sich immer die Frage stellen: Sind wir als Stadtverwaltung in der Lage, diese Leistung immer sicherzustellen?, erklärte Geschäftsführer Christoph Hohlweg. Dies scheitere derzeit an der personellen Ausstattung.

Servicequalität und Bürgernähe

Das Standesamt Kronach sei "das" Personenstandsrechtskompetenzzentrum der Region, meinte Hohlweg. An 365 Tagen wäre dort eine Stellvertretung sichergestellt. Und der Erhalt von Servicequalität und Bürgernähe gingen einher mit einer Kostenreduzierung.

Natürlich wird für den Wegfall von Kosten für Hard- und Software, Fachliteratur, Pflichtfortbildungen sowie Verringerung von Personalkosten eine Standesamtsumlage an die Kreisstadt gezahlt.

"Es ist nicht schön, aber es ist notwendig", kommentierte Bürgermeister Korn die Übertragung der Aufgaben des Standesamtes Wallenfels auf die Stadt Kronach.

Im Stadtrat kurz notiert

Verkabelung Positive Nachrichten gibt es beim Breitbandausbau. Für das Höfeprogramm erfolgte die Zustimmung zum Maßnahmenbeginn. Begonnen wird mit der Lorchenmühle, für die als Gaststätte ein WLAN-Angebot wichtig ist. Förderung Der Zuwendungsbescheid der Regierung von Oberfranken für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses ist eingegangen. Die Zuwendung von 258 300 Euro deckt aber nur 10,3 Prozent der Gesamtsumme ab. Behinderung Im Fallenholz läuft die Kanalbefahrung an, die wichtig für die Straßensanierung ist. Die Verantwortlichen bitten um Verständnis für das absolute Halteverbot. Der Schützenplatz steht als Ausweichparkplatz zur Verfügung. Versorgung Der erste Feierabendmarkt war ein sehr schöner Erfolg. Am heutigen Donnerstag gibt es einen neuen Feierabendmarkt mit neuen Fieranten. Dabei wird auch Bier aus der neuen Wallenfelser Brauerei verkauft. Sanierung Dem Antrag von Manfred und Birgit Stöcker zur Sanierung ihres Wohnhauses im Rahmen des interkommunalen Förderprogramms wurde zugestimmt.